Gesundheit

Im Rahmen des Calls 2014 wurden Schwerpunktprojekte zum Thema „Gesundheit“ ausgeschrieben. Folgende Projekt konnten bewilligt werden.

Gesundheitsökonomie – int. Vergleich von Behandlungskosten und -pfaden

Beim länderübergreifenden Kostenvergleich für die Behandlung bestimmter Erkrankungen lassen sich für offenbar gleiche Produkte und Leistungen grosse Diskrepanzen zwischen der Schweiz und dem angrenzenden Ausland erkennen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist, ob sich diese Preisunterschiede lediglich auf das unterschiedliche Lohnniveau in den einzelnen Ländern zurückführen lassen oder ob es weitere Kostentreiber gibt. Auch ist zu hinterfragen, ob hinter der Behandlung der gleichen Erkrankung unterschiedliche Behandlungspfade stehen, ob also beispielsweise die Qualität eines Schweizer Behandlungspfades so viel besser ist, dass es die Kostendifferenz rechtfertigt.

Das Gesundheitssystem in jedem der betrachteten Länder ist gewissen Rahmenbedingungen unterworfen. Diese sind insbesondere politischer und ökonomischer Art und bestimmen, welche Leistungen erbracht werden und wie viele der Kosten  erstattet werden. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Behandlungskosten und –pfade für eine ausgewählte chronische Krankheit zu untersuchen und zu optimieren. Auf dieser Basis sollen Handlungsempfehlungen für die beteiligten Umsetzungspartner erarbeitet und Ideen für neue Geschäftsmodelle eruiert werden. Dabei sollen Kosten-Nutzen-Aspekte berücksichtigt werden und insbesondere Patientenzufriedenheit und Clinical Outcomes analysiert und operationalisiert werden. Das Projekt bietet die Möglichkeit, erstmalig einen länderübergreifenden Vergleich von Kosten und Leistungen im Gesundheitswesen vorzunehmen. Die Bodenseeregion könnte dadurch international eine Vorreiterfunktion einnehmen.

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefördert.

Keywords: Optimierung Behandlungskosten und -pfade, chronische Krankheiten

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), Fachhochschule Vorarlberg, Hochschule Ravensburg-Weingarten

Projektlaufzeit: 1.6.2014 – 28.2.2016

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_Gesundheiitsökonomie

Beitrag im Magazin „substanz“ der FHS St.Gallen (1/2015)


Optische Hybridsensoren für in-vitro Diagnostik

Ein Hauptelement des optischen Hybridsystems, das im Projekt entwickelt und auf seine prinzipiellen Anwendungsmöglichkeiten in der Medizintechnik, Diagnostik oder Vor-­Ort‐Analytik getestet werden soll, sind GRIN-Linsen(Gradienten-­Index‐Linsen) mit hoher numerischer Apertur. Diese kostengünstigen Linsen werden millionenfach zur Miniaturisierung und Integration faseroptischer Systeme eingesetzt.

Das Projekt verfolgt das Ziel, eine Technologieplattform für ein optisches Hybridsystem bestehend aus Gradientenoptiken (GRIN-Optiken) und optischen Mikroresonatoren zu entwickeln. Es werden biochemische Modellassays zur Evaluierung der Anwendbarkeit dieses Systems in der in-vitro Diagnostik und Sensorik für Anwendungen in den Bereichen Medizintechnik, E-Health, Umwelt- oder Lebensmittelanalytik durchgeführt.

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefürdert.

Keywords: Medizintechnik, E-Health, Optische Hybridsendoren, in-vitro Diagnostik

Beteiligte Projektpartner: ZHAW (Projektleitung), Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Hochschule Furtwangen

Projektlaufzeit: 1.6.2014 – 31.5.2016

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_opt-Hybridsensoren

Interview mit Dieter Stoll, Projektleiter der Hochschule Albstadt-Sigmaringen


SmartSleep

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines mobilen Health Systems, das für die Benutzer des Systems Zusammenhänge zwischen Lebensstil bzw. Verhaltensweisen und gesundheitlichem Befinden identifiziert. Als konkretes Anwendungsszenario sind Zusammenhänge zwischen täglichem Verhalten und Schlafqualität vorgesehen. Schlafprobleme sind eine Begleiterscheinung vieler chronischer Krankheiten und für eine Reihe von Krankheiten (z.B. Burn-out) mit verantwortlich.

Die gefundenen Zusammenhänge geben wertvolle Hinweise, wie die Benutzer ihre Schlaf- und damit Lebensqualität durch Verhaltensänderung verbessern können. Das im Projekt zu erstellende System besteht aus einem Smartphone, Sensoren für die Erfassung verschiedener Vitaldaten und für die Erfassung von Kontextdaten (wie Bewegungsaktivität, Standort, Licht) sowie einem Backend, auf dem die Zusammenhänge zwischen den erfassten Sensordaten mittels Datenanalyse identifiziert werden. Durch den Einsatz mobiler Sensoren können mehr Parameter erfasst werden und dies über einen längeren Zeitraum als in klinischen Studien üblich, sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Während es heutzutage einfach ist, mit Hilfe mobiler Smartphone Apps und Geräten wie Fitbit und Jawbone Up riesige Datenmengen zu Schlaf- und Lebensgewohnheiten zu sammeln, bereitet deren Interpretation sowie das Erkennen von Mustern und Zusammenhängen weiterhin grosse Schwierigkeiten, da die dafür notwendigen Analysekomponenten fehlen.

Das beantragte Projekt schliesst diese Lücke. Es wird eine Datenanalysekomponente durch Kombination und Konfiguration bestehender Data-Mining-Algorithmen erstellt, welche speziell auf das Anwendungsszenario Schlaf zugeschnitten ist. Anschliessend wird daraus ein generalisiertes Datenanalyse-Framework abgeleitet, das für ähnliche Szenarien (z.B. Essstörungen, Stress, Burn-out) leicht wiederverwendbar ist. Das Projektkonsortium ist stark interdisziplinär aufgestellt, umfasst Partner aus drei Ländern und bringt Unternehmen, Hochschulen und ein Spital zusammen, deren Kompetenzen sich ideal ergänzen. Die Breite des Konsortiums gewährleistet ferner, dass die Projektergebnisse breit aufgenommen und verwertet werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die beiden Netzwerke BioLAGO und cyberLAGO, über die eine Vernetzung des Projekts mit weiteren Stakeholdern in der Bodenseeregion und damit eine Verbreitung der Ergebnisse schon während der Projektlaufzeit erfolgen kann.

Das Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefördert.

Keywords: mobiles Health System, Schlafqualität

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), Fachhochschule Vorarlberg, HTWG Konstanz

Praxispartner: myVitali ag, Barmelweid, Biovotion AG

Projektlaufzeit: 1.9.2014 – 30.3.2017

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_Smartsleep