Tagung – Fachdidaktisches Mentoring in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Die Ergebnisse des Projektes KUBEX (Kollegiales Unterrichtscoaching und Entwicklung experimenteller Kompetenz im Unterrichtspraktikum) werden am 27. November 2015 im Rahmen einer Tagung vorgestellt. Die Veranstaltung trägt zur Dissemination der wissenschaftlichen und praxisrelevanten Erkenntnisse aus der IBH-Studie sowie aus weiteren Projekten bei, welche sich durch die Verknüpfung von Fachdidaktik und Mentoring im Hinblick auf Unterrichtspraktika auszeichnen. Ziel ist die Anregung themenbezogener Diskussionen über die Weiterentwicklung der schulpraktischen Ausbildung von Lehrpersonen in der Bodenseeregion und der Wissenstransfer zwischen Ausbildungsinstitutionen und beteiligten Akteurinnen und Akteuren in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Tagungsbeiträge geben Anregungen zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung durch Mentoring und Coaching in berufspraktischen Lernumgebungen in Verbindung mit fachdidaktischen Ausbildungselementen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.


Unternehmergeist fördern

Wie können Hochschulen Gründungskultur und Unternehmergeist fördern, um ihre Studierenden auf den Weg in die Selbständigkeit zu begleiten? Dieser Frage ging der Kongress der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH vom 21. Mai in Kreuzlingen nach. Er stand unter dem Titel «Entrepreneurship – Startup – Spinoff». Vertreter von Hochschulen und Unternehmer diskutierten, welches Engagement es für mehr Unternehmergeist in der Lehre braucht und stellten erfolgreiche Beispiele vor.

Die Wirtschaftspolitik setzt grosse Erwartungen in Neugründungen von Unternehmen. Sie sollen einen Beitrag leisten, um den Strukturwandel voranzutreiben und neue Arbeitsplätze zu schaffen. An den Hochschulen stellt sich deshalb vermehrt die Frage, ob und wie sie ihre Studierenden zur späteren Selbstständigkeit motivieren und dafür qualifizieren sollen.

Theorie und Praxis verbinden

Die Universität Liechtenstein verfügt bereits über einen Lehrstuhl für Entrepreneurship und Technologie, der im Bereich der Lehre Vorlesungen, Seminare und Studienreisen anbietet. Im Vergleich zu den USA habe Europa einigen Nachholbedarf im Bereich der Entrepreneurship-Ausbildung, betonte Lehrstuhlinhaber Christian Marxt. Sie habe sich dort mittlerweile als eigenständige wirtschaftswissenschaftliche Disziplin etabliert und werde auf breiter Front in Lehre und Forschung betrieben.

Auf einer Studienreise mit Studierenden habe er nach den Gründen gefragt, weshalb im Silicon Valley deutlich mehr innovative Jungunternehmen gegründet würden als in Europa. Die Region verfüge über sehr gute Hochschulen und über Unternehmer, die in Jungunternehmer investierten, habe die Antwort gelautet. Zudem stimme im Silicon Valley die Lebensqualität, was sich motivierend für Firmenneugründungen auswirke. Auch die Bodenseeregion verfüge über dieses Potential, das es zu nutzen gelte.

Christian Marxt warf auch die Frage auf, ob man Unternehmergeist überhaupt studieren kann. «Voraussetzung für das Gelingen ist eine gute Mischung von Theorie und Praxis», gab er sich überzeugt.

Unternehmerisches Denken als Allgemeinbildung

Jörg Müller, CEO der Arcolor, vertrat am IBH-Kongress die Sicht des Unternehmers. Er wünsche sich, dass unternehmerisches Denken quasi als Allgemeinbildung in jedem Studium gefördert werde, erklärte er. Er mache oft die Erfahrung, dass den technisch Ausgebildeten betriebswirtschaftliche Kenntnisse fehlten und den Absolventen in Betriebswirtschaft das Verständnis für technisches Handwerk. «Hinter jeder Hightech-Lösung steckt immer auch handwerkliches Können.»

Frank Gielen von der Universität Ghent, Belgien, stellte Flanderns digitales Forschungszentrum «iMind» vor. Es unterstützt junge Unternehmer und Startups in der erfolgreichen Markteinführung ihrer Ideen. Die Entrepreneurship-Programme verbinden zukünftige Unternehmer mit Forschern, so dass sie ihre Kräfte bündeln können und mit ihren Projekten ein stärkeres Marktpotenzial erreichen. iMinds bietet Coaching und Unterstützung bei jedem Schritt in Richtung eines neuen High-Tech-Unternehmens.

Unternehmerische Hochschule

Den Schlusspunkt setzte am IBH-Kongress eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Urs Guggenbühl von der Fachhochschule St.Gallen (FHS). Von den Teilnehmenden wurde betont, dass der Weg zu einer unternehmerischen Hochschule Zeit braucht. Gelingen könne der Prozess nur, wenn auch die Hochschulleitung dahinter stehe.


Wirtschaftskonzil 2014-2018: Bodenseeregion als Modellregion in Europa

Über 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft haben am 30.4.2015 am ersten internationalen Wirtschaftskonzil in Konstanz teilgenommen. Im Zentrum der ganztägigen Veranstaltung stand die internationale Zusammenarbeit. Die Internationale Bodensee-Hochschule war sowohl mit einem Ausstellungsstand sowie auf dem Podium des Forums 3 „Innovation als Zukunftssicherung im Bodenseeraum“ vertreten und wurde mehrfach als Beispiel für gelungene grenzüberschreitende Kooperation genannt.

„Das erste internationale Wirtschaftskonzil greift den Grundgedanken des historischen Konstanzer Konzils auf und beschäftigt sich mit den zentralen Fragen der heutigen Zeit für die Bodenseeregion und ihre Wirtschaft“, betonte der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, zu Beginn der Veranstaltung. Im Zeitalter von Digitalisierung, Industrie 4.0 und steigendem Fachkräftemangel bedürfe es grenzüberschreitender Lösungen, um die Spitzenposition der Region in den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit und wissensbasierter Wirtschaft zu sichern. Der enorme Zuspruch zu dieser Veranstaltung belege das grosse Interesse an grenzüberschreitender Zusammenarbeit und die Relevanz der aufgeworfenen Fragen für die Region Bodensee.

Zukunftsfragen diskutiert

Ziel der ganztägigen Veranstaltung in Konstanz war es denn auch, neue Impulse und Modelle für die Zukunft zu finden und gemeinsam dringende Zukunftsfragen zu diskutieren. In sechs Foren mit Podiumsgesprächen wurden neue Lösungsansätze gesucht und von Persönlichkeiten aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz diskutiert. Während am Vormittag die Wirtschaft in der Bodenseeregion im Zentrum stand, wurden am Nachmittag Lösungsansätze für die Zukunft von Europa und der Schweiz erörtert. Der deutsche Botschafter in Bern, Otto Lampe, bezeichnete die Schweiz und Europa als „Win-Win-Beziehung“. Beide könnten voneinander lernen und sollten die erfolgreiche und traditionelle Zusammenarbeit fortsetzen. Botschafter Olaf Kjelsen, Chef grenzüberscheitende Zusammenarbeit im eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, betonte die Wichtigkeit des grenzüberschreitenden Austauschs, der beidseits der Grenze zu Wohlstand und Prosperität geführt habe. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen in Europa seien solche soliden Partnerschaften besonders wichtig und müssten gepflegt werden.

Folgeveranstaltungen geplant

Das erste internationale Wirtschaftskonzil wurde von Vertreterinnen und Vertretern der Kommission Wirtschaft der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK), den Kantonen Thurgau und St.Gallen, der Konzilstadt Konstanz, dem Land Baden-Württemberg sowie der Stadt Konstanz organisiert. Zahlreiche Wirtschaftsverbände und Institutionen unterstützten die Durchführung. Weitere Veranstaltungen unter dem Titel „Wirtschaftskonzil“ sind geplant. Dort sollen die Ergebnisse weiter konkretisiert und schliesslich in nachhaltigen Verbesserungen sichtbar werden.

Quelle: Internationale Bodenseekonferenz