Personalentwicklung als Führungsaufgabe von Schulleitungen im Bodenseeraum

Das Projekt zielte auf die Professionalisierung der Lehrpersonen im Bodenseeraum durch gezielte Personalentwicklung als Führungsaufgabe der Schulleitungen. Dabei werden die Praxis der Personalentwicklung als Schulleitungsaufgabe, ihre Akzeptanz bei Lehrpersonen sowie strukturelle wie kulturelle Einflüsse der Einzelschule und kontextbezogene Einflüsse regionaler Unterschiede auf diese Schulleitungstätigkeit im Kanton St.Gallen (CH), Bundesland Baden-Württemberg (D) sowie Vorarlberg (A) untersucht. Mit Hilfe vielschichtiger Daten werden vertiefte Erkenntnisse erarbeitet, die im Ergebnis Gelingensbedingungen für Personalentwicklung aufzeigen, Rückschlüsse auf die Bedeutung des Führungskontextes für die Ausgestaltung und Akzeptanz von Personalentwicklung zulassen, systembezogene, länderübergreifende sowie länderspezifische Ausprägungen von Personalentwicklung und Stärkenprofile gelingender Personalentwicklung in unterschiedlichen Kontexten ermitteln. Die Ergebnisse, die auch in einer Handreichung für die Schulen zur Verfügung gestellt werden, tragen direkt zur Professionalisierung der Schulleitungen und damit auch der Lehrpersonen bei und liefern so wichtige Grundlagen zur Qualitätsentwicklung der Schulen des Bodenseeraums. Eine hohe Schulqualität erhöht die Standortattraktivität der Region als Lebens- und Wirtschaftsraum.

Das Projekt konnte auf eine Vorstudie der Pädagogischen Hochschulen St.Gallen und Weingarten zurückgreifen, die über eine Ist-Zustands-Analyse einen Überblick aus Schulleitersicht zur Gestaltung der Personalentwicklung in der Volksschule (CH) bzw. allgemeinbildenden Schulen (D) geschaffen hat und für die vertiefenden Untersuchungen dieses Projekts eine Fokussierung der Fragestellungen auf relevante Bereiche des Forschungsgegenstandes ermöglicht.
Im Zentrum der Untersuchung stehen Fallanalysen (Case studies). Der forschungsmethodische Zugang kombiniert qualitative und quantitative Methoden, um eine breite und zugleich vertiefende Datenbasis zu erhalten. Die methodologische Triangulation ermöglicht es, eine Bilanz dieses spezifischen Bereichs des Führungshandeln zu ziehen und diese mit den Motiven, Erwartungen und Bewertungen der Akteur/innen zu kontrastieren. Über eine Dokumentenanalyse werden Rahmenbedingungen der Fallschulen sowie die in der Praxis etablierten Personalentwicklungsinstrumente erhoben. Ferner wurden das Führungsverständnis von Schulleitungen sowie Merkmale ihrer Führungspraxis, die Akzeptanz von Personalentwicklung bei den Lehrkräften sowie der Einfluss der Lern-/Organisationskultur über Fragebögen und problemzentrierte Interviews erhoben. Zusätzlich einbezogen werden die Perspektiven der strategischen Schulführung über Interviews mit der Schulbehörde/-aufsicht.

Ziel war es, Erkenntnisse über gelingende Systemstrukturen und Handlungsstrategien sowie Steuerungswissen zur Professionalisierung von Schulleitungen und zur Aus- und Weiterbildung von Schulleitungen und Lehrpersonen zu generieren. Diese führen für den Bodenseeraum zu einem Bildungsvorteil. Gut ausgebildete Schulabgänger/innen sowie hochstehende Aus- und Weiterbildungsangebote für Schulleitungen und Lehrpersonen können als wirtschaftlichen Standortvorteil gewertet werden und erhöhen die Attraktivität der Region. Aus dem Projekt resultierte eine Fach- und Vernetzungstagung für Schulführungskräfte des Bodenseeraums. Damit fliessen die Forschungsergebnisse direkt an die Schulen zurück. Über die Initiierung einer internationalen Tagung werden zudem der internationale Austausch und die Vernetzung der Schulen des Bodenseeraums gefördert.

Veröffentlichung zum Projekt: Steger Vogt, E., Kansteiner, K., Pfeifer, M. (2014). Gelingende Personalentwicklung in der Schule. Innsbruck: Studienverlag

Beteiligte Projektpartner: PH St.Gallen (Projektleitung), PH Weingarten, PH Vorarlberg

Projektlaufzeit: 1.1.2012-30.6.2014

Projektseite der PH Weingarten

Projektseite der PH Vorarlberg

Projektseite der PH St.Gallen

ProjektPlakat_A4_Personalentwicklung

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