Interview mit Katharina Kirschbaum und Stefanie Graf

Seit Ende 2016 hat Stefanie Graf das Amt der Sprecherin der IBH-AG Gender&Diversity von Marion Woelki übernommen. Gemeinsam mit Katharina Kirschbaum, die seit 2014 ebenfalls das Amt der Sprecherin innehat, stellt sie sich im Interview vor.

1. Seit wann kennen Sie die IBH?

Katharina Kirschbaum: Ich kenne die IBH seit Januar 2014. Damals war ich gerade seit einigen Monaten Referentin für Gender & Diversity an der Hochschule Furtwangen und wurde in dieser Funktion zur 9. Sitzung der AG Gender & Diversity der IBH an die Hochschule Konstanz eingeladen. Als „junge Häsin“, die frisch von der Universität kam, war ich gleich sehr angetan über den fachlichen Input und den kollegialen Erfahrungsaustausch, sodass ich gleich über ganz konkrete hochschulspezifische Gleichstellungsmaßnahmen erfuhr, die ich an meiner Hochschule umsetzen konnte.

Stefanie Graf: Die IBH kenne ich seit meinem Eintritt in die PH St.Gallen 2012. Mein damaliger Vorgesetzter, Erwin Beck, war zugleich Vorsitzender der IBH und nahm mich schon in den ersten Wochen mit an eine Kooperationsratssitzung.

2. Welches ist ihre Funktion?

Katharina Kirschbaum: Ich bin an der Hochschule Furtwangen seit Juli 2013 Referentin für Gender & Diversity sowie die Leiterin der Stabsstelle Familiengerechte Hochschule. Dort bin ich zuständig für die Konzeption und Umsetzung der hochschulspezifischen Maßnahmen zu Gender, Diversity und Familiengerechtigkeit und die Koordination der senatsberatenden Kommission „Gender & Diversity“. Diese Themen sind Querschnittaufgaben und fließen in unterschiedliche Projekte (z.B. die wissenschaftliche Nachwuchsförderung, die Personalentwicklung, die Konzeption von Weiterbildungen oder in Maßnahmen der Organisationsentwicklung) mit ein.

Stefanie Graf: Ich leite an der PH St.Gallen den Rektoratsstab, der sich unter anderem dem Thema Diversity annimmt. In der Funktion als Leiterin der Fachstelle Gender & Diversity erstelle ich Informationsmaterial, erarbeite Rechtsgrundlagen und interne Leitfäden, konzipiere und realisiere Projekte und berate das Rektorat und weitere Hochschulangehörige in Fragen zur Diversity. Schliesslich pflege ich den Austausch mit anderen Hochschulen und Netzwerken wie der IBH im Themenbereich Chancengleichheit.

3. Warum und wie engagieren Sie sich in der IBH?

Katharina Kirschbaum: Das „von einander lernen“ und der Wissensaustausch ist besonders im Gleichstellungsbereich wichtig und hat sich für meine Arbeit an der Hochschule Furtwangen bisher als sehr hilfreich erwiesen. Nicht jede Hochschule muss das „Gleichstellungs-Rad“ jedes Mal neu erfinden und kann auf die Best-Practice-Beispiele aus anderen IBH-Hochschulen zurückgreifen. Ich bin im Januar 2014 zur Co-Sprecherin von Marion Woelki und im Oktober für weitere zwei Jahre als Sprecherin der AG Gender & Diversity gewählt worden. Diesmal im Sprecherinnen-Tandem mit Stefanie Graf.

Stefanie Graf: Seit Oktober 2016 amte ich als Co-Sprecherin der AG Gender & Diversity. Unser Netzwerk von Gleichstellungsverantwortlichen ermöglicht mir den Einblick in Themen und Arbeitsgebiete aus drei Ländern. Der fachliche Austausch unter Expertinnen ist für meine Arbeit sehr wertvoll. Gleichzeitig leiste ich gerne einen Beitrag zur Stärkung dieses internationalen Verbunds.

4. Was passiert aktuell in der IBH-AG Gender & Diversity?

Katharina Kirschbaum und Stefanie Graf: Die AG Gender & Diversity umfasst Vertreterinnen und Vertreter von rund 20 IBH-Hochschulen. Wir treffen uns zweimal jährlich zu einer ordentlichen Sitzung. Einmal jährlich findet zudem eine Weiterbildung zu einem Diversity-Thema statt. Zurzeit bereiten wir eine gemeinsame Lesereise mit Senta Troemel-Ploetz vor, arbeiten an der Publikation von Empfehlungen zu einer diversitygerechten Hochschulentwicklung und planen ein drittes Fachgespräch (Tagung) zum Thema „Studieren mit (un)sichtbarer Behinderung“.

5. Was bedeutet die Mitgliedschaft in der IBH für Ihre Hochschule?

Katharina Kirschbaum: Die IBH ist für die Hochschule Furtwangen ein gutes Netzwerk für länderübergreifende Projekte im Bereich Lehre, Forschung und Technologietransfer. Das Besondere der IBH ist auch, dass ein Austausch auch mit Universitäten oder anderen Hochschularten erleichtert wird. Vorrangig sollen die Studierenden der HFU davon profitieren, was auch der Beweggrund für unser Rektorat war, dem Netzwerk beizutreten.

Stefanie Graf: Dank der IBH vernetzt sich die PHSG seit Jahren international in der Grenzregion Bodensee. Zahlreiche Projekte im Bereich Forschung & Entwicklung, insbesondere mit den Pädagogischen Hochschulen in Vorarlberg und Baden-Württemberg, haben zum Know-how-Transfer in der Bodensee-Region beigetragen. Die der IBH zur Verfügung stehenden Fördermittel trugen auf diese Weise namhaft zur Entwicklung der PHSG bei.

6. Wie nützt die IBH der Bodenseeregion?

Katharina Kirschbaum und Stefanie Graf: Die IBH vernetzt die oftmals kleinen und in ihren jeweiligen Ländern peripher gelegenen Hochschulen und stärkt sie damit. Durch Austausch über die Landesgrenzen hinweg erhalten sie zudem eine erweiterte Perspektive und Wissen, welches Hochschulen weiter entfernt von Landesgrenzen bisweilen fehlt.

7. Wenn Sie sich etwas wünschen dürften, was wünschen Sie sich für die IBH?

Katharina Kirschbaum und Stefanie Graf: Für die IBH und speziell für unser Diversity-Netzwerk wünschen wir uns, dass der fruchtbare und sehr kollegiale Austausch auf allen Ebenen weitergeführt werden kann und noch besser in der Öffentlichkeit sichtbar wird. Wir möchten neben dem wichtigen Austausch der Mitgliedshochschulen auch ganz konkrete Angebote schaffen, damit ungenutzte Potentiale noch besser ausgeschöpft werden können und die IBH sich noch stärker als international wettbewerbsfähiges, geschlechtergerechtes und familienfreundliches Hochschulnetzwerk präsentieren kann.