Energie, Umwelt und Mobilität

BAER – Bodensee-Alpenrhein-Energieregion

Die Regio Bodensee ist eine wirtschaftlich sehr dynamische und ökologisch hochwertige Region inmitten Europas. Sie zeichnet sich eine grosse Innovationskraft und ein hohes Mass an internationaler Vernetzung aus. Allerdings beruht die wirtschaftliche und kulturelle Dynamik auf Energiesystemen, die zum weitaus grössten Teil aus importierten Erdöl-, Erdgas-, Kohle- und Uranressourcen bestehen. Wie sieht die wirtschaftliche Zukunft der Bodenseeregion aus, wenn diese Ressourcen verknappen oder sie ökologisch nicht mehr tragbar sind? Was bedeutet es für andere Regionen?

Das Projekt BAER (Bodensee-Alpenrhein-Energieregion) prüfte die Chancen der Regio Bodensee, sich selbst mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Gleichzeitig sollten Risiken und Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Region übertragen werden.

Das Projekt hat gezeigt, dass der Raum BAER vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden kann – bis 2030 mit Strom, bis 2050 mit Wärme und E-Mobilität-Energie. Eine Wertschöpfung in Höhe von € 1.7 Milliarden bis 2020 ist möglich, auch 5‘300 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Die Effizienzpotenziale werden im Gebäudepark und Transport als gross angesehen, da die Integrationschancen für erneuerbare Energien enorm sind. Insbesondere der Transportsektor hat grosse Chancen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Aus Sicht des Projetteams kann auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zurückgegriffen werden.

Das von der IBH unterstützte Projekt Bodensee-Alpenrhein Energie- und Klimaregion (BAER) ist eines der Projekte, die für den IBK-Nachhaltigkeitspreis 2014 nominiert wurden. Es wurde vom Fürstentum Liechtenstein vorgeschlagen.

Die Ergebnisse des Projektes wurden im Buch “Regenerative Region Energie- und Klimaatlas Bodensee-Alpenrhein / Energy- and Climate Atlas Lake Constance-Alpine Rhine” veröffentlicht.

Das Projekt gehört zum Schwerpunktthema „Energie, Umwelt und Mobilität in der Regio Bodensee“

Beteiligte Projektpartner: Universität Liechtenstein (Projektleitung), Universität St. Gallen, HTWG Konstanz, HSR Rapperswil und ZHAW

Projektlaufzeit: 1.10.2009-31.3.2013

Hompage des Projektes

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Fluiddurchströmte Glasfassadenelemente – Fluidglas

Weltweit werden 40% des Energiebedarfs im Gebäudesektor verwendet, wobei Heizung und Kühlung für den Grossteil davon verantwortlich sind. Durch ein sog. fluiddurchströmtes Glasfassadensystems kann dieser Energieverbrauch signifikant reduziert werden. Hierbei handelt es sich um transparente Solarkollektoren, die als Bauteile in Hauswände integriert werden. Diese transparenten Kollektoren ersetzen zusätzlich die isolierende Gebäudehülle und bilden ein standardisiertes Bauteil. Ziel des Projektes ist es, Architekten und Ingenieure ein Produkt zu liefern, das die Effizienz ihrer Gebäude entscheidend verbessert. Im Vergleich zu konventionellen Doppelfassadensystemen können ca. 50 – 70cm an Fassadentiefe eingespart werden, wodurch die nutzbare Fläche des Gebäudes erhöht wird.

Die Forschungsergebnisse führten zu neuartigen Lösungen bei flüssigkeitsdurchströmten Fassaden. Es konnten Prototypen mit zwei flüssigkeitsführenden Schichten entwickelt werden. Eine entsprechende Patentanmeldung erfolgte. Aufbauend auf den Projektergebnissen konnte im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms – Energy ein Antrag über 5 Mio. € erfolgreich eingereicht werden. Neben der Universität Liechtenstein und der NTB Buchs sind 9 weitere europäische Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft an diesem Projekt beteiligt.

Das Projekt gehört zum Schwerpunktthema „Energie, Umwelt und Mobilität in der Regio Bodensee“ der Internationalen Bodensee-Hochschule.

Beteiligte Projektpartner: Universität Liechtenstein (Projektleitung), NTB Buchs.

Weitere beteiligte Hochschulen (nicht IBH-Hochschulen, separat finanziert): Technische Universität München, Institut für Stahlbau „ICOM“ der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne EPFL

Projektlaufzeit: 1.4.2009-31.3.2012

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Green Destination

Beim Management von Destinationen konzentriert man sich hinsichtlich der Steuerung relevanter Prozesse traditionell auf Aspekte wie Zeit, Kosten oder Qualität, vernachlässigt aber häufig ökologische und soziale Gesichtspunkte. Viele dieser Destinationen werden heute mit der Herausforderung konfrontiert, dass Energie und natürliche Ressourcen immer knapper bzw. teurer werden. Vor diesem Hintergrund besteht beim Destinationsmanagement allein schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen die Notwendigkeit, Ressourcen und Energie in den Prozessen effizient einzusetzen. Weitere Treiber für eine effiziente Ressourcen- und Energienutzung sind die Wünsche ökologisch bewusster Kunden, sich bei der Nutzung von Dienstleistungen umwelt- und ressourcenbewusst zu verhalten. Eine nachhaltige Gestaltung der gesamten Prozesse und Wertschöpfungsnetzwerke im Destinationsmanagement bedarf jedoch einer ganzheitlichen Betrachtung.

Ziel

Ziel des Projekts Green Destination war es, den Tourismus in der Bodenseeregion auf lange Sicht nachhaltiger zu gestalten und die Entwicklung und Anpassung von Angeboten an die Folgen des Klimawandels aktiv zu unterstützen. Die Erfahrungen im Tourismus zeigen, dass das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung zunimmt und immer mehr Gäste einen ressourcenschonenden Umgang mit Natur und Landschaft wünschen. In der Praxis fehlen den touristischen Entscheidungsträgern aber häufig die Zeit oder das Know-how, um die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen einer Anpassung abschätzen zu können. Das Projekt Green Destination setzte an der konzeptionellen Entwicklung eines praxistauglichen, nachhaltigen Managementcockpits für touristische Destinationen an. Unter einem nachhaltigen Managementcockpit ist ein intelligentes Software-System zu verstehen, das dem Monitoring und Benchmarking der relevanten Nachhaltigkeits-Kennzahlen und Indikatoren im Destinationsmanagement sowie zu deren Kommunikation und Verbreitung dient.

Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurden Destinationen in den Pilotregionen Bodenseeraum und Zürichsee in den teilnehmenden Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) ausgewählt, die naturnahe oder auch kulturelle Tourismusprojekte vermarkten. Die Ist-Aufnahme hat gezeigt, dass vor allem in den größeren Destinationen keine konkrete Grüne Vision und Mission vorliegt und eine strukturierte Herangehensweise oftmals nicht vorhanden ist. Insbesondere für (grenzüberschreitende) Destinationen empfiehlt sich der Einstieg in das ökologische Nachhaltigkeitsmanagement durch eine Fokussierung auf zunächst wenige strategische Ziele/Indikatoren in einem festgelegten Bereich, der mit einer ersten Transparenz und Relevanzbewertung erschlossen werden kann. Ein verbindendes Nachhaltigkeitsthema, das große Auswirkungen auf die ökologische Umwelt hat und über die Ländergrenzen hinweg eine große Rolle für die erfassten Destinationen spielt, ist beispielsweise der Bereich der nachhaltigen Mobilität. Die Einführung eines ökologischen Nachhaltigkeitsmanagements in das Feld der nachhaltigen Mobilität kann die Komplexität des Themas auf handhabbares Maß reduzieren und die Begründung für ein erfolgreiches grünes Destinationsmanagement darstellen.

Als Ergebnis des Projektes wurden Nachhaltigkeitskennzahlen erarbeitet, die mit Hilfe eines webbasierten Tools erfasst und ausgewertet werden können, um ein Benchmarking vorzunehmen und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

„Ein webbasiertes Managementcockpit liefert Tourismusdestinationen ein wertvolles Instrument für die Entwicklung von Strategien zu mehr Nachhaltigkeit.“

Beteiligte Projektpartner: HTWG Konstanz (Projektleitung), HSR Rapperswil

Projektlaufzeit: 1.7.2013-31.3.2014

Projektseite an der HTWG

Masterstudierende forschen im Projekt „Green Destination“ an der HTWG Konstanz

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Mobility Lake- nachhaltiges Mobilitätskonzept für Tourismus und Freizeit in der Bodenseeregion

Das Projekt hatte ein „Nachhaltiges Mobilitätskonzept für Tourismus und Freizeit in der Bodenseeregion“ im Fokus. Mobilität ist Voraussetzung für Tourismus und Naherholung, der durch sie verursachte Verkehr kann den Erholungswert jedoch negativ beeinflussen. Nachhaltige Mobilität gewinnt mit Fragen der CO2-Reduktion, Ressourcenknappheit und Energiewende allgemein immer mehr an Relevanz in der gesellschaftlichen Diskussion. Die Bodenseeregion könnte hier mit einem Konzept nachhaltiger Mobilität zur Modellregion werden; mit vier angrenzenden Ländern ergibt sich dabei eine Notwendigkeit zur länderübergreifenden Kooperation – im Bereich Mobilität und Verkehr eine besondere Herausforderung.

Die Initiative geht auf einen IBH-Workshop zurück, aus dem eine Arbeitsgruppe „Mobility Lake“ entstanden ist. Das Projekt beinhaltete Forschungstätigkeiten, die Intensivierung des Netzwerkes, die Bildung eines Konsortiums für die Antragstellung und die Etablierung von Kollaborationsformen. In einer Vorstudie soll die Ausgangssituation in Bezug auf Tourismus, Verkehr, länderübergreifende Kooperation und Potenzialen für nachhaltige Mobilitätanalysiert werden. Ergänzend ist eine Reihe von Workshops geplant – zur intensiveren Vernetzung und Erarbeitung eines Antragskonzeptes.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Region den gesamten Verkehr für alle Zwecke mit berücksichtigen muss, und nicht nur die Freizeit- und Tourismusmobilität. In der Region besteht ein von regionalen Akteuren formulierter Handlungsbedarf bezüglich der Verkehrsbelastung und der Verbesserung im grenzüberschreitenden Verkehr. Ein Konzept für nachhaltige Mobilität Bodensee braucht ein Leitbild als attraktive Zielvorstellung, die zum Handeln motiviert. Gefordert wurde, Mobilität neu zu denken. Erfolgreiche Lösungen brauchen Zeit, hier wird weiterer Handlungs- und Forschungsbedarf gesehen.

Beteiligte Projektpartner: ZHAW (Projektleitung), HTWG Konstanz

Projektlaufzeit: 1.1.2012-31.7.2012

Projektseite der ZHAW

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Pumpensysteme: Anwendung von fortgeschrittenen Regelungs- und Diagnoseverfahren bei Pumpensystemen

Die Erzeugung von Energie bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt ist eine zentrale Herausforderung für die Zukunft. In Mitteleuropa entfallen ca. 20 % des industriellen Stromverbrauchs auf den Betrieb von Pumpensystemen. Durch die Optimierung von Pumpensystemen können Schätzungen zufolge bis 50% des jährlichen Strombedarfs eingespart werden. Ziel des Projektes war es, fortgeschrittene Verfahren zur Regelung und Diagnose für Pumpensysteme zu entwickeln und zu implementieren.Der Industriepartner Allweier AG aus Radolfzell ist Lieferant von grossen Kraftwerksplanern und Energieanlagenbauern, so dass die Forschungsergebnisse direkt in die Praxis gelangen.

Als Projektergebnis konnte ein voll funktionstüchtiger Prototyp erstellt werden, der sowohl Aspekte der modellbasierten Regelung als auch der modellbasierten Diagnose überzeugend darstellt. Weitere fortgeschrittene Verfahren wie der Einsatz neuronaler Netze, Fuzzy Logic und erweiterter Kalman-Filter wurden eingehend untersucht. Ebenso wurden Aspekte der Integration in bestehende Informationssysteme im Detail bearbeitet und veröffentlicht. Schließlich konnten sogar Aspekte der vorausschauenden Systementwicklung (Design for Diagnosis) sowie der wirtschaftlichen Bewertung und der kundenorientierten Argumentation über integrierte Funktionalitäten von Regelung, Diagnose und Monitoring beleuchtet werden.

Das Forschungsthema gehört zum Schwerpunktthema „Energie, Umwelt und Mobilität in der Regio Bodensee“ der Internationalen Bodensee-Hochschule.

Beteiligte Projektpartner: HS Ravensburg-Weingarten (Projektleitung), HSR Rapperswil

Projektlaufzeit: 1.4.2009-31.12.2012

ProjektPlakate_A4_Pumpensysteme

IBH-Film