Veranstaltungen

2017

Lesereise mit Prof. Dr. Senta Troemel-Ploetz: «Sie arbeitet – er ist das Genie»

Im März 2017 bereiste die deutsche Literaturwissenschaftlerin Senta Troemel-Ploetz die Bodenseeregion auf Einladung der AG Gender & Diversity der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH. An vier Orten im IBH-Raum las sie ihre Wortstücke, eine Mischung aus Essay, wissenschaftlicher Arbeit und literarischem Text.

Senta Troemel-Ploetz ist zusammen mit Luise F. Pausch die Begründerin der feministischen Linguistik in Deutschland. Während ihres Studiums in den USA erlebte sie, wie im angelsächsischen Raum mit der An- bzw. Abwesenheit der Frau in der Sprache viel bewusster umgegangen wurde. Sie wies bereits in den 70er Jahren darauf hin, dass die deutsche Sprache sich fast ausschliesslich an Männer richtet. Die Thematik der gendergerechten Sprache ist bis heute virulent und keineswegs überall etabliert.  

Auf ihrer Lesereise im Bodenseeraum stand jedoch etwas anderes im Zentrum: das Leben und Werk genialer Frauen. Unter dem Titel «Sie arbeitet – er ist das Genie» zeichnete Senta Troemel-Ploetz das Leben von Mileva Einstein-Marić (1875-1948) als eine Vertreterin des weiblichen Schicksals zu Beginn des 20. Jahrhunderts – teilweise auch zur heutigen Zeit – nach. Mileva Einstein-Marić studierte als zweite Frau fünf Jahre am Polytechnikum (ETH) in Zürich Mathematik und Physik. Dort lernte sie Albert Einstein kennen und lieben. Der Abschluss mit Diplom blieb ihr verwehrt, die Professoren liessen sie zweimal durch die Abschlussprüfung fallen. Dennoch arbeitete sie bereits während dem Studium und danach mit ihrem Mann zusammen. Zugunsten ihres Mannes, dem sie kurz nach Studienende ein erstes Kind gebar, gab sie schliesslich ihre wissenschaftliche Arbeit auf. Zur Hausfrau und Mutter gemacht, war Albert Einstein ihrer bald überdrüssig und verliess sie für eine andere Frau. Seine zwei Söhne vernachlässigte er, Mileva Einstein-Marić pflegte den psychisch erkrankten jüngeren Sohn Zeit ihres Lebens allein. Im schwierigen Scheidungsprozess zeigte sich die Geringschätzung seiner früheren Mitforscherin und Lebensgefährtin: «Wenn man eine Null ist, so ist nichts dagegen einzuwenden. Aber man soll schön bescheiden bleiben und das Maul halten», so Albert Einstein in einem Brief an seine Frau zu ihrer Absicht, ihre Memoiren zu verfassen (zitiert von Senta Troemel-Ploetz).

Wie Senta Troemel-Ploetz aufzeigte, ist Mileva Einstein-Marić nur ein Beispiel für unzählige begabte Frauen, die im Schatten ihrer erfolgreichen Männer standen. Senta Troemel-Ploetz resümiert zu diesen Frauenschicksalen: „Ich lebe mit einem gebrochenen Herzen.“

Die Hörerinnen und Hörer der Lesereise waren tief beeindruckt vom liebevollen und würdigenden Blick Senta Troemel-Ploetzs auf die Physikerin Mileva Einstein-Marić, deren Anteil am Werk ihres Mannes – insbesondere der Relativitätstheorie – bis heute nicht anerkannt wird. Senta Troemel-Ploetz hat zudem mit ihren Wortstücken literarische Werke von bezauberndem künstlerischem Wert geschaffen, deren Publikation noch erhofft werden darf.

Stationen der Lesereise

Konstanz, 8. März 2017, Universität Konstanz

Zürich, 13. März 2017, Cabaret Voltaire

Friedrichshafen, 15. März 2017, Zeppelin Universität

St.Gallen, 16. März 2017, Kaffeehaus

Einladungsflyer

2016

Internationales Fachgespräch: „Männer in sozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Berufen“ am 10. Februar 2016 an der FHS St.Gallen

Die Diskussion um Männer in der Sozialen Arbeit, Pädagogik und Gesundheit dreht sich vor allem um den Mangel an Fachmännern in diesen Berufsfeldern. Dabei werden oftmals wesentliche Fragen vernachlässigt:

  • Warum braucht es mehr Männer in den sozialen, gesundheitlichen
    und pädagogischen Studiengängen?
  • Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede im Diskursder drei Berufsfelder?
  • Welche Ansätze und Projekte haben sich im Hochschulkontext und in der Praxis bewährt?

Die Fachtagung geht auf die Hintergründe der Untervertretung von Männern in den genannten Berufen ein und zeigt versteckte Geschlechterpolarisierungen im Ruf nach mehr Männern in Bildung, Sozialer Arbeit und Gesundheit. Sie nimmt den aktuellen Diskurs auf und setzt sich kritisch mit der Quantitätsdiskussion auseinander. Die Teilnehmenden tauschen sich darüber aus, wie Männer nachhaltig für soziale, pädagogische und gesundheitliche Berufe gewonnen werden können und wie das Studium geschlechtssensibel gestaltet werden kann. Ziel der Tagung ist es, neue Ideen zu entwickeln und die fachliche Zusammenarbeit zu stärken.

Einladungsflyer

Tagungsbericht

2015

Strategie-Workshop zum Thema: „Zentrale Gender- & Diversity-Aspekte an Schnittstellen von  Internationalisierungsstrategien identifizieren und verknüpfen“ am 20. Oktober 2015 auf der Reichenau

Neben Gender wird Diversity als zunehmendes Handlungsfeld der Hochschulen wahrgenommen und erweist sich in der Praxis als hochschulpolitisches Querschnittsthema, z.B. in Internationalisierungsstrategien, Diskursen des Fach- und Führungskräftemangels, einem zunehmenden Bedarf an Talent- und Potentialförderung, der Öffnung und Durchlässigkeit der Hochschulen, der Umsetzung gesetzlicher Grundlagen wie des AGG’s sowie einer Stärkung von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Insbesondere Internationalisierungsstrategien erfordern diversityrelevante Aspekte. Der Wettbewerb um die „besten Köpfe“, bedarf einer Rekrutierungs- und Haltungsstrategie eben jener und schließt an einen Diskurs der interkulturellen Öffnung an. Inter- und transkulturelle Öffnungsprozesse sind zentrale Handlungsfelder eines „Diversity-Turns“ der Hochschulen und umfassen zentrale Belange einer zunehmend pluralen Studierendenschaft, von Studierenden mit Migrationshintergrund über ausländisch / internationalen Studierenden bis zu Studierenden im Asylverfahren. Interkulturelle Öffnungsprozesse erfordern daher eine diversitygerechte Willkommens- und Anerkennungskultur und eine Infrastruktur, die Studienzugänge, erfolgreiche Studienverläufe und Karrierechancen vor Ort ermöglichen und optimieren.

Ziel
Das Grundverständnis der AG Gender und Diversity spiegelt sich in den Empfehlungen für eine gender- und diversitygerechte Hochschulentwicklung wieder. Es sollen Schnittstellen zwischen diversityrelevanten Öffnungsprozessen und Internationalisierungsperspektiven und dafür verantwortlichen Stellen wie International Offices im Sinne der Empfehlungen weiterentwickelt und abgestimmt werden.

Einladung

2014

Auftaktveranstaltung des Projektes „ExpertInnen-Pool für Gleichstellungs- und Diversity-Themen“ am Dienstag, den 09. Dezember 2014 an der HTWG KonstanzDSC_4185 Kopie-1

Die AG Gender & Diversity plant, eine Datenbank zu erstellen, in der die unterschiedliche und vielfältige Expertise zu diesen Themen erfasst wird. Konkret wird diese Datenbank diejenigen Expert_innen ausweisen, die bereit sind, mit anderen IBH-Hochschulen ihre Expertise zu teilen und Vorträge, Workshops, Trainings etc. durchzuführen. Die Kosten für die Veranstaltungen werden dabei bis zu einem bestimmten Höchstsatz von der IBH übernommen. Die Vorstellung dieses Projektes, dass im ersten Quartal nächsten Jahres online geschaltet werden soll, wird mit einem kleinen Training verbunden, bei dem die Universität Konstanz ihre neu entwickelte Theatertrainingsmethode präsentiert. Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Internationales Fachgespräch MINT-Studiengänge: „Gerüstet für den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel“ am 27. November 2014 an der FH Vorarlberg

Um gemeinsam an Themen weiter zu arbeiten, haben wir das Format eines internationalen Fachgesprächs gewählt. Den Start bildet die o.g. Veranstaltung, an der FH Vorarlberg in Dornbirn wo wir diskutieren, wie die MINT-Studiengänge gender- und diversitygerechter gestaltet werden. Im Rahmen der Veranstaltung soll auch diskutiert werden, wie die zukünftige Ausrichtung der MINT-Studiengänge aussehen kann. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zusammensetzung der Studierenden heterogener: Im Hinblick auf Bildungsherkunft, Geschlecht, soziale und kulturelle Hintergründe. Welche strukturellen Massnahmen in den Bereichen Curriculum, Didaktik und Marketing können dazu beitragen, den Anteil der MINT-Studentinnen zu erhöhen? Wie können Hochschulen dazu beitragen, dass alle Studierenden mit ihren unterschiedlichen kulturellen und sozialen Voraussetzungen ihr Studium erfolgreich abschliessen können? Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit der Einstieg in den Beruf oder die Wissenschaft gut gelingt.

Nähere Informationen finden Sie im Einladungsflyer.