Kinder fragen, ExpertInnen antworten

1. Oktober 2018

Was ist der Treibhauseffekt? Fahren Autos bald von ganz allein? Und, wie gross ist das Internet? Das sind Kinderfragen, die vermutlich so manche Eltern ins Schwitzen bringen. Das IBH-Projekt „Kinder fragen Experten“ will hier Abhilfe schaffen und gleichzeitig SchülerInnen im Alter von neun bis zwölf Jahren Technik und Naturwissenschaften näherbringen. Das Konzept hinter dem Projekt ist einfach: Kinder formulieren ihre Fragen und ExpertInnen aus den Naturwissenschaften geben gemeinsam mit pädagogischen Fachleuten verständliche Antworten auf diese Fragen. Erscheinen werden diese in einem digitalen Buch, gebündelt mit Experimenten zum Selbermachen, damit Kinder die Antworten auf konkrete Fragen auch für sich selbst erfahrbar machen können, erklärt Matthias Kleefoot von der ZHAW School of Engineering, der das Projekt gemeinsam mit KollegInnen der PH Weingarten leitet.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

Es ist erwiesenermassen so, dass bereits in der Kindheit das Fundament für den beruflichen Weg gelegt wird. Entscheidend sind dabei Schlüsselerlebnisse. Werden Kinder bereits in der Primarschule mit der Faszination der Naturwissenschaften und technischen Zusammenhängen konfrontiert, steigt die Chance, dass sie sich später für eine Ausbildung oder ein Studium in einem dieser Bereiche interessieren. In Zeiten des MINT-Fachkräftemangels ist es umso wichtiger, Kinder früh für technische Themen zu begeistern. Mit unserem Projekt „Kinder fragen Experten“ richten wir uns an SchülerInnen der Mittelstufe, d.h. Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren.

Welches sind die ersten Projektschritte?

Bereits vor Start des IBH-Projekts haben wir rund 50 Kinderfragen und Antworten von ExpertInnen zusammengetragen. Das inhaltliche Wissen lieferten die DozentInnen und ProfessorInnen der ZHAW School of Engineering, die als“ExpertInnen“ auftreten. Im IBH-Projekt geht es jetzt in einem ersten Schritt darum, diese Inhalte aus pädagogischer Sicht so zu überarbeiten, dass sie besser auf die Zielgruppe, also Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, zugeschnitten sind. Diese Überarbeitung übernehmen ExpertInnen von der PH Weingarten. Von dieser Überarbeitung versprechen wir uns auch Inputs für allfällige Ergänzungen.

Auf welche Weise binden Sie die Öffentlichkeit in das Projekt ein?

Das Projekt ist für die Öffentlichkeit gedacht. Das Ergebnis wird öffentlich im Web allen zugänglich sein, die sich dafür interessieren. Wie wir das im Detail gestalten, steht noch nicht fest. Das übergeordnete Ziel, nämlich Kinder für naturwissenschaftliche Themen zu begeistern, dient ebenfalls der gesamten Öffentlichkeit. Innerhalb des laufenden Projekts ist es ausserdem denkbar, dass eine erste Testversion bestimmten Kindern bzw. Schulklassen zur Verfügung gestellt wird. So könnten wir weiteres Optimierungspotenzial direkt von der Zielgruppe in Erfahrung bringen.

Welchen Mehrwert versprechen Sie sich mit dem Projekt für die Bodenseeregion?

Der Mehrwert geht weit über die Bodenseeregion hinaus. „Kinder fragen Experten“ richtet sich an SchülerInnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Man wird von überall per Internet darauf zugreifen können und Antworten auf die brennendsten Fragen finden – und das aus verlässlicher Quelle.

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