Nachwuchskräfte für die Wissenschaft gewinnen

4. Dezember 2018

Die Rekrutierung von talentiertem wissenschaftlichen Nachwuchs ist für Hochschulen, aber auch für Wirtschaft und Gesellschaft von grosser Bedeutung. Masterstudierende und Promovierende arbeiten als wissenschaftliche Assistierende oder Mitarbeitende in Hochschulinstituten und sind in deren Forschungsprojekten eingebunden. Während bei der Wahl eines Studiengangs das fachliche Angebot und die Reputation der Gesamthochschule zentral sind, stehen bei der Rekrutierung von wissenschaftlichem Nachwuchs die einzelnen Hochschulinstitute im Wettbewerb. Angesichts der demographischen Entwicklung werden diese zunehmend gezwungen sein, sich bei potenziellen KandidatInnen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Hier setzt das Projekt Knowlede Stories: Nachwuchsgewinnung in der Wissenschaft an. Wir sprachen mit Nicole Rosenberger vom Department für Angewandte Linguistik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die das gemeinsame Projekt von ZHAW, HTWG Konstanz und Hochschule Furtwangen leitet.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

Ziel ist einerseits zu erfassen, was KandidatInnen über ihren potentiellen Arbeitgeber erfahren möchten, und ein Kommunikationsformat zu entwickeln, das sich an den Kommunikationsgewohnheiten und Interessen der Zielgruppe orientiert. Damit sollen andererseits die kommunikativen Kompetenzen von Forschenden der beteiligten Institute in diesem Feld gestärkt und die Nachwuchsrekrutierung der Forschungspartner durch die Produktion von «Knowledge Stories» für die Verbreitung über Social-Media-Kanäle unterstützt werden.

Welches sind die ersten Projektschritte?

Methodisch orientiert sich das Entwicklungsprojekt am Ansatz des Design Thinking, einem Vorgehen, das NutzerInnen in den Produktentwicklungsprozess einbezieht und diesen iterativ gestaltet. Die «NutzerInnen» sind im geplanten Projekt die Studierenden in den Bachelor- resp. Masterstudiengängen der beteiligten Projektpartner. In einem ersten Schritt werden die Ansprüche und Bedürfnisse der Zielgruppe mittel Online-Umfrage erfasst. Darauf aufbauend werden im Rahmen eines ganztägigen Workshops mit InstitutsvertreterInnen der beteiligten Institute Ideen für mögliche Storyboards entwickelt und einzelne Video-Sequenzen gedreht. Diese werden wiederum in einem Fokusgruppengespräch mit Studierenden diskutiert.

Auf welche Weise binden Sie die Öffentlichkeit in das Projekt ein?

Aktiv ins Projekt eingebunden sind Studierende der beteiligten Hochschulen: Als potenzielle Nachwuchskräfte sind sie über die Online-Befragung und Fokusgruppe Teil des Projekts. Als angehende KommunikatorInnen sind Studierende aus den entsprechenden Kommunikations-Studiengängen der beteiligten Partner in die Entwicklung einer Projekt-Webseite und in die filmische Dokumentation des gesamten Projekts eingebunden. Der breiten Öffentlichkeit werden die produzierten Videos online über verschiedene Kanäle zugänglich gemacht.

Welchen Mehrwert versprechen Sie sich mit dem Projekt für die Bodenseeregion?

Die entwickelten Kommunikationsformate werden die Positionierung der Bodenseeregion als attraktiven und innovativen Wissens- und Bildungsraum stärken. Die in den Instituten erworbenen Kompetenzen für die zielgruppengerechte Ansprache von wissenschaftlichem Nachwuchs wird die Rekrutierung von ambitioniertem Nachwuchs unterstützen und damit letztlich die einzelnen Hochschulen im Bodenseeraum stärken.

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