Empirische Methodik in der Ausbildung von Lehrpersonen der Basis- und Primarschulstufe
In der Ausbildung von Lehrern, Kindergärtnerinnen und anderen sozialpädagogischen Berufen sind Lehrveranstaltungen, die wissenschaftliche Methoden wie Beobachtungen, Befragungen oder Experimente vermitteln, eine Neuerung, die sich unter anderem aufgrund von Tertialisierung und einer stärkeren Wissenschaftsorientierung der Ausbildung ergibt.
Im Rahmen des hier vorgestellten Projekts der Pädagogischen Hochschule Rorschach und der Universität Konstanz wurde zur Ausbildung in wissenschaftlichen Methoden und Statistik für angehende Lehrpersonen die virtuelle Form eines Seminars entwickelt. In einem anschließenden zweiten Schritt wurde die Leistungsfähigkeit dieser Software überprüft, indem die Kompetenzen der Studierenden, die mit dem Computerprogramm gelernt hatten, verglichen wurden mit jenen von Studierenden, die in ihrem Lernen von Tutoren betreut worden waren. Die Evaluation bezog alle erstsemestrigen Studierenden der Pädagogischen Hochschule Rorschach in den Wintersemestern 2003/04 und 2004/05 ein.
Die ausgewerteten Ergebnisse ergaben, dass die mit der Unterrichstsoftware in den Stoff eingeführten Studierenden etwas schlechtere Lernergebnisse erzielten als die Gruppe, die durch einen Tutor unterstützt wurde. Die Unterschiede sind signifikant. Generell geben die Studierenden dem tutoriellen Lernen dem Vorzug. Wobei sich jene, die mit dem virtuellen System gelernt hatten, positiver über das computerbasierte Lernen äußerten.
Die Plattform des virtuellen Seminars wird weiterentwickelt und Inhalte in einem Lehrbuch für Wissenschaftsmethoden und Statistik übernommen.
