Transfer in der Lehre forcieren

7. Dezember 2019

Die Chance und die Schwierigkeiten hochschultypübergreifender Lehrprojekte im Transferbereich waren das Thema der dritten Transfer Lehre-Tage an der Universität Konstanz.

Transferprojekte in der Lehre sind spannend für alle Beteiligten, aber auch aufwändig. Zwischen akademischen und außerakademischen Partnern bedarf es genauer Absprachen und mitlaufenden Finetunings, um den unterschiedlichen Arbeitsweisen, Zeitvorstellungen und Organisationslogiken gerecht zu werden. Die Möglichkeiten, aber auch die Risiken vergrößern sich, wenn nicht nur eine Hochschule, sondern mehrere in einem Projekt mit einem externen Partner kooperieren, insbesondere, wenn diese Hochschulen unterschiedlichen Typs sind. In Baden-Württemberg gibt es fünf verschiedene Hochschultypen: Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaft, pädagogische Hochschulen, Akademien (Kunst, Musik, Theater) und die Duale Hochschule mit 9 Standorten. Insgesamt sind es 83 Institutionen im Land. Am Bodensee liegt es obendrein nahe, mit Hochschulen der Schweiz, Österreichs oder Liechtensteins zusammenzuarbeiten.

Zum dritten Mal organisiert das Team Transfer Lehre (Sibylle Mühleisen und Alber Kümmel-Schnur) gemeinsam mit der Hochschuldidaktik (Melanie Moosbuchner) die Transfer-Lehre-Tage, die alle geförderten Projekte des vergangenen Jahres in einer Posterausstellung vorstellt. In einer Serie von acht 90minütigen Miniworkshops wurden häufig wiederkehrende Fragen und Themen von Transferprojekten bearbeitet. Beliebt waren die Einführung in das Design Thinking, das Magdalena Reichmann und Peter Schramm von der Firma Seitenbau vorstellten, Überlegungen zur „Digitalen Transformation“ und deren Folgen für die Lehre durch Veronika Pöhnl oder die Darstellung des Schwerpunkts „MINT und Gesellschaft“ im Rahmen des Verbunds transferorientierter Lehre Baden-Württemberg durch Wolfgang Coenning.

Mit letzterem Workshop ist eine Besonderheit der diesjährigen Transfer Lehre-Tage benannt: erstmals wurden sie in Verbindung mit dem landesweiten Verbund transferorientierter Lehre, kurz TRAFO), durchgeführt. Dieser Verbund hat zum Ziel, ein hochschultypübergreifendes Netzwerk für Lehrprojekte, die mit externen Partnern kooperieren, aufzubauen.

Die abschließende Podiumsdiskussion machte noch einmal die Frage der guten Zusammenarbeit zwischen Hochschulen unterschiedlichen Typs zum Thema. Auf dem von Albert Kümmel-Schnur moderierten Podium diskutierten miteinander (in alphabetischer Reihenfolge) Eugen Bors (Student der Geschichtswissenschaften), Dr. Hansjörg Brem (Leiter des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau und Mitglied des Universitätsrates Konstanz), Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Coenning (Hochschule Esslingen und Leiter des NwT-Bildungshauses Göppingen), Prof. Dr. Markus Rhomberg (Geschäftsführer der IBH), Prof. Dr. Michael Stürner (Prorektor für Lehre, Universität Konstanz). Stark diskutiert wurde u.a. das Verhältnis von Forschung und Lehre und der daraus resultierende unterschiedliche Umgang mit Transfer in der Lehre.

Die Diskussion finden Sie hier zum Nachschauen.

Text von Albert Kümmel-Schnur (Universität Konstanz)