Internationale Musterfabrik i4.0 (i4Production)

Ziel ist die Entwicklung und Simulation einer vernetzten Prozesslandkarte 4.0 – d.h. ein Business-Eco-System – im Bodenseeraum. Innerhalb dieser Prozesslandkarte können vielfältige Teilaspekte realisiert werden. Sie beinhalten jeweils die Zusammenführung der technischen mit den wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Fragestellungen. Die digitale Prozesskette soll einerseits hinsichtlich der Ausbildung junger Studierender und Berufstätiger zur Entwicklung neuer Prozessabläufe und Geschäftsmodelle dienen, andererseits bei Vertretern von regionalen KMU Verständnis für die sich ergebende Chancen und Risiken wecken und sie wissenschaftlich begleiten und fördern.

Eingangsportal in die internationale Musterfabrik ist eine virtuelle Online-Umgebung des Business-Eco-Systems, das auch als Präsentations- und Lehrmedium der Ergebnisse dient. Hier soll eine Community abgebildet werden, die zur allgemeinen Diskussion dienen soll und den Kunden, Entwickler, Konstrukteur usw. im Entwicklungsprozess leiten soll: „agile Entwicklung“. Ein Kunde kommt damit über dieses Eingangsportal zur internationalen Musterfabrik und kann online sein Produkt bestellen. Produziert werden soll ein CPS in Form eines fernsteuerbaren Modellfahrzeugs. Der Kunde kann das Fahrzeug in diversen Varianten zusammenstellen aber auch Teile völlig individuell konstruieren, z.B. Felgen, oder virtuell betrachten. Das Resultat geht online zur NTB Buchs bzw. zur FH Vorarlberg, die Zulieferteile für die Produktionsstraße in der HTWG Konstanz liefern. Bei den Zulieferern steht die hoch-automatisierte Auslegung von Maschinenelementen und Fertigungsparametern bzw. eine flexible Schnittstellendefinition zur Maschinensteuerung mit EEROS im Mittelpunkt. Die Zulieferkomponenten kommen entweder physisch zur HTWG oder werden direkt von den Projektpartner an die Rapid-Prototyping-Möglichkeiten der HTWG gesendet. Die Endmontage und Synchronisation der Haupt- und Nebenmaterialflüsse erfolgt an der HTWG Konstanz.

Die internationale Musterfabrik bildet damit eine dezentrale Produktion. Die Grenzen der Globalisierung und Information verschwimmen aber zusätzlich durch eine dezentrale Konstruktion, Übermittlung von Daten und einer physischen – und zeitkorrekten – Produktion einer Komponente an dem Ort, an dem diese benötigt wird. Diese Form der Produktion und Kundeneinbindung ermöglicht darüber hinaus neue Dienstleistungen bzw. bestehende Geschäftsmodelle werden sich stark verändern. Diese Herausforderungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen werden von der FHS und der ZU im LAB Verbund betrachtet.

Projektlead: HTWG Konstanz, Projektleiter: Marcus Kurth (marcus.kurth@htwg-konstanz.de)

Projektpartner: FH Vorarlberg, NTB Buchs, Rhysearch

Projektlaufzeit: 01.01.2017 – 31.12.2018