Regional- und Standortentwicklung

Bodensee Geschäftsklimaindex BGKI

Der Bodensee Geschäftsklimaindex BGKI ergänzt die nationalen Geschäftsklimaindizes um eine internationale, grenzüberschreitende Perspektive.

Der Bodensee Geschäftsklimaindex BGKI.net ist der konjunkturelle Stimmungsindikator für die internationale Bodenseeregion. Er basiert  auf einer regelmässigen Online-Umfrage unter Unternehmen, in der Daten zur aktuellen und prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklung gewonnen werden. Diese können in Verbindung mit einer Auswertung den EntscheidungsträgerInnen in Wirtschaft und Politik wichtige Zusatzinformationen liefern und einen Input für die Bearbeitung  regionalökonomischer Fragestellungen bilden.

Mittels der IBH-Förderung konnte die zweijährigen Pilotphase ausgeweitet werden, um zu einer repräsentativen Erweiterung der teilnehmenden Unternehmen sowie zu  einer Vernetzung mit weiteren Projektpartnern zu gelangen. Studierenden verschiedener Hochschularten erlangen Praxiserfahrung im Umgang mit Befragungs- und Datenanalysemethoden.

Beteiligte Projektparner: Universität Konstanz (Projektleitung), Universität Liechtenstein und HS Ravensburg- Weingarten

Projektlaufzeit: 1.3.2010-31.12.2012

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E-Society Bodensee 2020: Impulse für offene gesellschaftliche Innovation in der Bodensee-Region

Staat und Verwaltung verändern sich, öffnen sich und werden zunehmend bürgernäher. Auch der Stil im Umgang miteinander wandelt sich. An Ideen, Impulsen und Vorschlägen von ganz unterschiedlichen Akteuren mangelt es kaum. Innovationspotentiale, Ideen- und Kreativwettbewerbe werden bereits heute schon oftmals eingesetzt, um externe Wissensressourcen zu nutzen.

Ziel

Das Projekt eSociety Bodensee 2020 beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie offene Innovation zur Lösung gesellschaftlicher Fragen in der Bodensee-Region beitragen kann. Unter der Verwendung von Open Innovation Ansätzen sollten Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden.

Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurden in der Bodenseeregion erste herausragende Praxisbeispiele offener gesellschaftlicher Innovation analysiert, wie z.B. „Sag’s doch“ als Bürgerhinweisservice der Stadt Friedrichshafen, der Mängelmelder „Züri wie neu“ und die Partizipationsplattform „mySG“ der Stadt St. Gallen. Auch wurden eigene Pilotprojekte in der Region angestoßen. So entstand in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum mit „Du bisch dra!“ ein Ideen- und Kreativwettbewerb, bei dem es darum ging, gemeinsam mit der Liechtensteinischen Bevölkerung das Landesmuseum der Zukunft zu gestalten. Die Zeppelin Universität rief zur „Mapping-Aktion“ mit der Wheelmap auf, um in Friedrichshafen, Konstanz, Lindau und St. Gallen gemeinsam öffentliche Orte hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zu bewerten.

Der zweite Schwerpunkt der Aktivitäten lag in der strukturierten Erfassung und systematischen Evaluation der Werkzeuge, die offene gesellschaftliche Innovation befördern können. In einem frei zugänglichen Werkzeugkasten für offene gesellschaftliche Innovation (The Open Societal Innovation Toolbox (TosiT): http://www.tosit.org) sind die Evaluationsergebnisse zusammengefasst. Der Katalog mit seinen acht Kategorien soll Interessierten aus der Bodenseeregion helfen, geeignete Werkzeuge und Dienste für innovative Projekte zu finden. Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird es so vereinfacht, auf vorhandene Angebote zu offener gesellschaftlicher Innovation zurückzugreifen und diese in ihren Vorhaben einzusetzen. Derzeit sind mehr als 170 Werkzeuge in der TosiT-Datenbank erfasst.

Für eine innovative Region wird es jedoch nicht ausreichen, nur auf die entsprechenden Dienste und Werkzeuge zu verweisen. Das Potential dieser Dienste muss von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erkannt, verstanden und praktisch erprobt werden, um mit guten Ideen und wertvollen Impulsen zu überzeugen. Zugleich sind Initiatoren, Koordinatoren und Aktivisten, die sich von einem Einsatz dieser Dienste echte Mehrwerte für ihr Anliegen und eine professionelle Unterstützung versprechen, im Umgang mit diesen Diensten zu schulen und zu trainieren. Bürgern muss es zudem sehr leicht gemacht werden, sich und ihre Kreativität in entsprechende gestalterische Vorhaben einzubringen.

„Schließlich liegt es an uns, also an den Bürgern, Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Wirtschaftstreibenden in der Region, welche Impulse wir in innovative Prozesse einbringen und was wir letztendlich daraus machen wollen.“ Prof. Dr. Jörn von Lucke, Projektleiter, Zeppelin Universität

Beteiligte Projektpartner: Zeppelin Universität (Projektleitung), Universität Liechtenstein, FHS St.Gallen

Projektlaufzeit: 1.1.2012-31.12.2014

Projekthomepage

Projektseite der FHS St.Gallen

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Folienprasentation Projekt eSociety


Invista-WTI / Innovationsportal zur Unterstützung von Wissenstransfer und Innovationsvorhaben

Innovationsfähigkeit ist für Unternehmen ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. In immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen sollen neue Ideen und Produkte entwickelt werden. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen stellt dies eine sehr große Herausforderung dar. Sie haben vielfach nicht die erforderlichen Ressourcen oder Kompetenzträger in ihrem Unternehmen oder sind durch die Integration in das tägliche operative Geschäft nicht in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen. Um stetig Innovationen generieren zu können, sind diese Unternehmer auf externe Ressourcen angewiesen. Dabei handelt es sich nicht nur um qualifiziertes Fachpersonal, das Forschungs- und Entwicklungsprojekte vorantreibt. Auch die Unsicherheit vieler Unternehmer hinsichtlich Kooperationsmöglichkeiten mit öffentlichen Forschungseinrichtungen sowie organisatorische Bedenken mit dem damit verbundenen Koordinationsaufwand spielen eine wichtige Rolle.

Ziel

Ziel des Projektes INVISTA war der Aufbau eines Innovationsportals, das über die reine Kontaktvermittlung einzelner Know-how-Felder hinaus geht und den Unternehmen wissenschaftliche Begleitung für alle Schritte eines Innovationsprozesses anbietet. Zur Überprüfung der Praxistauglichkeit und der direkten Anbindung an die Bedürfnisse von potenziellen Unternehmen für den Wissens- und Technologietransfer erfolgte die Einbindung eines Pilotunternehmens.

Ergebnisse

Das im Rahmen des Projektes entwickelte Innovationsportal „inno4regio“ basiert auf einem generischen Innovationsprozess. Mittels standardisierten Prozessen soll den Unternehmern die Möglichkeit gegeben werden, externe Innovationsvorhaben durch eine Problemanalyse anzustoßen und Partner aus Hochschulen einzubeziehen. Unternehmen können die Themenstellung ohne Koordinationsaufwand über den öffentlich zugänglichen Bereich des Portals eintragen. Nach Eingang der Anfrage wird mit geeigneten Forschern aus den IBH-Mitgliedshochschulen Kontakt aufgenommen und sie finden sich – je nach Fragestellung – in hochschularten- und grenzüberschreitenden Teams zusammen. Hat sich das Unternehmen für die Zusammenarbeit mit den IBH-Forschenden entschieden, greift die zweite Funktion des Portals: Passwortgeschützt und unternehmensspezifisch können sich im Sinne eines Open Innovation Ansatzes in einem nicht öffentlichen Bereich (Outside-In-Prozesse) alle Projektbeteiligten austauschen – von der Ideenentwicklung über die Projektplanung bis zur Markteinführung, einschliesslich Fragen der Lizenzierung und Patentierung. Dieser Bereich kann sehr komplex sein, schliesslich ist denkbar, dass Professoren einer badischen Hochschule mit Forschenden einer Schweizer Hochschule sowie den Vertretern eines österreichischen Unternehmens zusammenarbeiten.

Durch die Vorgabe von bereits entwickelten Rahmenverträgen sowie Prozessschritten erleichtert das Innovationsportal eine schnelle und effiziente Projektabwicklung. Der Zugriff auf das fachliche sowie kreative Potenzial von 30 Hochschulen im IBH-Verbund ist dabei ein Alleinstellungsmerkmal, welches in dieser Form bisher noch nicht am Markt existiert.

„Das Portal bringt Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und vereinfacht den Zugriff der Unternehmen auf die unterschiedlichen Wissensfelder innerhalb der IBH-Hochschulen.“

Beteiligte Projektpartner: HTWG Konstanz (Projektleitung), FHS St.Gallen

Projektlaufzeit: 1.1.2012-30.6.2014

Weitere Informationen zu inno4regio im Info-Film

www.inno4regio.com


RegGen- Regionenbezogenes Generationenmanagement

Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel wirken sich auf Klein-und Mittelunternehmen (KMU) in ländlichen Regionen in besonderer Weise aus. Die Entwicklung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • abnehmende Anzahl an beruflichen Nachwuchskräften
  • abnehmende Verfügbarkeit von Fach-und Führungskräften
  • Notwendigkeit, Arbeitnehmer länger in der Berufstätigkeit zu belassen
  • Notwendigkeit, „Reservegruppen“ des Arbeitsmarktes für eine Erwerbstätigkeit zu mobilisieren
  • im Vergleich zum urbanen Raum eine stärker belastete wirtschaftliche und soziale Situation durch tendenzielle Wanderbewegungen in Richtung Ballungsgebiete.

Das Projekt RegGen geht davon aus, dass die Verfügbarkeit von Humankapital nicht nur für einzelne Unternehmen zum (einschränkenden) Wettbewerbsfaktor wird, sondern für ganze Regionen. Dies wurde in der grenzüberschreitenden Regio Bodensee gezeigt. Um das Fachkräfteangebot qualitativ und quantitativ nachhaltig zu sichern, ist es notwendig, als attraktive Region Potenziale anzuziehen und zu halten sowie umfassende Möglichkeiten zum Aufbau und zur Entwicklung von Kompetenzen vorzuhalten. Es bestehen zwar bereits zahlreiche Initiativen, um auf den Bedarf von Erwerbspersonen unterschiedlichen Alters an der Schnittstelle Beruf/ Privatleben einzugehen. Diese sind aber in ihrer Gesamtheit für Betroffene meist schwer erkennbar, nicht immer zugänglich und oft nicht aufeinander abgestimmt.

Ziel

Ziel des Projektes war es, eine Beschreibung, Bewertung und Förderung regionaler und grenzüberschreitender Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung für Fach- und Führungskräfte aus den besonders betroffenen Branchen IKT und Industrie vorzunehmen.

Ergebnisse

Das Projekt führte im Entwicklungsteil bereits bestehende Angebote zusammen und identifizierte den bisher nicht gedeckten Bedarf an Massnahmen des Generationenmanagements. Der Fokus lag dabei auf einer lebenslaufbezogenen beruflichen und persönlichen Entwicklung. Es wurden konkrete Vorschläge für die systematische Weiterentwicklung des regionalen Angebots erstellt. Als Ergebnis des Projektes wurde u.a. ein Selbstevaluierungsinstrument entwickelt, das es KMU ländlicher Regionen erlaubt, Generationenmanagement eigenständig zu evaluieren und daraus Massnahmen abzuleiten. Dieses Instrument dient zur Selbsteinschätzung von Unternehmen inwieweit bereits betriebliche Maßnahmen für ein Generationenmanagement vorliegen und wie weitere Aktivitäten den Umgang mit demografischen Veränderungen noch optimieren können. Das Gesamtkonzept kann dann durch betriebsinterne Expertise beurteilt werden. Bei ermitteltem Optimierungspotenzial werden zu den verschiedenen Themenbereichen Maßnahmen empfohlen. So kann Wertschätzung gegenüber unterschiedlichen Altersgruppen und eine lebensphasensensible Laufbahnplanung auch einen Standortfaktor für die Region darstellen. Zudem können unternehmensübergreifende Lösungen und Demografie taugliche Personalstrategien durch gesteigerte Flexibilität zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen.

Im Buch „Fredersdorf, F./ Jüster, M./ Olbert-Bock, S./ Otto, U. (Hg.) (2104): Generationenmanagement im östlichen Bodenseeraum. Unternehmen durch den demografischen Wandel begleiten. i.E. Lambertus.“ sind die Ergebnisse des Projektes publiziert.

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), FH Vorarlberg, HS Kempten

Projektlaufzeit: 1.1.2012-30.6.2014

Projektseite der FHS St.Gallen

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Soziale Nachbarschaften – Schlüsselfaktor einer Regionalentwicklung

Es wurden, ausgehend von den Wohngeschichten der Bewohnerinnen zweier Grenzgemeinden des Rheintals (A, CH), aktuelle Formen Sozialer Nachbarschaften untersucht. Das Erkenntnisinteresse lag dabei im Zusammenhang zwischen den strukturell gesteuerten Bedingungen von Nachbarschaften, der gelebten Dimension relevanter Einheiten für die Bewohnerinnen im Alltag und ihre gelebten Nachbarschaftsbeziehungen sowie den territorialen Gegebenheiten gebauter Siedlungsrealitäten und ihre Auswirkungen auf aktuelle Formen des Zusammenlebens. Die Rekonstruktion sozialer Nachbarschaften im Zusammenspiel dieser drei zentralen Gestaltungsperspektiven sollte zu Erkenntnissen über Gestaltungsprozesse führen, die in der Regionalentwicklung aufgegriffen werden können.

Das Rheintal dient dabei als Modellregion, da die spezifischen Herausforderungen wie Zersiedelung, Verkehrsprobleme oder Arbeitsmigration auch auf andere Gebiete der IBH- Region übertragen werden können. Für die konkrete Region Bodensee wird es über die sozialen Nachbarschaften u.a. möglich, Perspektiven für die Imagebildung und Entwicklung einer gelebten Region aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Zusammenhänge zwischen gelebten, geplanten und politisch gesteuerten Formen Sozialer Nachbarschaften. Die Durchführung als Kooperationsprojekt ermöglichte einen interdisziplinären Zugang zum Thema (Sozialwissenschaften, Raumplanung, Architektur). Als zentrales Ergebnis wurde ein Spannungsfeld sichtbar, welches sich zwischen der jeweiligen Perspektive der Akteurinnen und Akteure und den damit verbundenen Interessen, gängigen Nachbarschaftsbildern bzw. Vorstellungen von Nachbarschaft, alltäglich gelebten Formen sowie Umsetzungsstrategien aufspannt. Zudem wurden Herausforderungen sichtbar, die sich durch die unterschiedlichen Zeitpunkte ergeben, an denen verschiedene Akteurinnen und Akteure Soziale Nachbarschaften gestalten. Ansatzpunkte für Gestaltungsmöglichkeiten sind unter Berücksichtigung dieser Logiken vorwiegend auf einer Prozessebene auszumachen. Zurzeit sind drei Publikationen in unterschiedlichen Fachzeitschriften in Erarbeitung.

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), FH  Vorarlberg, Universität Liechtenstein und HSR Rapperswil

Projektlaufzeit: 1.3.2011-30.6.2013

Projektseite der FHS St.Gallen

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