IBH-Projekt entwickelt Software zur Unterstützung der Betreuung von Demenzkranken

28. Mai 2018

Nach aktuellen Schätzungen leben heute rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, 130.000 in Österreich und 120.000 in der Schweiz. Das IBH-Projekt iCare entwickelt technische Lösungen um Angehörige bei der Pflege von demenzkranken Personen zu unterstützen. Eine dieser Lösungen ist eine Software, die «Menschen mit Hilfebedarf so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zu Hause zu ermöglicht und gleichzeitig die pflegenden Angehörigen entlasten soll», erklärt Projetleiter Prof. Dr. Andreas Judt von der DHBW Ravensburg.

Die Software hilft dabei, Demenzkranke besser beobachten und auffällige Bewegungen feststellen zu können. Ein Kleinstrechner mit Bluetooth, den man wie einen Knopf in die Kleidung einnähen kann, meldet an einen frei wählbaren Empfängerkreis, wo der Träger gerade unterwegs. Der Computer passt in jede Handtasche und ist so einfach aufgebaut, dass ihn Angehörige oder Betreuende von Demenzkranken selbst zusammenbauen können. Dennoch verfügt er über alle nötigen Funktionen: Angehörige können Bild- oder Videoaufnahmen anfordern bzw. erhalten diese automatisch, falls eine auffällige Bewegung festgestellt wird. Eine Chatfunktion besitzt der Com­puter auch, und das Verfahren, mit dem die Software am Boden liegende Per­sonen aufspürt, haben Judts Studieren­de an der DHBW Ravensburg konzipiert. 

Die Software, auf der sich alle diese Funktionen befinden, können auf der IBH-Website heruntergeladen werden. Auf 40 bis 70 Euro beziffert Judt die Materialkosten, «im freien Verkauf würde solch ein Computer weit über 1.000 Euro kosten». Klingt nach einem verlockenden Geschäftsmodell bei 1,5 Millionen demenzkranken Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Doch Judt ist da anderer Ansicht: «Es gibt Systeme, die so einfach sind, dass sie kein Produkt werden sollten».

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