Green Destination

Beim Management von Destinationen konzentriert man sich hinsichtlich der Steuerung relevanter Prozesse traditionell auf Aspekte wie Zeit, Kosten oder Qualität, vernachlässigt aber häufig ökologische und soziale Gesichtspunkte. Viele dieser Destinationen werden heute mit der Herausforderung konfrontiert, dass Energie und natürliche Ressourcen immer knapper bzw. teurer werden. Vor diesem Hintergrund besteht beim Destinationsmanagement allein schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen die Notwendigkeit, Ressourcen und Energie in den Prozessen effizient einzusetzen. Weitere Treiber für eine effiziente Ressourcen- und Energienutzung sind die Wünsche ökologisch bewusster Kunden, sich bei der Nutzung von Dienstleistungen umwelt- und ressourcenbewusst zu verhalten. Eine nachhaltige Gestaltung der gesamten Prozesse und Wertschöpfungsnetzwerke im Destinationsmanagement bedarf jedoch einer ganzheitlichen Betrachtung.

Ziel

Ziel des Projekts Green Destination war es, den Tourismus in der Bodenseeregion auf lange Sicht nachhaltiger zu gestalten und die Entwicklung und Anpassung von Angeboten an die Folgen des Klimawandels aktiv zu unterstützen. Die Erfahrungen im Tourismus zeigen, dass das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung zunimmt und immer mehr Gäste einen ressourcenschonenden Umgang mit Natur und Landschaft wünschen. In der Praxis fehlen den touristischen Entscheidungsträgern aber häufig die Zeit oder das Know-how, um die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen einer Anpassung abschätzen zu können. Das Projekt Green Destination setzte an der konzeptionellen Entwicklung eines praxistauglichen, nachhaltigen Managementcockpits für touristische Destinationen an. Unter einem nachhaltigen Managementcockpit ist ein intelligentes Software-System zu verstehen, das dem Monitoring und Benchmarking der relevanten Nachhaltigkeits-Kennzahlen und Indikatoren im Destinationsmanagement sowie zu deren Kommunikation und Verbreitung dient.

Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurden Destinationen in den Pilotregionen Bodenseeraum und Zürichsee in den teilnehmenden Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) ausgewählt, die naturnahe oder auch kulturelle Tourismusprojekte vermarkten. Die Ist-Aufnahme hat gezeigt, dass vor allem in den größeren Destinationen keine konkrete Grüne Vision und Mission vorliegt und eine strukturierte Herangehensweise oftmals nicht vorhanden ist. Insbesondere für (grenzüberschreitende) Destinationen empfiehlt sich der Einstieg in das ökologische Nachhaltigkeitsmanagement durch eine Fokussierung auf zunächst wenige strategische Ziele/Indikatoren in einem festgelegten Bereich, der mit einer ersten Transparenz und Relevanzbewertung erschlossen werden kann. Ein verbindendes Nachhaltigkeitsthema, das große Auswirkungen auf die ökologische Umwelt hat und über die Ländergrenzen hinweg eine große Rolle für die erfassten Destinationen spielt, ist beispielsweise der Bereich der nachhaltigen Mobilität. Die Einführung eines ökologischen Nachhaltigkeitsmanagements in das Feld der nachhaltigen Mobilität kann die Komplexität des Themas auf handhabbares Maß reduzieren und die Begründung für ein erfolgreiches grünes Destinationsmanagement darstellen.

Als Ergebnis des Projektes wurden Nachhaltigkeitskennzahlen erarbeitet, die mit Hilfe eines webbasierten Tools erfasst und ausgewertet werden können, um ein Benchmarking vorzunehmen und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

„Ein webbasiertes Managementcockpit liefert Tourismusdestinationen ein wertvolles Instrument für die Entwicklung von Strategien zu mehr Nachhaltigkeit.“

Beteiligte Projektpartner: HTWG Konstanz (Projektleitung), HSR Rapperswil

Projektlaufzeit: 1.7.2013-31.3.2014

Projektseite an der HTWG

Masterstudierende forschen im Projekt „Green Destination“ an der HTWG Konstanz

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