iCare: Erhalt der Mobilität behinderter und dementer Menschen

Im Jahre 2050 dürfte jeder siebte Bewohner der Bundesrepublik Deutschland 80 Jahre oder mehr  zählen. Österreich und die Schweiz  befinden sich auf dem gleichen Weg, sie sind nur noch nicht so weit fortgeschritten. Nach aktuellen Schätzungen leben heute rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. In Österreich sind es rund 130.000 und 120.000 in der Schweiz. Im Durchschnitt kommen somit rund 1.500 Menschen mit Demenz auf 100.000 Einwohner. Weil die Bevölkerungen generell altern, dürfte sich dieser Anteil in Österreich und der Schweiz bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In Deutschland, das sich kaum noch durch Zuwanderung verjüngt, ist in diesem Zeitraum deutlich mehr als eine Verdoppelung zu erwarten.

In der Informatik werden seit mehreren Jahren verschiedene Lösungen für das selbstbestimmte Altern unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ konzipiert. In der Demenzforschung wurden aber die aktuellen Möglichkeiten einer „smarten“ Hilfestellung für Demenzkranke und Pflegende bislang nicht in spezifische, integrierte Gesamtkonzepte überführt.

Ziel

Ziel des Forschungsprojekts iCare ist es, die konzeptionelle und technologische Lösungslücke bei der Unterstützung behinderter und demenzkranker Menschen mittels intelligenter Assistenzsystem (smarte IT) zu schließen.

Drei konkrete gesellschaftspolitische und ethisch begründete Ziele werden dabei verfolgt:

  1. Wir wollen mit iCare die Eigenständigkeit demenzkranker Menschen aufrecht erhalten.
  2. Wir wollen mit iCare die erhaltenen Fähigkeiten unterstützen, um demenzkranke Menschen aktiv zu fördern.
  3. Wir wollen mit iCare die Qualität der Pflege und Betreuung durch professionell Pflegende und pflegende Angehörige unterstützen und erleichtern.

Zielgruppen

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Demenz. Entscheidend für die genannten Ziele ist dabei nicht, um welche medizinische Form es sich handelt, sondern welche Auswirkungen eine Demenz auf den erkrankten Menschen in seinem Alltagsleben hat, denn diese müssen durch die Lösung „aufgefangen“ werden. Das Forschungsprojekt iCare soll insbesondere Menschen mit leichter Demenz und mittelschwerer Demenz, aber auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen mit seinen Ergebnissen unterstützen.

Weitere Zielgruppen, die in das Forschungsvorhaben eingebunden werden sollen, sind:

  • Pflegende Angehörige
  • Professionell Pflegende, hier v.a. Pflegedienste
  • Hersteller, die geeignete Lösungen bereits anbieten oder entwickeln wollen.

Handlungsfelder

Aus der Symptomatik leichter bis mittelschwerer Demenz lassen sich vor allem vier Handlungsfelder ableiten, bei denen eine wirksame und nachhaltige Unterstützung mittels iCare nach unserer Einschätzung als Informatik-Experten mit sehr guten Erfolgsaussichten zu erwarten sind:

  1. Sicherheit im häuslichen Umfeld
  2. Orientierung im häuslichen Umfeld
  3. Wohlbefinden im häuslichen Umfeld
  4. Ortung im außerhäuslichen Umfeld

Dieses Projekt wird als Schwerpunktprojekt zum Thema „Mobilität“ gefördert.

Keywords: Demenz, Assistenzsystem (AAL)

Beteiligte Projektpartner: DHBW Ravensburg (Projektleitung), Universität St.Gallen

Projektlaufzeit: 1.1.2016 – 31.12.2017

Projektposter: IBH_ProjektPlakate_A0_iCare

Projektseite der DHBW

Projektseite der Universität St.Gallen