Forschungsprojekt IBH Living Lab zeigt erste Erfolge

14. Dezember 2017

Das internationale Forschungsprojekt „IBH Living Lab Active and Assisted Living“ (AAL) soll Menschen mit einem erhöhten oder hohen Assistenzbedarf ein aktives Leben ermöglichen. Technologieanbieter und Sozialdienstleister aus diesem Bereich haben sich deshalb mit insgesamt zwölf Hochschulen im Bodenseeraum zu diesem Forschungsnetzwerk zusammengeschlossen. Nun können die Projektpartner positiv auf das erste Jahr der Zusammenarbeit zurückblicken.

„Wir kommen mit großen Schritten dem Ziel näher, möglichst vielen älteren Menschen und Personen mit Beeinträchtigungen ein selbstständiges und gesundes Leben zu ermöglichen”, berichtet die Koordinatorin Mag. Isabella Hämmerle vom Forschungszentrum für Nutzerzentrierte Technologien der FH Vorarlberg. „Wir nehmen beispielweise für weitere 52 Wohneinheiten innovative technische Lösungen für ein umgebungsunterstütztes Leben von älteren Menschen in Betrieb.“ Es konnte ein neues altersgerechtes Assistenzsystem auf den Markt gebracht werden: Die BruderhausDiakonie in Friedrichshafen bietet seit einigen Wochen für das betreute Wohnen insgesamt 23 Appartements mit integriertem intelligenten Notruf an. Außerdem haben die Sozialdienste Götzis im Haus der Generationen in Koblach mit Unterstützung der FH Vorarlberg eine Seniorenwohngruppe bestehend aus neun Zimmern mit altersgerechter Raumautomatisierung ausgestattet.

Beitrag leisten

Die FHS St. Gallen betreut derzeit verschiedene technologische Systeme, beispielsweise für eine Vitaldatenerfassung in 20 Privathaushalten im Raum zwischen Winterthur und St. Gallen. Auch die Firma Nestor in Appenzell ist am Projekt beteiligt. Sie führte eine elektronische Armbanduhr für SeniorInnen ein, welche über zusätzliche Sensoren und Computerfunktionalitäten die Sturz- und Positionserkennung mit Notruf sowie Puls- und Blutdruckmessung ermöglicht. „Wir wollen die Lücke zwischen Forschung und marktorientierter Innovation schließen und einen Beitrag für Menschen mit Assistenzbedarf leisten”, erklärt Hämmerle. Das Angebot richtet sich an private Personen und an öffentliche Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen aus der Bodenseeregion.

Über das Netzwerk IBH Living Lab (AAL)

Das Netzwerk IBH Living Lab AAL besteht aus insgesamt acht Sozialdienstleistern, drei Technologieanbietern, zehn Mitgliedshochschulen der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) und zwei weiteren Hochschulen sowie sechs assoziierten Partnern. Das Forschungsprojekt ist auf vier Jahre angelegt. In den kommenden Jahren ist das IBH Living Lab AAL offen für zusätzliche Netzwerkpartner, die von den Erfahrungen der NutzerInnen und vom überregionalen Austausch profitieren. Das Projekt ist eingebettet im europäischen Programm „Active & Assisted Living” (AAL) und wird aus Mitteln des Interreg V-Programms „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein gefördert.

Preisgekrönte IBH-Labs

Die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) hat Anfang des Jahres drei IBH-Labs gegründet: Forschungs- und Innovationsnetzwerke, an denen sich mehrere Hochschulen und Praxispartner in der Bodenseeregion beteiligen. Die Idee wurde nun mit dem „Sail-of-Papenburg-Award“ ausgezeichnet. Die Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen AGEG verlieh den IBH Labs den Preis für erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die IBH-Labs seien in verschiedener Hinsicht außerordentliche Projekte, so die Jury des Sail-of-Papenburg-Awards.

Neben dem IBH Living Lab AAL unterstützt die Internationale Bodensee-Hochschule IBH mit dem IBH-Lab „KMUdigital“ und dem IBH-Lab „Seamless Learning“ zwei weitere Forschungs- und Innovationsnetzwerke in der Bodenseeregion.

Mehr Informationen zum Projekt: www.living-lab-aal.info/

Rückfragehinweis für die Redaktionen: FH Vorarlberg, CAMPUS V, Hochschulstraße 1, Dornbirn Mag. Isabella Hämmerle / +43(0)5572 / 792-7309 / Isabella.haemmerle@fhv.at