Interview mit Marion Woelki

Die Gründung der IBH-AG Gender&Diversity ist massgeblich der Initiative von Marion Woelki zu verdanken. Sie war vom Zeitpunkt ihrer Gründung (2011) bis Ende 2016 Sprecherin der IBH-AG Gender&Diversity. Das Interview mit ihr entstand während ihrer Amtszeit im Jahr 2015.

1. Seit wann kennen Sie die IBH?

Seit 2005, also immerhin schon 10 Jahre.

2. Welches ist Ihre Funktion?

Ich bin eine der Gründerin und Sprecherin der AG Gender und Divesity. An der Univerisität Konstanz bin ich nun als Leiterin des Referats für Gleichstellung und Familienförderung schon seit nahezu 20 Jahren für diese Themen zuständig.

3. Warum engagieren Sie sich in der IBH?

Die Themen Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, Frauenförderung, Familiengerechte Hochschule lassen sich besonders gut in Netzwerken be- und verhandeln. Zum einen sind die Grundprobleme der fehlenden Chancengleichheit an Hochschulen zwar in den Ländern und/oder Hochschultypen unterschiedlich ausgeprägt, aber doch überall gleich präsent und wichtig. Wir haben unterschiedliche Erfahrungen damit, wie wir Chancengleichheit herstellen und Vielfalt fördern können, davon profitieren wir, wenn es z.B. darum geht, mit Widerständen umzugehen und Personen für die Fragestellungen und Lösungsansätze zu gewinnen. Größere Projekte können ja gemeinsam angegangen werden, so arbeiten wir beispielsweise an einer Datenbank, in der alle ExpertInnen der Mitgliedshochschulen zu unseren Themen erfasst werden, so dass alle IBH-Hochschulen hier Expertise anfordern können, wenn sie bestimmte Ansätze weiterverfolgen wollen oder Beratung zur Maßnahmenentwicklung benötigen. Dies können Vorträge aus den neuen wissenschaftlichen Studien sein oder Trainings, wie z.B. das in Konstanz entwickelte Gender- und Diversity-Theatertraining.

4. Was bedeutet die Mitgliedschaft in der IBH für Ihre Hochschule?

Die Universität Konstanz ist ja sehr präsent in der IBH und den AGs, dies allein zeigt die hohe Bedeutung. Ich denke auch, dass für die Universität Konstanz gerade die gemeinsamen strukturellen Herausforderungen und die strukturbildenden Maßnahmen von großem Interesse sind.

5. Wie nützt die IBH der Bodenseeregion?

Die IBH kann gesellschaftlich wichtige Themen über Ländergrenzen hinweg auf das (hochschul)-politische Tablett bringen, ihre Wichtigkeit dadurch hervorheben und auch über best-practice Lösungsmöglichkeiten anbieten.

6. Was passiert aktuell?

Es laufen zur Zeit viele große Debatten wie Migration und Integration, Flüchtlingsarbeit, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit, die alle auch eine besondere Bedeutung in einer Grenzregion haben. Die IBH kann konstruktiv dazu beitragen, die Diskurse zu analysieren und kreative und sozial gerechte Lösungen zu entwickeln.

7. Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, was wünschen Sie sich für die IBH?

Ich wünsche mir, dass die IBH ihre Rolle bezüglich der oben genannten Themen annimmt und sie dahingehend ausfüllt, dass sie als wichtige gesellschaftliche Akteurin sich auch stärker zu relevanten Themen positioniert und ihre Ressourcen nutzt, an gemeinsamen Lösung zu arbeiten. Des weiteren wäre eine nachhaltige Verankerung der internen Organisationsstrukturen und ihrer Finanzierung wichtig, so dass stärker inhaltlich gearbeitet werden kann und nicht ständig Drittmittelanträge die wenigen personellen Ressourcen belasten. Auch würde ich mich sehr freuen, wenn in den Strukturen der IBH – wie z.B. in der Geschäftsstelle – das Thema Gender & Diversity stärker verankert würde, so dass eine breite und qualitativ hochwertige Integration der Themen in die gesamte IBH-Politik sichergestellt werden kann.

Informationen zur IBH-AG Gender&Diversity finden Sie hier.