Interview mit Gabriela Dür, Vorsitzende der IBK-Kommission Bildung, Wissenschaft und Forschung

Seit wann kennen Sie die IBH?

Ich bin seit 2003 Mitglied der Kommission Bildung, Wissenschaft und Forschung, als „Rechte Hand“ meines Amtsvorgängers konnte ich aber schon seit den frühen 90er Jahren die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Hochschulverbunds mitverfolgen.

In welcher Funktion sind Sie mit der IBH befasst?

Als Kommissionsvorsitzende stehe ich in sehr engem, teilweise auch intensivem Austausch mit der IBH, etwa, wenn es die Vorbereitung weiterer Entwicklungsschritte geht. Die Kommission Bildung, Wissenschaft und Forschung ist von der Konferenz der Regierungschefs der Internationalen Bodenseekonferenz beauftragt, die Entwicklung der IBH zu begleiten und natürlich auch entsprechend an die Organe der IBK zu berichten.

Die IBH feiert in diesem Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Was waren für Sie die Meilensteine in der Entwicklung der IBH?

Seit der Gründung der „Regio-Rektorenkonferenz“ durch 11 Rektoren im Jahr 2000 wurden wichtige Meilensteine mit inzwischen vier Leistungsvereinbarungen gesetzt. Ein besonderer Meilenstein wird jetzt die Einrichtung der IBH-Labs sein, mit denen für die Region, insbesondere auch für die Wirtschaft relevante Themen in sogenannten Kompetenz-Netzwerken von Hochschulen und Praxispartnern bearbeitet werden.

Was nützt die IBH der Bodenseeregion?

Das Netzwerk der 30 Hochschulen stärkt einmal die Hochschulen selbst, besonders kleinere Hochschulen profitieren von der Kooperation mit größeren Einrichtungen.

Durch die Zusammenarbeit können Kräfte und Kompetenzen gebündelt und der Austausch innerhalb der Scientific Community intensiviert werden. Dann profitieren natürlich die Studierenden vom Kooperationsverbund, indem diesen alle Bibliotheken, Mensen oder andere Services zur Verfügung stehen und durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Lehre spezifische Studiengänge eingerichtet werden können, die eine einzelne Hochschule nicht anbieten könnte. Last but not least profitieren Unternehmen und Hochschulen vom Wissenstransfer im Rahmen von Forschungsprojekten, in denen aktuelle Fragestellungen von Unternehmen aufgearbeitet werden.

Was sind aktuelle Entwicklungen?

Aktuell bereiten IBH und IBK die nächste Leistungsvereinbarung und die strategische Ausrichtung für die Jahre ab 2018 vor. Es gilt, die Weichen für die zielgerichtete und nachhaltige Weiterentwicklung des Verbunds zu stellen. Die Einrichtung der IBH-Labs wird eine neue Dimension in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Hochschulen eröffnen und große Chancen für eine noch engere Zusammenarbeit mit Unternehmen und Forschungspartnern bieten.

Wo sehen Sie die IBH in 5 Jahren?

Ich denke, dass die IBH durch die Fokussierung auf zentrale Herausforderungen der Region – wie das speziell im Rahmen der Labs vorgesehen ist – ihre Position als Think Tank, Ideengeber und Innovationstreiber in den kommenden fünf Jahren deutlich stärken kann. Damit wird die IBH zu einem unverzichtbaren Partner von Wirtschaft und Gesellschaft bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Bodenseeregion.