RegGen- Regionenbezogenes Generationenmanagement

Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel wirken sich auf Klein-und Mittelunternehmen (KMU) in ländlichen Regionen in besonderer Weise aus. Die Entwicklung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • abnehmende Anzahl an beruflichen Nachwuchskräften
  • abnehmende Verfügbarkeit von Fach-und Führungskräften
  • Notwendigkeit, Arbeitnehmer länger in der Berufstätigkeit zu belassen
  • Notwendigkeit, „Reservegruppen“ des Arbeitsmarktes für eine Erwerbstätigkeit zu mobilisieren
  • im Vergleich zum urbanen Raum eine stärker belastete wirtschaftliche und soziale Situation durch tendenzielle Wanderbewegungen in Richtung Ballungsgebiete.

Das Projekt RegGen geht davon aus, dass die Verfügbarkeit von Humankapital nicht nur für einzelne Unternehmen zum (einschränkenden) Wettbewerbsfaktor wird, sondern für ganze Regionen. Dies wurde in der grenzüberschreitenden Regio Bodensee gezeigt. Um das Fachkräfteangebot qualitativ und quantitativ nachhaltig zu sichern, ist es notwendig, als attraktive Region Potenziale anzuziehen und zu halten sowie umfassende Möglichkeiten zum Aufbau und zur Entwicklung von Kompetenzen vorzuhalten. Es bestehen zwar bereits zahlreiche Initiativen, um auf den Bedarf von Erwerbspersonen unterschiedlichen Alters an der Schnittstelle Beruf/ Privatleben einzugehen. Diese sind aber in ihrer Gesamtheit für Betroffene meist schwer erkennbar, nicht immer zugänglich und oft nicht aufeinander abgestimmt.

Ziel

Ziel des Projektes war es, eine Beschreibung, Bewertung und Förderung regionaler und grenzüberschreitender Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung für Fach- und Führungskräfte aus den besonders betroffenen Branchen IKT und Industrie vorzunehmen.

Ergebnisse

Das Projekt führte im Entwicklungsteil bereits bestehende Angebote zusammen und identifizierte den bisher nicht gedeckten Bedarf an Massnahmen des Generationenmanagements. Der Fokus lag dabei auf einer lebenslaufbezogenen beruflichen und persönlichen Entwicklung. Es wurden konkrete Vorschläge für die systematische Weiterentwicklung des regionalen Angebots erstellt. Als Ergebnis des Projektes wurde u.a. ein Selbstevaluierungsinstrument entwickelt, das es KMU ländlicher Regionen erlaubt, Generationenmanagement eigenständig zu evaluieren und daraus Massnahmen abzuleiten. Dieses Instrument dient zur Selbsteinschätzung von Unternehmen inwieweit bereits betriebliche Maßnahmen für ein Generationenmanagement vorliegen und wie weitere Aktivitäten den Umgang mit demografischen Veränderungen noch optimieren können. Das Gesamtkonzept kann dann durch betriebsinterne Expertise beurteilt werden. Bei ermitteltem Optimierungspotenzial werden zu den verschiedenen Themenbereichen Maßnahmen empfohlen. So kann Wertschätzung gegenüber unterschiedlichen Altersgruppen und eine lebensphasensensible Laufbahnplanung auch einen Standortfaktor für die Region darstellen. Zudem können unternehmensübergreifende Lösungen und Demografie taugliche Personalstrategien durch gesteigerte Flexibilität zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen.

Im Buch „Fredersdorf, F./ Jüster, M./ Olbert-Bock, S./ Otto, U. (Hg.) (2104): Generationenmanagement im östlichen Bodenseeraum. Unternehmen durch den demografischen Wandel begleiten. i.E. Lambertus.“ sind die Ergebnisse des Projektes publiziert.

Beteiligte Projektpartner: FHS St.Gallen (Projektleitung), FH Vorarlberg, HS Kempten

Projektlaufzeit: 1.1.2012-30.6.2014

Projektseite der FHS St.Gallen

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