Mobilität und Transformation – unterwegs zu einer globalen Mobilmachung

Die Zeiten neigen in der Regel dazu, ihre eigene Gegenwart sehr zu überschätzen. Leicht ließen sich aus den unterschiedlichen Epochen Stimmen finden, die ihre Zeit als Umbruchzeit erlebt haben. Für Modernisierer sind solche Zeiten der Transformation stets Zeiten weiterer Befreiung von überkommenen Zwängen und Eröffnung neuer Möglichkeiten, die es unter dem Vorzeichen grundsätzlicher Änderungs- und Mobilitätsbereitschaft zu nutzen gilt. Modernisierungsgegner verweisen hingegen immer schon auf die bedrohlichen Risiken, die sich in solchen Umbruchzeiten auftun, insbesondere wenn diese eine gesamt-, ja eine weltgesellschaftliche Dynamik freisetzen, die aus der Auflösung relativ fester Strukturen, aus der Lockerung ethischer und sozialer Standards, aus der weiteren Liberalisierung der Kapitalmärkte ihr ökonomisches Verwertungspotenzial gewinnt.

Umso wichtiger ist die Reflexion von Mobilität, Beschleunigung und ihren transformativen Auswirkungen. Im Rahmen des Studium Generale fanden folgende Vorträge statt:

15.5.2017: Titanisches gegen Olympisches: Ernst Jüngers Begriff der „Totalen Mobilmachung im Kontext der Globalisierung“, Referent: Dietmar Koch (Universität Tübingen)

29.5.2017: Bildung und Beschleunigung: Zeit im Erziehungs- und Bildungssystem, Referentin: Prof. Dr. Ursula Pfeiffer-Blatterer (PH Weingarten)

19.6.2017: Unruhe als Passion, Referent: Prof. Dr. Ralf Konersmann (Universität Kiel)

10.7.2017: Die europäische Studienreform im Dilemma zwischen globalem Mobilitätsversprechen und loklane Modularisierungsansätzen, Referent: Dr. Peter Zervakis (Leiter des Projektes nexus, Hochschulrektorenkonferenz Bonn)

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