Interview mit Dr. Yvonne Schröder

1. Was haben Sie mit der IBH zu tun?

Seit 1. Juli 2010
 arbeite ich als Wissens- und Technologie-Koordinatorin der IBH in der Geschäftsstelle. Meine Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit in der IBH-AG WTT zu fördern, zu unterstützen und das bestehende Netzwerk weiter ausbauen.

 2. Was haben Sie vor Ihrer Tätigkeit für den Hochschulverbund gemacht?

Bis Ende Juni 2010  war ich aktiv in der angewandten Forschung in einem Private-Public-Partnership-Projekt tätig, das sich mit der Weiterentwicklung von Bandscheibenprothesen befasste. Meinem Studium am Institut für Biomedizinische Technik an der Universität Rostock folgte eine Promotion an der Technischen Universität Eindhoven im Rahmen eines EU-Projekts. Hier hatte ich die Möglichkeit, mich grundlagenorientiert mit der Degenration von Bandscheiben zu beschäftigen. Die internationale Zusammenarbeit über viele Fachbereiche hinweg war sehr spannend. Ein mehr transferorientiertes Projekt mit der Firma Shell und der TU Eindhoven ermöglichte dann Einblicke in die industriebezogene Forschung.

3. Warum haben Sie sich entschieden, in die Bodensee- Region zu kommen?

Ich habe mich ganz bewusst für diese Region entschieden, denn die kulturelle Vielfalt um den Bodensee herum reizt mich sehr. Aber auch natürlich wegen der wunderschönen Landschaft und dem See selbst. Die grosse Vielfalt der Hochschulen und der Wirtschaft und das damit verbundene Potenzial empfinde ich als gute Ausgangsposition für die Vernetzung von Hochschulen und Unternehmen.

 4. Was sind Ihre Aufgabenbereiche?

Innerhalb der IBH schafft die AG WTT Vernetzungsmöglichkeiten unter den Forschenden und fördert den Kontakt zu Wirtschaft und Gesellschaft. Der IBH-WTT Bereich lässt sich in zwei wesentliche Schwerpunkte gliedern: das Netzwerk innerhalb des Hochschulverbundes und die Kooperation mit Wirtschaft und Gesellschaft.

Primäraufgabe der WTT-Koordinationsstelle ist es, neue Wissenschaftsnetzwerke zu initiieren und zu unterstützen, die langfristig in interdisziplinäre und grenzüberschreitende Verbundprojekte münden sollen.

Die aktive WTT-Akquise als Dienstleistung für die Unternehmen der Region ist ein weiteres, längerfristiges Ziel und Sekundäraufgabe. So wird zum Beispiel angestrebt, in einem themenspezifischen Clustering die Kooperationen zwischen den IBH-Hochschulen, der Wirtschaft und der Gesellschaft aktiv zu fördern und zu unterstützen.

5. Was ist der Unterschied zwischen Ihren Aufgaben und z.B. Technologieberatungen von Kammern?

Ich bin eine Vermittlerin zwischen Hochschulen und den Transfer-Interessierten, ohne Konkurrenz zu den bereits bestehenden Einrichtungen. Vielmehr soll in der Region die Wahrnehmung geschärft werden, dass die Nachfrage nach WTT nicht nur solitär und in Direktansprachen von einzelnen Interessenten zu Hochschulen gelangt, sondern dass die nachfragenden Interessengruppen über den Kontakt zu mir an alle IBH-Hochschulen gelangen können, quasi in Multiplikatorfunktion. Aus der IBH-AG WTT wird in einem interaktiven Prozess über alle regionalen Akteure hinweg langfristig ein Kompetenzpool etabliert. Damit sollen in der IBH vor allem grenzüberschreitend und in Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft neue Projekte initiiert werden, um Innovationen zu fördern und die Bodenseeregion als Wissensregion weiter zu stärken.

6. Was passiert aktuell im Bereich Wissens-und Technologietransfer der IBH?

Die IBH-AG WTT veranstaltet am 21.5.2015 einen Kongress zum Thema “Entrepreneurship – Startup – Spinoff” im Dreispitz in Kreuzlingen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, mit welchen hochschulischen Strukturen und Prozessen sich unternehmerisches Handeln, innovative Projekte und Gründungen am effektivsten fördern lassen. Entrepreneurship in der Lehre hat sich zu einem zukunftsträchtigen Themenfeld im interdisziplinär ausgerichteten Wissenschaftssystem entwickelt. Um Gründungskultur und Unternehmergeist an den Hochschulen aufzubauen und zu fördern, soll Entrepreneurship in der Lehre als zukunftsfähiges Themenfeld noch weiter in den Fokus der Dozierenden an den IBH-Mitgliedshochschulen gerückt werden. Die interdisziplinäre, vielseitige und gestaltungsorientierte Ausrichtung eines hochschulischen Bildungsprogramms in Richtung Entrepreneurship erfordert gleichermassen gründungsspezifische Strukturen und Prozesse in der Hochschulentwicklung wie auch in der Hochschuldidaktik.

Die Veranstaltung richtet sich an Hochschulangehörige, Hochschulleitung, Dozierende, Startup- Interessierte, Beratungszentren für Startups und Gründer.