E-Society Bodensee 2020: Impulse für offene gesellschaftliche Innovation in der Bodensee-Region

Staat und Verwaltung verändern sich, öffnen sich und werden zunehmend bürgernäher. Auch der Stil im Umgang miteinander wandelt sich. An Ideen, Impulsen und Vorschlägen von ganz unterschiedlichen Akteuren mangelt es kaum. Innovationspotentiale, Ideen- und Kreativwettbewerbe werden bereits heute schon oftmals eingesetzt, um externe Wissensressourcen zu nutzen.

Ziel

Das Projekt eSociety Bodensee 2020 beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie offene Innovation zur Lösung gesellschaftlicher Fragen in der Bodensee-Region beitragen kann. Unter der Verwendung von Open Innovation Ansätzen sollten Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden.

Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurden in der Bodenseeregion erste herausragende Praxisbeispiele offener gesellschaftlicher Innovation analysiert, wie z.B. „Sag’s doch“ als Bürgerhinweisservice der Stadt Friedrichshafen, der Mängelmelder „Züri wie neu“ und die Partizipationsplattform „mySG“ der Stadt St. Gallen. Auch wurden eigene Pilotprojekte in der Region angestoßen. So entstand in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum mit „Du bisch dra!“ ein Ideen- und Kreativwettbewerb, bei dem es darum ging, gemeinsam mit der Liechtensteinischen Bevölkerung das Landesmuseum der Zukunft zu gestalten. Die Zeppelin Universität rief zur „Mapping-Aktion“ mit der Wheelmap auf, um in Friedrichshafen, Konstanz, Lindau und St. Gallen gemeinsam öffentliche Orte hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zu bewerten.

Der zweite Schwerpunkt der Aktivitäten lag in der strukturierten Erfassung und systematischen Evaluation der Werkzeuge, die offene gesellschaftliche Innovation befördern können. In einem frei zugänglichen Werkzeugkasten für offene gesellschaftliche Innovation (The Open Societal Innovation Toolbox (TosiT): http://www.tosit.org) sind die Evaluationsergebnisse zusammengefasst. Der Katalog mit seinen acht Kategorien soll Interessierten aus der Bodenseeregion helfen, geeignete Werkzeuge und Dienste für innovative Projekte zu finden. Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird es so vereinfacht, auf vorhandene Angebote zu offener gesellschaftlicher Innovation zurückzugreifen und diese in ihren Vorhaben einzusetzen. Derzeit sind mehr als 170 Werkzeuge in der TosiT-Datenbank erfasst.

Für eine innovative Region wird es jedoch nicht ausreichen, nur auf die entsprechenden Dienste und Werkzeuge zu verweisen. Das Potential dieser Dienste muss von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erkannt, verstanden und praktisch erprobt werden, um mit guten Ideen und wertvollen Impulsen zu überzeugen. Zugleich sind Initiatoren, Koordinatoren und Aktivisten, die sich von einem Einsatz dieser Dienste echte Mehrwerte für ihr Anliegen und eine professionelle Unterstützung versprechen, im Umgang mit diesen Diensten zu schulen und zu trainieren. Bürgern muss es zudem sehr leicht gemacht werden, sich und ihre Kreativität in entsprechende gestalterische Vorhaben einzubringen.

„Schließlich liegt es an uns, also an den Bürgern, Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Wirtschaftstreibenden in der Region, welche Impulse wir in innovative Prozesse einbringen und was wir letztendlich daraus machen wollen.“ Prof. Dr. Jörn von Lucke, Projektleiter, Zeppelin Universität

Beteiligte Projektpartner: Zeppelin Universität (Projektleitung), Universität Liechtenstein, FHS St.Gallen

Projektlaufzeit: 1.1.2012-31.12.2014

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