IBH Thema beim Strategiegespräch der IBK-Regierungschefs

3. Juli 2015

Zu ihrem jährlichen Strategiegespräch trafen sich die Regierungschefs und Regierungsvertreter der zehn Mitgliedsländer und -kantone der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) am 2. Juli auf Schloss Maurach am Überlinger See. Im Mittelpunkt standen dabei die Bedeutung der Digitalisierung und Industrie 4.0, das fünfzehnjährige Bestehen der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) sowie das Jugendprojekt Europakonzil.

 Industrie 4.0 in der Wirtschaftsregion Bodensee

 „Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 sind für die internationale Wirtschaftsregion Bodensee von herausragender Bedeutung“, so der baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich beim Strategiegespräch der IBK-Regierungschefs am 2. Juli auf Schloss Maurach. „Wir wollen die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung über den Industriesektor hinaus begreifen und herausarbeiteten, welche Bereiche von dieser Entwicklung noch profitieren können“, sagte Friedrich.

Bereits im April dieses Jahres wurde der Themenkomplex Digitalisierung und Industrie 4.0 im Rahmen des ersten internationalen Wirtschaftskonzils in Konstanz als Megatrend mit einzigartigen Innovations- und Kooperationspotentialen für die Region identifiziert.

„Wir waren uns in unserem heutigen Gespräch einig, dass der Begriff ‚Industrie 4.0‘ für uns zu kurz greift“, so Friedrich. „Es gibt weitere Felder mit erheblichem Innovationspotential, die von besonderer Relevanz für die Bodenseeregion sind“, so der Minister weiter. Hierzu zählten u.a. Tourismus, Handel, Landwirtschaft oder die Daseinsvorsorge. Dies verdeutliche, welch breites wirtschaftliches Spektrum sich der Bodenseeraum mit diesen Handlungs- und Anwendungsfeldern noch stärker erschließen kann. „Denkbar wäre eine Art regionale ‚Bodensee-Plattform Innovation 4.0‘, auf deren Grundlage eine strategische Bündelung bestehender Initiativen sowie vorhandener Innovations- und Technologiekompetenzen erfolgen könnte“, betonte Minister Friedrich.

15 Jahre Internationale Bodensee-Hochschule (IBH)

 Ein weiteres Thema im Strategiegespräch der Regierungschefs war die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH), die in diesem Jahr ihr fünfzehnjähriges Bestehen feiert. Die IBH ist das größte von der IBK initiierte Projekt, das sich seit ihrem Bestehen kontinuierlich weiterentwickelt hat. Basierend auf der Vision eines Bildungsraums Bodensee nahm sich die IBK in den späten 1990er Jahren als Schwerpunktthema vor, „die Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspotentiale der Region zu vernetzen und grenzüberschreitend nutzbar zu machen.“ Die 20. Regierungschefkonferenz der IBK hat am 19.11.1998 den grundlegenden Auftrag zur Bildung eines Kooperationsverbunds „Bodensee-Hochschule“ unter der Koordination der Hochschulen erteilt. Heuer tauschten sich die Regierungschefs mit Vertreterinnen und Vertretern sowie Studierenden und Projektteilnehmern der IBH aus.

„Innerhalb von 15 Jahren ist es gelungen, das Netzwerk auf 30 Mitgliedshochschulen mit rund 100.000 Studierenden zu erweitern“, so Professor Sebastian Wörwag, Rektor der Fachhochschule St.Gallen und Vorsitzender des IBH-Kooperationrats. „Dabei konnte das Profil der IBH geschärft und ihre Aktivitäten kontinuierlich ausgebaut werden“, sagte Wörwag. Die IBH hat sich mittlerweile als wichtigste Akteurin der Forschungs-, Wissens- und Bildungsregion Bodensee etabliert und ist darüber hinaus der größte hochschulartenübergreifende Verbund Europas. „Die jährlich ca. 16.000 Absolventinnen und Absolventen sind nicht nur regional nachgefragte Fach- und Führungskräfte, sie sind auch Repräsentanten einer Region, eines Wirtschafts- und Kulturraumes“, so Wörwag weiter.

Die Vorbereitungen zur Fortführung der Zusammenarbeit zwischen der IBK und der IBH über das Jahr 2017 hinaus laufen. Außerdem wurde seitens der IBH Anfang April 2015 ein Vorschlag zur Einrichtung einzelner thematisch orientierter und auf mehrere Jahre angelegter Forschungskonsortien – sogenannter „IBH-Labs“ – vorgelegt. Die offiziellen Feierlichkeiten zum fünfzehnjährigen Jubiläum der IBH finden am 23. November 2015 im Dreispitz in Kreuzlingen statt.

Jugendprojekt „Europakonzil – Querdenken auf Augenhöhe“

 Einen weiteren Schwerpunkt des Strategiegespräches bildete das Europakonzil, das als IBK-Jugendbegegnung am 5. November 2015 im Rahmen der Verleihung des ersten „Konstanzer Konzilspreises für Europäische Begegnung und Dialog“ stattfinden wird. Unter dem Motto „Querdenken auf Augenhöhe“ soll das Europa-Konzil einen nationen- und generationenübergreifenden Dialog zwischen engagierten Jugendlichen, jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern sowie Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft realisieren. Inhaltlicher Fokus des Europakonzils ist der Themenkomplex religiöse (In)toleranz, Menschenrechte, Flüchtlinge, Integration und Gerechtigkeit. „Ziel ist es, Personenkreise einzubeziehen, die sonst nicht ausreichend Gehör finden und durch greifbare Ergebnisse und entsprechende Folgeaktivitäten einen nachhaltigen Impuls für die Konzilsteilnehmer und deren jeweilige Lebenswelt zu geben“, resümierte Friedrich.

Teilnehmende

Teilnehmer des Strategiegesprächs der IBK-Regierungschefs und Regierungsvertreter waren neben dem baden-württembergischen Europaminister Peter Friedrich (Vorsitz), Regierungsrat Dr. Reto Dubach, Kanton Schaffhausen, Regierungsrat Dr. Thomas Heiniger, Kanton Zürich, Regierungsrätin Carmen Haag, Kanton Thurgau, Regierungsrat Martin Gehrer, Kanton St.Gallen, Bauherr Stefan Sutter, Kanton Appenzell Innerrhoden, Landeshauptmann Markus Wallner, Vorarlberg, Regierungspräsident Karl Michael Scheufele von der Regierung von Schwaben, i.V. für den Freistaat Bayern und Regierungssekretär Horst Schädler, Fürstentum Liechtenstein.

Bodensee-Informationsdienst vom 2.7.2015