Von: Pressestelle [pressestelle@uni-konstanz.de]
Gesendet: Freitag, 12. Januar 2007 17:04
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Betreff: Pressemitteilung der Universität Konstanz

Pressemitteilung Nr. 9/2007


Exzellenzinitiative:

Drei Erfolge für Universität Konstanz

Im Rahmen der 2. Ausschreibung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen hat die Universität Konstanz gleich drei Erfolge erreichen können. Die Projektvorschläge für die Graduiertenschulen „Chemical Biology“ und „Multi-Disciplinary Study of Social Issues (MSSI)“ sowie der Projektvorschlag für das Zukunftskonzept „Institutional Strategy to promote top-level Research by the University of Konstanz“ waren erfolgreich. Die Universität wird dazu aufgefordert werden, ausformulierte Anträge einzureichen. Sie müssen bis zum 13. April 2007 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingegangen sein. Insgesamt hatte die Universität Konstanz in der 2. Ausschreibung drei Cluster-Anträge, zwei Anträge auf Graduiertenschulen und den schon einmal positiv bewerteten Antrag für die 3. Förderlinie eingereicht.

Der Rektor der Universität Konstanz, Prof. Gerhart v. Graevenitz, freut sich über diesen Erfolg und dankt allen Universitätsmitgliedern für ihren Einsatz. „Das ist ein herausragendes Ergebnis. Die Universität wird gleich dreimal dazu aufgefordert, ausformulierte Förderanträge zu stellen. Ohne den riesigen Einsatz der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren Teams wäre dies nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich allen im Namen der Universität Konstanz und auch persönlich herzlich danken. Die Arbeit, die für die Anträge geleistet wurde, die nicht zum Zuge gekommen sind, ist nicht umsonst. Denn die guten Ideen sind nicht verloren und wir werden sie anders umzusetzen wissen.“ Für die Universität Konstanz bleibt es damit spannend: Die vergleichenden Begutachtungen werden im Zeitraum Mai bis Juli 2007 durchgeführt werden. Die Entscheidung im Bewilligungsausschuss wird im Oktober 2007 fallen.
 
Chemical Biology
 
In der Graduiertenschule Chemical Biology sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Chemie, Biologie sowie Informatik- und Informationswissenschaft zusammenarbeiten. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, das komplexe, netzwerkartige Zusammenspiel von Molekülen, das physiologischen Prozessen auf zellulärer und systemischer Ebene zugrunde liegt, zu untersuchen. Im Rahmen dieser Untersuchungen spielen Proteine eine wichtige Rolle. Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind Makromoleküle und gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Sie verleihen der Zelle nicht nur Struktur, sondern sind die molekularen Maschinen, die für nahezu alle Prozesse des Lebens verantwortlich sind. Die Forschung in diesem Bereich ist auch ein wichtiger Schlüssel bei der Entwicklung neuer Therapiekonzepte für häufige und schwere Krankheiten. Im Rahmen der Graduiertenschule ist ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm geplant, das Forschungsaktivitäten über die Grenzen der traditionellen Disziplinen hinweg stärkt und ausbaut. Eine wichtige Grundlage für die Bildung der Graduiertenschule sind die bereits erfolgreich aufgebauten Bachelor- und Masterstudiengänge Life Science.
 
Multi-Disciplinary Study of Social Issues (MSSI)
 
Die Graduiertenschule Multi-Disciplinary Study of Social Issues (MSSI) wird eine Vielzahl neuartiger Forschungs- und Lehrmaßnahmen ergreifen, die die multi-disziplinäre Analyse sozialer Probleme erleichtern soll. Im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften, Informatik- und Informationswissenschaft, Mathematik und Statistik, Psychologie, Soziologie sowie Politik- und Verwaltungswissenschaft stehen drei brennende soziale Fragen unserer Zeit. Beim Problem des Erwerbs von Kompetenzen und Fertigkeiten wird danach gefragt, welche erleichternden Faktoren zu berücksichtigen sind. Welche Rolle spielen zum Beispiel die Familie, die Peer Group oder der Arbeitsplatz? Beim Problem sozialer Stress und Konfliktlösung fragen die Wissenschaftler nach den Risiken und Gefahren. Wer ständig unter Stress leidet, bleibt irgendwann in dieser trostlosen Situation verhaftet. Psychische und neuronale Defizite stellen sich ein oder der Griff zu Drogen wird als Ausweg gesehen. Schließlich will man beim Problem der kollektiven Entscheidungsfindung trotz sozialer Diversifikation heraus finden, wie Personen trotz unterschiedlicher sozialer Hintergründe und Interessen gut begründete gemeinsame soziale Entscheidungen treffen können. Promovierende sollen im Rahmen der Graduiertenschule zu diesen Problemfeldern eigene innovative Forschungsstränge entwickeln. Ziel ist es, das traditionelle deutsche Promotionsmodell zu überwinden und damit auch das altbackene Motto „Mein Lehrstuhl, mein Nachwuchs!“ Vielmehr geht es darum, Promovierenden einen idealen Forschungskontext anzubieten, der es ihnen erlaubt, sich zu unabhängigen Experten der multi-disziplinären Erforschung sozialer Probleme zu entwickeln.
 
Zukunftskonzept „Instititutional Strategy to promote top-level Research by the University of Konstanz”

In ihrem „Zukunftskonzept“ formuliert die Universität Konstanz das Ziel, zu einem führenden Zentrum für junge Spitzenforscher zu werden. „Zwei Ziele sind dafür gleich wichtig und komplementär: die Profilierung innovativer Forschungsschwerpunkte und die Förderung erfinderischer und leistungsstarker Forscherpersönlichkeiten“, so Prof. Dr. Gerhart v. Graevenitz, der Rektor der Universität. Im Mittelpunkt des Antrags steht der Ausbau des bereits bestehenden „Forschungszentrums für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ zu einem „Zukunftskolleg“.

Hinter der 3. Förderlinie verbirgt sich ein Förderinstrument für universitäre Gesamtkonzepte. Damit soll Spitzenforschung ausgebaut und international konkurrenzfähiger gemacht werden. Gegenstand der Förderung sind alle Maßnahmen, welche die Universitäten in die Lage versetzen, ihre international herausragenden Bereiche nachhaltig zu entwickeln und zu ergänzen und sich als Institution im internationalen Wettbewerb in der Spitzengruppe zu etablieren.

 



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