SPRIMA-Sprachförderung im Alltag

Eine umfassende Bildung und Förderung von Kindern im Vorschulalter beeinflusst deren Entwicklung positiv und trägt zur Chancengleichheit sowie Integration bei. Die Arbeit pädagogischer Fachkräfte mit drei- bis fünfjährigen Kindern in Spielgruppen, Kindertagesstätten und Kindergärten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als ein besonders wichtiger Baustein erweist sich in diesem Kontext der für die gesamte Entwicklung zentrale Bereich der Sprache und des Spracherwerbs.

SpielgruppenleiterInnen, Kindergarten-Lehrpersonen und ErzieherInnen setzen sich in ihrer Arbeit unablässig mit der Sprachförderung auseinander. Mit Bilderbüchern und Geschichten, Liedern, Versen, beim Erarbeiten von Themen sowie beim Spielen und Werken unterstützen sie die Sprachentwicklung der Kinder auf vielfältige Art und Weise.

Ziel

Ziel des Projektes war es, mithilfe einer Weiterbildung die förderdiagnostische Kompetenz im Bereich Sprache zu verbessern, damit Spielgruppenleiter/innen, Kindergarten-Lehrpersonen und Erzieher/innen in ihrer alltäglichen pädagogischen Arbeit die Sprache junger Kinder besser fördern können. Projekt richtete sich an ElementarpädagoInnen, die mit unterschiedlichen Ausbildungen und in verschiedenen Settings (Spielgruppe, Kindergarten, Kindertagesstätte) mit drei- bis fünfjährigen Kindern arbeiten, um zu deren Professionalisierung im Entwicklungsbereich Sprache beizutragen. Dazu wurde zunächst ein Einblick in den Arbeitsalltag, wie die Sprache junger Kinder gefördert wird, gewonnen sowie Erfahrungen und Einschätzungen der Fachkräfte erfasst. Auf dieser Grundlage wurde anschließend eine Weiterbildung konzipiert, die neues Wissen und neue Fertigkeiten zum kindlichen Spracherwerb, zur Beobachtungskompetenz, zu Sprachfördermaßnahmen und Anregungen für die Praxis vermittelt.

Folgende Fragestellungen wurden über zwei Jahre mittels Fallvignette, videobasierter Unterrichtsbeobachtung und Interview untersucht:

  • Wie kann die förderdiagnostische Kompetenz durch die Intervention gefördert werden?
  • Zeigt die Intervention nachhaltige Wirkung im pädagogischen Alltagshandeln?
  • Unterscheiden sich die ElementarpädagogInnen in Bezug auf ihre Ausbildung, auf das Setting oder die regionalen Unterschiede im Sprachgebrauch (Dialekt, Standardsprache)?

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes zeigen, dass die Wichtigkeit der Sprachförderung schon bei der ersten Befragung als hoch eingestuft wurde und sich dies nicht signifikant geändert hat. Die Frühpädagoginnen fühlten sich jedoch nach der Weiterbildung sicherer, insgesamt und in Bezug auf sprachliche Auffälligkeiten. Besonders erfreulich ist es, dass die Weiterbildung auf der Ebene des Handelns in der Praxis wirksam war: Fast alle der vermittelten Strategien wurden nach der Weiterbildung im Alltag integriert und häufiger wie auch besser umgesetzt. Die verschiedenen Berufsgruppen und Länder unterschieden sich nicht signifikant. Die Weiterbildung weist demnach Effekte auf die Qualität der Sprachförderung im Alltag auf.

Beteiligte Projektpartner: PH St.Gallen (Projektleitung), SHLR-Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach, PH Weingarten

Projektlaufzeit: 1.1.2012-30.4.2014

Projektseite der PH St.Gallen

Projektseite der PH Weingarten

Projektseite der SHLR

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Publikation