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Friedensbotschafter für die Region

Mit 100 Studierenden aus aller Welt durch die Höhen und Tiefen der Rappenlochschlucht – Ein Erlebnisbericht

9:30 Uhr Abfahrt am Studentenwohnheim in Konstanz
Die Abfahrt verzögert sich, da einige der Studierenden ihre Personalausweise vergessen haben, ohne die der Bus den Zoll in die Schweiz und Österreich nicht überqueren kann. „Die Grenzüberschreitung ist für viele Studierende ein echtes Problem“, berichtet der Programmkoordinator Dr. Hans-Joachim Knopf. Während die Studierenden ihre Ausweis aus den Zimmern holen, erzählt er: „Im Vorfeld des Programms steht ein langwieriger bürokratischer Prozess. Viele der Studierenden brauchen ein Visum, um nach Deutschland einreisen zu können.“
Als die Gruppe schließlich vollzählig ist, fahren zwei Busse mit rund 100 Studierenden los. Auf den hinteren Bänken kämpfen Kolumbien und Peru um die Vorherrschaft der besseren Plätze; in den mittleren Reihen schläft Russland friedlich neben Georgien. Ein asiatisch anmutender Student placiert sich neben eine Projektassistentin der Summer School. In einem Gespräch stellt sich heraus, dass der Student Walid Oadly heißt und aus Indonesien kommt. Dort besucht er die Swiss German University, eine der 24 Hochschulen im Verbund der IBH. Die Bodensee Summer School hilft Walid bei der Verbesserung seiner Deutschkenntnisse, die er für sein bevorstehendes Studienpraktikum bei einer deutschen Firma benötigt. „Mir gefällt vor allem das Begleitprogramm zum Sprachkurs. Hier können wir Gelerntes in die Praxis umsetzen und gleichzeitig die Region kennenlernen“, verrät er.

11:00 Uhr  Ankunft in Dornbirn
In Dornbirn angekommen, hat die Gruppe zunächst die Möglichkeit, das größte und modernste Naturkundemuseum der Region zu besichtigen. Die Studierenden zeigen sich begeistert von der multimedialen Naturschau des Museums. Die Germanistik-Studentin Apurva Degwekar scherzt, „Die Flora und Fauna Vorarlbergs ist genauso bunt wie unsere internationale Gruppe“.

14:00 Uhr  Mit der Seilbahn auf den Karren
Nun geht’s hoch hinaus. Die Karrenseilbahn führt die Gruppe auf den Hausberg Dornbirns. In der Seilbahn berichtet der Masterstudent Roger Licones der Fachhochschule Weingarten aus seinem Heimatland: „In Venezuela gibt es die höchste und längste Seilbahn der Welt. Sie führt über 5 000 Meter in die Höhe“. Als die Gruppe auf „nur“ knappen 1 000 Metern aus dem Wagon steigt, raubt der Panoramablick auf die Weite des Bodensees selbst ihm den Atem.

15:00 Uhr Wanderung durch die Rappenlochschlucht
Eine beeindruckende Kulisse bietet auch die Rappenlochschlucht, deren Überquerung über rutschige Pfade und Brücken großer Vorsicht bedarf.
Inmitten des Waldes dann plötzlich die schockierende Meldung aus der Gruppe: Vier Jordanierinnen und zwei Japanerinnen werden vermisst. Nachdem der Versuch der Kontaktaufnahme scheitert, setzt die Gruppe in der Hoffnung, die Verschollenen wohlauf an der Busstation anzutreffen, die Wanderung fort.
Glück gehabt: Am Bus wird die Gruppe von den acht Ausreißerinnen mit einer sprachlosen Geste der Entschuldigung empfangen: Die Japanerinnen spreizen ihre Mittel- und Zeigefinger zu einem V („PEACE“) und lachen den Programmleiter an: „Ihr ward zu langsam“.
Man hat sich, trotz unterschiedlicher Wandergeschwindigkeiten, wieder gefunden. Und so werden aus den rund 100 internationalen Studierende nach einem erlebnisreichen Tag Friedensbotschafter der Region.

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