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Bewertung und Risikomanagement hybrider Finanzinstrumente

Hybride Finanzinstrumente sind gekennzeichnet durch Charakteristika, die sonst Aktien, Anleihen und Derivaten zukommen. Vor allem sind bei hybriden Instrumenten Markt- und Kreditrisiko eng miteinander verbunden.

Das Risikomanagement solcher Instrumente darf nicht auf getrennten Analysen, die anschließend summiert werden, aufbauen. Das Projekt des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen an der Universität St. Gallen und der FH Vorarlberg konzentriert sich auf Bewertung und Risikomanagement von zwei speziellen Typen hybrider Finanzinstrumente: Wandelanleihen und Fremdwährungskredite.

Wandelanleihen mit optionaler oder obligatorischer Umwandlung in Aktien hängen in ihrem Wert nicht nur von den üblichen Faktoren wie Zinsstrukturkurven und Schuldnerqualität, sondern auch von Aktienkursen ab. Verschiedene Regelungen und Optionen machen eine Risikobewertung schwer.

Bei Fremdwährungskrediten hängt aus Sicht des Kreditnehmers die Höhe des Ausstands von Wechselkursen, Zinsen, und den Aktienkursen der Tilgungsträger ab. Aus Sicht des Kreditgebers hängt das Risiko einerseits von der Qualität einzelner Schuldner ab. Andrerseits entstehen in Fremdwährungskredit-Portfolios „Klumpenrisiken“, da alle Schuldner Wechselkursen, Zinsen und makroökonomischen Faktoren gleichermaßen ausgesetzt sind. Auch die Sicherheiten sind oft in engen, wenig liquiden Immobilienmärkten konzentriert, was zu einer kritischen Abhängigkeit des Werts der Sicherheit von den Ausfallwahrscheinlichkeiten führen kann.

Für die Bewertung hybrider Instrumente und ihrer Portfolios ist eine integrierte Betrachtung von Markt- und Kreditrisiko erforderlich. Dies erfordert insbesondere (1) die statistische Modellierung gleichzeitiger Veränderungen von Markt- und Kreditrisikofaktoren am selben Zeithorizont, (2) die Erfassung der Marktpreisabhängigikeit von Passiva und Sicherheiten. Außerdem müssen für Zwecke des Risikomanagements von Portfolios hybrider Produkte (3) die Abhängigkeiten verschiedener Besicherungen in einem Portfolio und (4) die Auswirkungen der Handelsstrategien der Portfoliomanager innerhalb der langen Zeithorizonte für Kreditrisiko berücksichtigt werden. Falls eine Bank in einem Markt eine bestimmende Rolle spielt, können diese Handelsstrategien auch die Marktpreise beeinflussen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Universität St. Gallen und der FH Vorarlberg werden alle zwei Monate gemeinsame Workshops veranstaltet und dreiwöchige Zwischentreffen der Doktoranden zum Abgleich der Ergebnisse und zur Diskussion ausgewählter Literatur stattfinden. Die Forscher beider IBH-Mitglieder nehmen an regelmäßigen Seminaren teil und tauschen Daten und Ergebnisse in einem gemeinsamen Webspace aus.

Das Projekt entwickelt die gemeinsamen Forschungstätigkeiten im Bereich “Quantitative Finance“ an der der Universität St. Gallen und der FH Vorarlberg. In dieser Symbiose bringt die Universität St. Gallen ihre bankwirtschaftliche Kompetenz und die FH Vorarlberg ihre Erfahrung im Bereich des wissenschaftlichen Rechnens ein. So wird auf kostengünstige und einfache Weise ein neuer Forschungsschwerpunkt gesetzt.
Das Projekt verstärkt die Zusammenarbeit nicht nur auf der Ebene der Forschung, sondern auch im Bereich der Lehre. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Seminar geplant.

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