Schwerpunktprojekte

Schwerpunktprojekte sind angewandte Forschungsprojekte zu den Themen „Energie, Umwelt und Mobilität in der Bodenseeregion“ sowie „Bildung, Soziales und Gesundheit mit besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels“. Die Rahmenbedingungen der Projektförderung werden über einen Call ausgeschrieben (max. 200‘000 € Zuschuss).

Alltagskunst als Innovations- und Integrationsfaktor in Unternehmen der Bodenseeregion – eine Illustration am Beispiel der Musik

Im geplanten Forschungsprojekt „Alltagskunst als Innovations- und Integrationsfaktor“ soll am Beispiel der Musik festgestellt werden, welche Voraussetzungen, Prozesse und Ergebnisse der Kooperation zwischen Wirtschaftsunternehmen und Kunst bzw. Künstlern/innen in der Bodenseeregion existieren und wie sich die Kompetenzen von Musikern/innen in Unternehmen umsetzen bzw. nutzen lassen. Auf der Basis der Resultate soll ein Handbuch entwickelt werden, das sich an Unternehmen und Musiker/innen richtet.

Das Handbuch soll zum einen aufzeigen, wie und auf welche Art und Weise von Unternehmen Musiker/innen zur Unterstützung von Innovations- und Integrationsprozessen und damit zur Unternehmensentwicklung eingesetzt werden können. Andererseits adressiert es Musiker/innen aus der Bodenseeregion und gibt Handlungsempfehlungen, welche Art von Unternehmen unter welchen Rahmenbedingungen und mittels welcher Kompetenzen als Auftraggeber in Frage kommt.

Um aufzuzeigen, wie die Musik in die Unternehmensstrategie und/oder in die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit integriert werden kann, ist vorgesehen, für die am Projekt beteiligten Wirtschaftsunternehmen im Rahmen eines Pilotprojekts Workshops mit Unternehmen und Musikern/innen durchzuführen und einen konkreten Umsetzungsplan zu entwickeln. Dabei sollen neben dem integrativen Charakter der Musik im Sinne von Diversity insbesondere auch die von Musik ausgehenden innovativen Impulse für Unternehmen Beachtung finden.

Beteiligte Projektpartner:

Prof. Dr. Wilfried Lux, FHS St.Gallen (Projektleitung)

Prof. Evelyn Fink-Mennel, Vorarlberger Landeskonservatorium

Prof. Dr. Pietro Morandi, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

Projektlaufzeit: 1.1.2017 – 31.10.2018

Umfrage: Wir such Musiker (und Unternehmen), die über ihre Erfahrungen (oder Erwartungen) berichten können.

Ab März 2017 wird eine Umfrage in der Region D-A-CH (Deutschland, Österreich, Schweiz) starten, um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Zusammenarbeit von Künstler/-innen und Wirtschaftsunternehmen zu machen. Dazu suchen wir Künstler/-innen (vor allem Musiker/-innen) und Unternehmen, die über ihre Erfahrungen (oder Erwartungen) berichten können. Wir bitten diejenigen, die bereit sind, im Rahmen einer Online-Erhebung oder in einem persönlichen/ telefonischen Interview darüber zu erzählen, sich bei uns zu melden.

Kontakt: FHS St.Gallen, Institut für Unternehmensführung

Frau Liselotte Arnet, Tel.: +41 71 226 13 80, Email: Liselotte.Arnet@fhsg.ch.

Mitwirkenden bietet sich Gelegenheit, sich untereinander sowie mit den mitwirkenden Unternehmen zu vernetzen. Wir freuen uns von Ihnen zu Hören.


E-Destination Bodensee

Elektromobilität gilt als Zukunftstechnologie und ist mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt und einer Mobilitätswende verbunden. Insbesondere im Tourismus ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Diese Potenziale werden in der Bodenseeregion noch nicht ausreichend genutzt. Daher ist es das Ziel des Projekts, Erfolgsfaktoren und Hemmnissen von touristischer E‐Mobilität zu erfassen.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Erfassung und Vernetzung touristischer E‐Mobilitäts‐Angebote in der Bodenseeregion, Erstellung eines Strategie‐ und Handlungskonzeptes EMobility Bodensee, sowie die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und Angebotspakete unter Einbezug von ubitricity. Ubitricty bietet ein innovatives Ladekabel und damit einen niederschwelligen Zugang zu Elektromobilität an und wird das Projekt als Industriepartner unterstützen. Das Projekt leistet einen positiven Beitrag für Umwelt und Wirtschaft und bereitet den Aufbau der E‐Destination Bodensee vor.

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Mobilität“ gefördert.

Keywords: E-Mobilität, Tourismus

Beteiligte Projektpartner: HTWG Konstanz (Projektleitung), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW

Praxispartner: ubitricity ‐ Gesellschaft für verteilte Energiesysteme mbH

Projektlaufzeit: 1.1.2016 – 31.12.2017

IBH-Projektposter: IBH_ProjektPlakat_A0_EDestination


Gesundheitsökonomie – int. Vergleich von Behandlungskosten und -pfaden

Beim länderübergreifenden Kostenvergleich für die Behandlung bestimmter Erkrankungen lassen sich für offenbar gleiche Produkte und Leistungen grosse Diskrepanzen zwischen der Schweiz und dem angrenzenden Ausland erkennen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist, ob sich diese Preisunterschiede lediglich auf das unterschiedliche Lohnniveau in den einzelnen Ländern zurückführen lassen oder ob es weitere Kostentreiber gibt. Auch ist zu hinterfragen, ob hinter der Behandlung der gleichen Erkrankung unterschiedliche Behandlungspfade stehen, ob also beispielsweise die Qualität eines Schweizer Behandlungspfades so viel besser ist, dass es die Kostendifferenz rechtfertigt.

Das Gesundheitssystem in jedem der betrachteten Länder ist gewissen Rahmenbedingungen unterworfen. Diese sind insbesondere politischer und ökonomischer Art und bestimmen, welche Leistungen erbracht werden und wie viele der Kosten  erstattet werden. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Behandlungskosten und –pfade für eine ausgewählte chronische Krankheit zu untersuchen und zu optimieren. Auf dieser Basis sollen Handlungsempfehlungen für die beteiligten Umsetzungspartner erarbeitet und Ideen für neue Geschäftsmodelle eruiert werden. Dabei sollen Kosten-Nutzen-Aspekte berücksichtigt werden und insbesondere Patientenzufriedenheit und Clinical Outcomes analysiert und operationalisiert werden. Das Projekt bietet die Möglichkeit, erstmalig einen länderübergreifenden Vergleich von Kosten und Leistungen im Gesundheitswesen vorzunehmen. Die Bodenseeregion könnte dadurch international eine Vorreiterfunktion einnehmen.

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefördert.

Keywords: Optimierung Behandlungskosten und -pfade, chronische Krankheiten

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), Fachhochschule Vorarlberg, Hochschule Ravensburg-Weingarten

Projektlaufzeit: 1.6.2014 – 28.2.2016

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_Gesundheiitsökonomie

Beitrag im Magazin „substanz“ der FHS St.Gallen (1/2015)


iCare: Erhalt der Mobilität behinderter und dementer Menschen

Im Jahre 2050 dürfte jeder siebte Bewohner der Bundesrepublik Deutschland 80 Jahre oder mehr  zählen. Österreich und die Schweiz  befinden sich auf dem gleichen Weg, sie sind nur noch nicht so weit fortgeschritten. Nach aktuellen Schätzungen leben heute rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. In Österreich sind es rund 130.000 und 120.000 in der Schweiz. Im Durchschnitt kommen somit rund 1.500 Menschen mit Demenz auf 100.000 Einwohner. Weil die Bevölkerungen generell altern, dürfte sich dieser Anteil in Österreich und der Schweiz bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In Deutschland, das sich kaum noch durch Zuwanderung verjüngt, ist in diesem Zeitraum deutlich mehr als eine Verdoppelung zu erwarten.

In der Informatik werden seit mehreren Jahren verschiedene Lösungen für das selbstbestimmte Altern unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ konzipiert. In der Demenzforschung wurden aber die aktuellen Möglichkeiten einer „smarten“ Hilfestellung für Demenzkranke und Pflegende bislang nicht in spezifische, integrierte Gesamtkonzepte überführt.

Ziel

Ziel des Forschungsprojekts iCare ist es, die konzeptionelle und technologische Lösungslücke bei der Unterstützung behinderter und demenzkranker Menschen mittels intelligenter Assistenzsystem (smarte IT) zu schließen.

Drei konkrete gesellschaftspolitische und ethisch begründete Ziele werden dabei verfolgt:

  1. Wir wollen mit iCare die Eigenständigkeit demenzkranker Menschen aufrecht erhalten.
  2. Wir wollen mit iCare die erhaltenen Fähigkeiten unterstützen, um demenzkranke Menschen aktiv zu fördern.
  3. Wir wollen mit iCare die Qualität der Pflege und Betreuung durch professionell Pflegende und pflegende Angehörige unterstützen und erleichtern.

Zielgruppen

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Demenz. Entscheidend für die genannten Ziele ist dabei nicht, um welche medizinische Form es sich handelt, sondern welche Auswirkungen eine Demenz auf den erkrankten Menschen in seinem Alltagsleben hat, denn diese müssen durch die Lösung „aufgefangen“ werden. Das Forschungsprojekt iCare soll insbesondere Menschen mit leichter Demenz und mittelschwerer Demenz, aber auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen mit seinen Ergebnissen unterstützen.

Weitere Zielgruppen, die in das Forschungsvorhaben eingebunden werden sollen, sind:

  • Pflegende Angehörige
  • Professionell Pflegende, hier v.a. Pflegedienste
  • Hersteller, die geeignete Lösungen bereits anbieten oder entwickeln wollen.

Handlungsfelder

Aus der Symptomatik leichter bis mittelschwerer Demenz lassen sich vor allem vier Handlungsfelder ableiten, bei denen eine wirksame und nachhaltige Unterstützung mittels iCare nach unserer Einschätzung als Informatik-Experten mit sehr guten Erfolgsaussichten zu erwarten sind:

  1. Sicherheit im häuslichen Umfeld
  2. Orientierung im häuslichen Umfeld
  3. Wohlbefinden im häuslichen Umfeld
  4. Ortung im außerhäuslichen Umfeld

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Mobilität“ gefördert.

Keywords: Demenz, Assistenzsystem (AAL)

Beteiligte Projektpartner: DHBW Ravensburg (Projektleitung), Universität St.Gallen

Projektlaufzeit: 1.1.2016 – 31.12.2017

Projektposter: IBH_ProjektPlakate_A0_iCare

Projektseite der DHBW

Projektseite der Universität St.Gallen


Kretaivwirtschaft Bodensee – Wertschöpfung zwischen Kultur, Ökonomie und Technologie

Wo lassen sich aus grenzübergreifenden Kooperationen der Kreativwirtschaft innovative Netzwerke und Wertschöpfungskonstellationen identifizieren, deren Dynamik die Bodenseeregion als Innovationsstandort prägen? Diese Fragen adressiert das Projekt, wenn es darum geht, die empirische Basis für das Verständnis der Spezifik und Komplexität der transnationalen Region zu legen.

Die Beantwortung der Fragen erfolgt auf verschiedenen Ebenen: statistisch quantitativ wie qualitativ aus Sicht der Akteure. Aufgrund der speziellen Kontextbedingungen und der kulturräumlichen Verortung der Kreativwirtschaft lassen sich zugleich einige grundlegende Forschungsfragen der internationalen Debatte untersuchen: Ist die Kreativwirtschaft ein städtisches oder regionales Phänomen? Wie organisiert sie sich in ländlichen Gebieten? Welche Vernetzungen gibt es zu Branchen jenseits der Kreativwirtschaft, die aufgrund der räumlichen Nähe erfolgen? Wie sind die lokal verwurzelten Akteure mit globalen Logiken verknüpft?

Das beantragte Projekt legt erstmalig statistisches Datenmaterial für die Kreativwirtschaft in einer grenzüberschreitenden Perspektive vor. Damit wird ein vernetzter Zugang gewählt, der für die Bodenseeregion adäquat ist. Dazu entwickelt das Projekte u.a. Mappings, welche einer länderübergreifenden Betrachtung der Kreativwirtschaft auf attraktive und aufschlussreiche Weise zu visualisieren vermögen. Nebst der Aufarbeitung im „Kreativwirtschaftsbericht Bodensee“ werden innovative Formate entwickelt, um die Resultate an unterschiedliche Communites in Praxis, Politik und Wissenschaft zu vermitteln.

Beteiligte Projektpartner: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) (Projektleitung), HTWG Konstanz

Praxispartner: Statistisches Amt Kanton Zürich

Projektlaufzeit: 1.4.2017 – 31.12.2018

 


Optische Hybridsensoren für in-vitro Diagnostik

Ein Hauptelement des optischen Hybridsystems, das im Projekt entwickelt und auf seine prinzipiellen Anwendungsmöglichkeiten in der Medizintechnik, Diagnostik oder Vor-­Ort‐Analytik getestet werden soll, sind GRIN-Linsen(Gradienten-­Index‐Linsen) mit hoher numerischer Apertur. Diese kostengünstigen Linsen werden millionenfach zur Miniaturisierung und Integration faseroptischer Systeme eingesetzt.

Das Projekt verfolgt das Ziel, eine Technologieplattform für ein optisches Hybridsystem bestehend aus Gradientenoptiken (GRIN-Optiken) und optischen Mikroresonatoren zu entwickeln. Es werden biochemische Modellassays zur Evaluierung der Anwendbarkeit dieses Systems in der in-vitro Diagnostik und Sensorik für Anwendungen in den Bereichen Medizintechnik, E-Health, Umwelt- oder Lebensmittelanalytik durchgeführt.

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefürdert.

Keywords: Medizintechnik, E-Health, Optische Hybridsendoren, in-vitro Diagnostik

Beteiligte Projektpartner: ZHAW (Projektleitung), Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Hochschule Furtwangen

Projektlaufzeit: 1.6.2014 – 31.5.2016

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_opt-Hybridsensoren

Interview mit Dieter Stoll, Projektleiter der Hochschule Albstadt-Sigmaringen


SmartSleep

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines mobilen Health Systems, das für die Benutzer des Systems Zusammenhänge zwischen Lebensstil bzw. Verhaltensweisen und gesundheitlichem Befinden identifiziert. Als konkretes Anwendungsszenario sind Zusammenhänge zwischen täglichem Verhalten und Schlafqualität vorgesehen. Schlafprobleme sind eine Begleiterscheinung vieler chronischer Krankheiten und für eine Reihe von Krankheiten (z.B. Burn-out) mit verantwortlich.

Die gefundenen Zusammenhänge geben wertvolle Hinweise, wie die Benutzer ihre Schlaf- und damit Lebensqualität durch Verhaltensänderung verbessern können. Das im Projekt zu erstellende System besteht aus einem Smartphone, Sensoren für die Erfassung verschiedener Vitaldaten und für die Erfassung von Kontextdaten (wie Bewegungsaktivität, Standort, Licht) sowie einem Backend, auf dem die Zusammenhänge zwischen den erfassten Sensordaten mittels Datenanalyse identifiziert werden. Durch den Einsatz mobiler Sensoren können mehr Parameter erfasst werden und dies über einen längeren Zeitraum als in klinischen Studien üblich, sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Während es heutzutage einfach ist, mit Hilfe mobiler Smartphone Apps und Geräten wie Fitbit und Jawbone Up riesige Datenmengen zu Schlaf- und Lebensgewohnheiten zu sammeln, bereitet deren Interpretation sowie das Erkennen von Mustern und Zusammenhängen weiterhin grosse Schwierigkeiten, da die dafür notwendigen Analysekomponenten fehlen.

Das beantragte Projekt schliesst diese Lücke. Es wird eine Datenanalysekomponente durch Kombination und Konfiguration bestehender Data-Mining-Algorithmen erstellt, welche speziell auf das Anwendungsszenario Schlaf zugeschnitten ist. Anschliessend wird daraus ein generalisiertes Datenanalyse-Framework abgeleitet, das für ähnliche Szenarien (z.B. Essstörungen, Stress, Burn-out) leicht wiederverwendbar ist. Das Projektkonsortium ist stark interdisziplinär aufgestellt, umfasst Partner aus drei Ländern und bringt Unternehmen, Hochschulen und ein Spital zusammen, deren Kompetenzen sich ideal ergänzen. Die Breite des Konsortiums gewährleistet ferner, dass die Projektergebnisse breit aufgenommen und verwertet werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei die beiden Netzwerke BioLAGO und cyberLAGO, über die eine Vernetzung des Projekts mit weiteren Stakeholdern in der Bodenseeregion und damit eine Verbreitung der Ergebnisse schon während der Projektlaufzeit erfolgen kann.

Das Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Gesundheit“ gefördert.

Keywords: mobiles Health System, Schlafqualität

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), Fachhochschule Vorarlberg, HTWG Konstanz

Praxispartner: myVitali ag, Barmelweid, Biovotion AG

Projektlaufzeit: 1.9.2014 – 30.3.2017

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_Smartsleep