„Industrie 4.0“ in der Transportlogistik

Unter dem Begriff Industrie 4.0 möchte die deutsche Bundesregierung ihre Hightech-Strategie zur Informatisierung bzw. Digitalisierung der klassischen Industrien, wie z.B. in der Produktionstechnik, vorantreiben. Dabei fokussiert man vordergründig auf produzierende Unternehmen und damit intralogistische Prozesse. Die Auswirkungen auf die Extralogistik, d.h. den Transport und der Lagerhaltung an der Schnittstelle zur Beschaffung und Distribution, d.h. zu Lieferanten und Kunden, wurde bisher kaum beleuchtet.

Die Bodenseeregion wird von den beschriebenen Entwicklungen zweifach betroffen sein. Einerseits sind die hier angesiedelten Industrieunternehmen typischerweise Zulieferer großer Systemfirmen (OEM) und damit auf eine optimale Organisation der Transporte für die Auslieferung ihrer Vorprodukte an die OEMs angewiesen. Andererseits sind gerade in der Region Vorarlberg viele international tätige Transportdienstleister angesiedelt, die auf die kommenden Herausforderungen durch Industrie 4.0 mit einer Veränderung oder Anpassung ihrer Geschäftsprozesse reagieren müssen.

Um diesen Akteuren die Anpassung an kommende Auswirkungen der Industrie 4.0 zu erleichtern, bzw. um ihnen eventuell sogar die Mitgestaltung der künftigen Prozesse zu ermöglichen, sind die Auswirkungen auf extralogistische Transporte und insbesondere auf die Prozesse und Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Fahrer, Ladung und der IT-Welt (ERP-Systeme, Warenwirtschaftssysteme, usw.) im Detail zu untersuchen. Darauf aufbauend sind Prozesse zu optimieren, ggfs. neue Prozesse und notwendige Tools zu entwickeln.

Ziel des von der Universität St. Gallen und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg (DHBW RV) durchgeführten IBH-Initialprojekts ist es, einen Förderantrag für ein anschließendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu erarbeiten. In diesem F+E-Projekt sollen die vorstehend beschriebenen künftigen Geschäftsprozesse und Schnittstellen im extralogistischen Kontext von Industrie 4.0 untersucht werden. Dafür sollen im Rahmen des Initialprojekts weitere regionale Akteure aus Industrie, Transportwirtschaft, Verbänden und sonstigen Interessensorganisationen zur Teilnahme am anschließenden F+E-Projekt gewonnen werden.

Als Projektpartner des Initialprojekts treffen sich mit dem Lehrstuhl für Logistikmanagement der Universität St. Gallen und dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der DHBW Ravensburg zwei Organisationseinheiten, die umfangreiche, aber komplementäre Erfahrungen und Vorarbeiten im Transport- und Logistikumfeld einbringen. Eine für das anschließende F+E-Projekt ggfs. notwendige Simulationsumgebung ist an der DHBW Ravensburg vorhanden.

Fokusworkshop „Industrie 4.0 in der Transportlogistik“

Interessierte Stakeholder vernetzen – Impuls für ein praxisrelevantes Forschungsprojekt setzen. Am 22. September 2015 luden die Duale Hochschule (DHBW) Ravensburg sowie die Universität St. Gallen zu einem Fokusworkshop zum Thema „Industrie 4.0 in der Transportlogistik“ ins Hotel Bad Schachen in Lindau. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie nahmen an der zukunftsweisenden Veranstaltung, die von der Internationalen Bodenseehochschule gefördert wurde, teil. Die genauen Inhalte und weitere Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer: Fokusworkshop_industrie40

Die Vorträge der Referenten  und die Auswertung des Fokusworkshops können Sie hier downloaden:

Weitere aktuelle Informationen und Publikationen zum Thema finden sie hier:

Keywords: Industrie 4.0, Logistik, Geschäftsprozesse

Beteiligte Projektpartner: Duale Hochschule Baden-Württemberg, Universität St. Gallen

Projektlaufzeit: 01.07.2015 – 31.12.2015

Projektplakat: IBH_ProjektPlakate_A0_Industrie40-Transportlogistik