Barrierefreier Tourismus

Das Projekt wird von Beginn weg kundenzentriert und service-orientiert durchgeführt, weil es letztendlich darum geht, nicht nur möglichst viele Barrieren von Feriengästen und –reisenden mit Assistenzbedarf zu minimieren, sondern in einem umfassenden Service die Customer Experience dieser Feriengäste und ihrer Bezugspersonen im Bodenseeraum zu maximieren.

In der ersten Phase des Projekts werden deshalb in einer Customer & Context Research zuerst die Kundengruppen der Ferienreisenden und -aufenthalter im Bodenseeraum mit leichtem und mittlerem Assistenzbedarf, ihre spezifischen Bedürfnisse sowie ihr Kontext analysiert.

In der zweiten Phase des Projekts werden sodann systematisch die Pains (aber auch mögliche Gains) der Feriengäste identifiziert, insbesondere die verschiedenen Benutzer-, Technik-, Netzwerk und Marktbarrieren, die bei einem Ferienaufenthalt oder einer Ferienreise im Bodenseeraum auftreten können. Parallel dazu werden vorhandene und in naher Zukunft verfügbare AAL-Lösungen hinsichtlich ihres Nutzens, den sie zur Verminderung der identifizierten Barrieren beitragen, evaluiert. Dieses Arbeitspaket baut soweit möglich und sinnvoll auf den Resultaten des Einzelprojekts „Abbau von Barrieren“ auf.

Im Rahmen des Projektes werden Hotelzimmer mit den notwendigen Assistenztechnologien ausgerüstet und zu Hotel Living Labs (HLLs) ausgebaut. Gleichzeitig wird der gesamte Service für Ferien und Ferienreisen für Gäste mit leichtem und mittlerem Assistenzbedarf kundenzentriert und iterativ entwickelt und umgesetzt. Die notwendigen Dienstleister sowie Testpersonen aus den verschiedenen Kundengruppen für den Pilottest werden frühzeitig identifiziert und bei der Service-Entwicklung miteinbezogen.

In einer ersten Testphase wird der entwickelte Gesamt-Service von den rekrutierten Testpersonen evaluiert und die Assistenztechnologien und –Services in den bereitgestellten HLLs erprobt. Dazu verbringen die Testpersonen 1-2 Wochen Ferien in den HLLs und probieren die verschiedenen Assistenztechnologien aus. Diese Feldtests in den HLLs werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Aus den Erfahrungen der ersten Testphase werden sowohl die Assistenztechnologien als auch der Service als Ganzes optimiert für die zweite Testphase. Diese findet in einem ähnlichen Rahmen statt wie die erste Testphase und wird wiederum wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Die Resultate aus den Feldtests werden sowohl in den wissenschaftlichen als auch in den lokalen Medien publiziert und an einschlägigen Veranstaltungen präsentiert. Dies dient einerseits der Dissemination des erarbeiteten Wissens in die Scientific Community, andererseits der Sensibilisierung der regionalen Gesellschaft für barrierefreien Tourismus und diese neuartigen Angebote.

In der letzten Phase werden der entwickelte Service und die HLLs in den Betrieb bei den Wirtschaftspartnern überführt.

Projektlead: ZHAW, Projektleiter: Hans-Peter Hutter (hans-peter.hutter@zhaw.ch‘

Projektpartner: HTWG Konstanz, Claire und George Stiftung, Kalaidos Fachhochschule Zürich, NESTOR International Corporation AG, Eberhard Karls Universität Tübingen

Projektlaufzeit: 01.03.2018 – 31.10.2020