Persistente Infektionen – Chlamydienpersistenz

Chlamydophila (Cp.) pneumoniae, ein obligat intrazelluläres Bakterium, wurde in den letzten 20 Jahren vermehrt in Zusammenhang mit Atherosklerose gebracht. Cp. pneumoniae kann in Zellkultur als spezielle (aberrante) Form vorliegen, welche für chronische Entzündungen im Gewebe verantwortlich sein kann. Der Nachweis solcher aberranter Formen in menschlichem Gewebe stand bis jetzt noch aus. Eine kürzlich durchgeführte Studie am IVPZ in Zürich in Zusammenarbeit mit der Universität Louisville konnte das erste Mal aberrante Formen von Cp. pneumoniae in humanen Koronararterienatheromen zeigen. Parallel dazu wurden an der Universität Konstanz (Biochemische Pharmakologie) eine Methodik entwickelt, die es ermöglicht serologisch chronische Infektionen mit Cp. pneumoniae zu identifizieren. Diese Synergien sollen nun durch eine gezielte prospektive Studie intensiviert werden. Durch ein Grant der American Heart Association stehen transplantierte Herzen und Seren aus Louisville in den nächsten 3 Jahren zur weiteren Aufarbeitung mit verschiedenen etablierten Methoden in Zürich und Konstanz zu Verfügung. Ein Technologietransfer (2-D Gelelektrophorese) von Konstanz nach Zürich soll dabei erfolgen. Die Erkenntnisse aus dieser Studie sollen die Prävalenz dieser aberranten Zustandsformen von Cp. pneumoniae in humanen Koronararterienatheromen ermitteln und diese mit einer differentiellen Antikörperantwort assoziieren. Zusätzlich sollen neue persistenzassoziierte Antigene identifiziert werden, die in Kombination mit der Serologie genutzt werden können um Risikogruppen für Atherosklerose frühzeitig zu diagnostizieren. Die erarbeiteten Resultate sollen einerseits in hochrangigen, internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert werden und andererseits an nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt werden.

Das Projekt zu Chlamydien im Zusammenhang mit Arteriosklerose beschäftigte sich damit, diese im Patientengewebe und im Blut nachzuweisen und hier Reaktionen gegenüber bestimmten Proteinen von Chlamydien zu entdecken. Mithilfe von Markern soll eine chronische Infektion besser diagnostiziert und später auch an therapeutischen Interventionen gearbeitet werden. Zusätzlich konnten neue persistenzassoziierte Antigene identifiziert werden, die in Kombination mit der Serologie genutzt werden können um Risikogruppen für Arteriosklerose frühzeitig zu diagnostizieren.

Beteiligte Projektpartner: Universität Zürich (Projektleitung), Universität Konstanz

Projektlaufzeit: 1.5.2008-31.12.2010