Austauschtreffen: IBH-Labs gehen preisgekrönt ins zweite Jahr

Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH hat Anfang Jahres drei IBH-Labs gegründet – Forschungs- und Innovationsnetzwerke, an denen sich mehrere Hochschulen und Praxispartner in der Bodenseeregion beteiligen. Die Idee wurde nun mit dem «Sail-of-Papenburg-Award» ausgezeichnet. Alle drei Labs trafen sich kürzlich zum übergreifenden Austausch – wobei vor allem digitale Themen eine gemeinsame Klammer bildeten. 2018 beginnt eine zweite Phase, für welche die IBH-Labs weitere Gelder für neue Projekte beantragt haben. Die Bewilligung durch das Interreg-Programm «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» steht noch aus und erfolgt im Januar.

Erfreuliches berichtete Simone Strauf von der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH am übergreifenden Austauschtreffen der drei IBH-Labs in Kreuzlingen: «Die Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen AGEG verlieh ihnen den Preis für erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit.» Die IBH-Labs seien in verschiedener Hinsicht ausserordentliche Projekte, so die Jury des Sail-of-Papenburg-Awards. Allein die Grösse des IBH-Netzwerks mit dreissig Hochschulen sei beeindruckend, und die Labs förderten die Entwicklung der Bodenseeregion – sie hätten damit Vorbildcharakter für andere Regionen. Bei den IBH-Labs handelt es sich um Forschungs- und Innovationsnetzwerke von Hochschulen und Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft im Bodenseeraum.

Lösungen für Menschen mit Beeinträchtigungen
Prof. Dr. Guido Kempter von der Fachhochschule Vorarlberg stellte das IBH Living Lab «Active & Assisted Living» (AAL) vor. Dabei geht es um die gesellschaftliche Einbindung von Älteren und Menschen mit Beeinträchtigungen – sie sollen möglichst lange selbstbestimmt leben können. Das Lab hatte einen Höhepunkt im Juni mit der Tagung «uDay – umgebungsunterstütztes Leben», um einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis anzuregen. «Es gibt bereits viele Lösungen zur Integration dieser Menschen», erläuterte Guido Kempter. Allerdings fehle es noch an vermarktbaren Lösungen. Oft gehe es darum, bei den Anwendern Barrieren abzubauen und die Akzeptanz technologiegetriebener Lösungen zu erhöhen. Das Lab präsentierte ambitionierte Ziele: Beispielsweise sollen 500 Senioren zur Mitarbeit überzeugt, 100-AAL-Wohnungen betreut, 30 Barrieren abgebaut, 20 Dienstleistungen und 100 Produkte lanciert werden – mit einem Netzwerk aus über 100 Expertinnen und Experten. Hierfür hat das AAL-Lab fünf Projekte ins Leben gerufen. Eines davon nennt sich «Tourismusraum Bodensee» und soll diesen als Urlaubsort für Menschen mit Beeinträchtigungen attraktiv machen.

Betriebswirtschaftliche Herausforderungen meistern
Das IBH-Lab «KMUdigital» hat drei Projekte lanciert. Sie befassen sich mit der Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Was müssen diese tun, um anschluss- und konkurrenzfähig zu bleiben? Die «digitale Bodensee-Agenda» untersucht rechtliche, politische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen der Digitalisierung, um mit einem Weissbuch Handlungsempfehlungen und Lösungswege für Politik, Verwaltung und Interessensverbände – aber auch für die Wissenschaft und KMU – zu erarbeiten. Ein «Digitalisierungsnavigator» gibt KMU direkt Handlungsempfehlungen, wie sie sich betriebswirtschaftlich rüsten können, um die Digitalisierung erfolgreich für sich zu nutzen. Zudem haben Forschende des Labs eine «internationale Musterfabrik 4.0» erstellt – mit digitalisierten Produktionsprozessen und Lieferketten, grenzüberschreitend in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2018 sollen drei weitere Projekte dazukommen: Wie optimieren KMU ihr Kerngeschäft und setzen gleichzeitig Innovationen um? Wie generieren sie Daten und schaffen daraus einen Mehrwert? Wie funktioniert die Landwirtschaft einer Hochpreisregion noch effizienter?

Aus- und Weiterbildung optimieren
Das IBH-Lab «Seamless Learning» will den Bildungs- und Wissensraum Bodensee stärken. «Es geht darum, dass wir insbesondere mit komplexem Lernstoff – wie beispielsweise in der Ingenieursausbildung oder in Physik – besser an die Studierenden oder Schülerinnen und Schüler herankommen», erklärte Dr. Andreas Witzig von der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Einerseits geschehe dies durch den Einbezug von digitalen Technologien wie dem Smartphone: Wie kommt man mit didaktischen Methoden auf die Endgeräte? Andererseits soll das Lernen vereinfacht werden, in dem Themen im Schulzimmer oder Vorlesungsraum stärker mit jenen in der Berufswelt, aber auch im privaten Umfeld, abgestimmt werden. «Das Ziel ist, beim Lehren und Lernen hinderliche Brüche zwischen analogen und digitalen Welten oder eben der Berufs- und Schulwelt zu vermeiden», so Andreas Witzig.

Die drei IBH-Labs sind insgesamt mit zehn Millionen Euro für die nächsten vier Jahre dotiert, wovon über sechs Millionen aus dem Interreg-Programm «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» stammen.


Hochschulen kooperieren zur Stärkung von KMU

Die Digitalisierungswelle ist in vollem Gange. Während einige wenige KMU digitale Innovationen selbst forcieren, sehen sich andere von internationalen Grossunternehmen unter Druck, ihre Digitalisierung voranzutreiben – wenn sie deren Zulieferer bleiben wollen. Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH lancierte deshalb «KMUdigital» mit Beteiligung von Forschenden mehrerer Hochschulen. Beim Auftakt in Dornbirn vernetzten sie sich mit KMU aus der Region. 

Wieviel Digitalisierung muss in den Mittelstand? Wieviel Digitalisierung passt in den Mittelstand? Diesen Fragen will sich «KMUdigital» zuwenden. Dabei handelt es sich um eines von drei neuen Labs der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH, dem Netzwerk von dreissig Hochschulen rund um den Bodensee. Am Mittwoch, den 22. März 2017, erfolgte der offizielle Startschuss für KMUdigital an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn. Das neue IBH-Lab wird zunächst für vier Jahre mit 2.3 Millionen Euro aus dem Regionalprogramm «Interreg V-Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» der Europäischen Union gefördert.

Sieben Hochschulen beteiligt
«Wir wenden uns vor allem an traditionelle KMU, die auf die Digitalisierung reagieren müssen», erklärte Professor Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung der Hochschule Konstanz (HTGW). Unter seiner Leitung beteiligen sich Forschende folgender sieben Hochschulen am IBH-Lab KMUdigital: Hochschule Konstanz (HTWG), Fachhochschule Vorarlberg (FHV), Fachhochschule St.Gallen (FHS), Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB), Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG), Zeppelin Universität Friedrichshafen (ZU) und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Die Praxis arbeitet mit
«KMU sind die Stütze unserer Wirtschaft, aber ihnen fehlen oft die Ressourcen, um eigene Forschung zu betreiben und sich auf den digitalen Wandel vorzubereiten», sagte Professorin Dr. Tanja Eiselen, Rektorin der Fachhochschule Vorarlberg. In diese Lücke springe das IBH-Lab KMUdigital. Eiselen begrüsste 70 Gäste aus Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. Die Forschenden präsentierten dabei die ersten drei konkreten Projekte, die KMU in der Region im digitalen Wandel und so in ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Alexandra Boger von der HTWG Konstanz koordiniert das IBH-Lab KMUdigital: «Ziel war einerseits der Austausch unter den Forschenden der drei Projekte und andererseits die Vernetzung mit interessierten Unternehmen.» Dies sei gelungen. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft betonten, es sei wichtig, dass sie von Beginn an in die Projekte eingebunden würden. So zeigten sie sich auch gewillt, aktiv mitzuarbeiten.

Gesetzeslage, Produktion und Geschäftsmodelle optimieren
Dr. Marcus Kurth, Professor an der HTWG Konstanz, stellte das Projekt «i4Production» vor. Dabei geht es um digitalisierte Produktionsprozesse und Lieferketten mehrerer Unternehmen. «Beim Thema Produktion gibt es noch viel Potenzial, um effizienter zu werden», so Kurth. Dazu gehöre beispielsweise auch die Einbindung von Kunden in die Produktentwicklung. Das zweite Projekt «Digitale Agenda Bodensee» beschäftigt sich mit den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung. Am Anlass zeigte sich, dass diese von den Unternehmen als störend wahrgenommen werden. «Ziel ist die Erarbeitung eines Weissbuchs mit konkreten Handlungsempfehlungen, um politische Prozesse in der Region zu beeinflussen – zugunsten der Digitalisierung von KMU», erklärt hierzu Dr. Markus Rhomberg, Professor an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Das dritte Projekt blickt aus betriebswirtschaftlicher Perspektive auf die Digitalisierung in KMU und will dafür einen «Digitalisierungsnavigator» etablieren. Dr. Christian Thiel, Professor an der FHS St.Gallen, stellte diesen vor: «Es geht um die Fragen: Welche Aspekte der Digitalisierung haben für ein bestimmtes KMU am meisten Potenzial? Wie kann es diese mit möglichst kleinem Risiko umsetzen?» Dafür kreiert das Forscherteam einen digitalen Fitness-Check. Bis 2018 wird das IBH-Lab KMUdigital drei weitere Projekte anstossen.

Weitere Informationen zum IBH-Lab KMUdigital finden Sie hier.


IBH-Lab KMUdigital am Ostschweizer Technologie-Symposium

Digitalisierung ganz konkret

Das IBH-Lab KMUdigital nimmt Fahrt auf: Das Forschungslab der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH testet die Digitalisierung bereits in Musterfabriken. Und es wirkt auf bessere politische, rechtliche und organisationale Rahmenbedingungen in der Region hin. Zudem erscheint 2018 ein betriebswirtschaftlicher Leitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die Schritte in die Digitalisierung gehen müssen oder wollen. Am Ostschweizer Technologie-Symposium gaben die beteiligten Hochschulen Einblicke in die drei aktuellen Projekte des Labs.

Kurzer Rückblick: Ende März startete das Forschungslab KMUdigital der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH mit drei vielversprechenden Projekten und einer Finanzierung von 2.3 Millionen Euro. Am Ostschweizer Technologiesymposium OTS von letzter Woche gewährte das Lab nun spannende Einblicke in diese angelaufenen Projekte. Ein gutes Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten an einem Messestand technische Objekte aus, gaben Interessierten Auskunft und hielten Referate. Dabei drehte sich alles um die Frage: Wieviel Digitalisierung muss in KMU? Aber auch: Wieviel Digitalisierung passt in KMU?

Digitalisierte und internationale Musterfabriken

Prof. Dr.-Ing. Marcus Kurth von der Hochschule Konstanz (HTWG) stellte das Projekt «i4Production» vor. Hierfür hat sich seine Hochschule mit der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) und der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) zusammengetan – gemeinsam betreiben sie eine länderübergreifende Musterfabrik mit digitalisierten Produktionsprozessen und Lieferketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die NTB Buchs produziert dafür elektronische und die FH Vorarlberg mechanische Komponenten, die dann in einer Produktionsstrasse der HTWG Konstanz endmontiert werden. Zusammen stellen sie ein Modellfahrzeug her, als sogenanntes «cyber-physisches System», bei dem der Kunde über eine digitale Plattform sein Produkt selber konfigurieren kann – vom Ultraschallsensor über die Kamerasysteme oder das Felgendesign bis zum autonomen Fahren. Und was bringt das KMU? «Je weiter wir mit dem Projekt vorwärtskommen, desto mehr Chancen und Risiken in der Digitalisierung entdecken wir», erklärt Marcus Kurth. Viele KMU seien Zulieferer von Konzernen und müssten deshalb digitalisieren, ihre Prozesse transparent machen oder neue Technik anschaffen. Rasch sind beispielsweise auch rechtliche Fragen damit verbunden. Beim IBH-Lab KMUdigital erhalten sie Beratung aus interdisziplinärer Perspektive und können Produkte sowie Prozesse testen.

Den notwendigen Rahmen schaffen

Auch beim Projekt «Digitale Agenda Bodensee» geht es darum, KMU zur Digitalisierung zu befähigen. Es beschäftigt sich mit politischen, rechtlichen und organisationalen Rahmenbedingungen der Digitalisierung – vielen KMU drückt hier der Schuh. «Deshalb haben wir vorerst bei KMU ermittelt, was für sie wichtig ist», erklärt Christopher Köhler von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Es geht um Themen wie: schnelles Internet, Förderprogramme, Netzwerke, Cyber Security, Datenschutz, Mitarbeiterqualifikation und so weiter. Die entsprechende Studie soll in einem zweiten Schritt mit KMU, der Politik sowie Wirtschaftsverbänden in Workshops diskutiert werden. Ziel ist ein Weissbuch mit konkreten Empfehlungen, was in der Region getan werden muss, damit die KMU optimale Rahmenbedingungen für die Digitalisierung vorfinden. Daran beteiligt sind auch die Fachhochschule St.Gallen (FHS) und die HTWG Konstanz.

Betriebswirtschaftliche Überlegungen

Das dritte Projekt ist ein «Digitalisierungsnavigator» – kurz: DigiNav. Prof. Dr. Peter Jaeschke von der FHS St.Gallen stellte diesen in einem Referat vor. DigiNav blickt aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf die Digitalisierung. Wie sollen KMU an das Thema herangehen? «Schlussendlich wollen wir den Unternehmen aufzeigen, was ihnen konkret hilft, um noch erfolgreicher zu werden – ohne zu grosse Risiken einzugehen», sagt Peter Jaeschke. Oder anders formuliert: «Was genau aus dem Bereich der Digitalisierung soll ich mir herauspicken, um Vorteile zu gewinnen?» Dafür erarbeitet Jaeschke mit Kolleginnen und Kollegen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, der NTB Buchs, der HTWG Konstanz und Projektpartnern aus der Praxis einen Leitfaden. «Mit gesundem Menschenverstand wollen wir erstmals systematisch dokumentieren, was alles möglich ist, welchen Nutzen es bringt, was beachtet werden muss und damit Entscheidungsgrundlagen liefern.»

In alle Projekte sind KMU der Bodenseeregion aktiv integriert. «Ab Januar 2018 wollen wir drei weitere Projekte starten», sagt Alexandra Boger, die das IBH-Lab KMUdigital von der HTWG Konstanz aus koordiniert. Auch dann sind wieder interessierte Projektpartner aus der KMU-Praxis zur Teilnahme eingeladen.

Infos: www.kmu-digital.eu


IBH-Lab KMUdigital: Forschungsverbund unterstützt Mittelstand bei Digitalisierung

Sieben Hochschulen der Bodenseeregion arbeiten disziplin- und grenzüberschreitend zusammen –IBH-Lab „KMUdigital“ will Innovationsfähigkeit der Region steigern

Die Digitalisierung führt schon jetzt zu radikalen Umwälzungen von Geschäftsmodellen und Prozessketten, die gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) existenzbedrohend sein können. Sie haben aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen und hohen Spezialisierung kaum die Möglichkeit, adäquat auf diesen Wandel zu reagieren. Wie KMU die Herausforderung Digitalisierung gerade auch in der Vierländerregion Bodensee mit Überschreitung einer EU-Außengrenze meistern können, werden sieben Hochschulen in den kommenden vier Jahren untersuchen und erarbeiten. Die Mitgliedshochschulen der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH haben sich zum Ziel gesetzt, mit dem IBH-Lab „KMUdigital“ die Forschungs- und Innovationsfähigkeit der Region zu steigern. Die Forscherinnen und Forscher sind interessiert an Kooperationen mit Unternehmen und Kammern. Sie wollen bei den KMU Verständnis für die sich ergebenden Chancen und Risiken wecken und sie wissenschaftlich begleiten und fördern. Das IBH-Lab KMUdigital ist eines von drei IBH-Labs, die von der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH und der Bodenseekonferenz initiiert und vom Interreg-V Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ mit insgesamt mehr als 6 Millionen Euro gefördert werden.

Die Hochschulen gehen damit neue Wege in der Forschungskooperation. Innerhalb des IBH-Labs KMUdigital wollen sie mit Hilfe der intensiven Zusammenarbeit über Disziplin- und Landesgrenzen hinweg die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken. In ihren Forschungsaktivitäten betrachten sie den digitalisierten Produktionsvorgang an sich (Shopfloor), den Einfluss der Digitalisierung auf Geschäftsprozesse, Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung sowie die nötigen politischen Rahmenbedingungen. Die Lab-Leitung liegt bei der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG), die weiteren beteiligten Hochschulen sind die FH Vorarlberg, die FHS St.Gallen, die NTB Buchs, die Pädagogische Hochschule Thurgau, die Zeppelin Universität und die ZHAW. Professor Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung der HTWG Konstanz, stellt heraus: „Der innovative Charakter des IBH-Labs KMUdigital besteht darin, die um den See vorhandene Expertise zu bündeln, um die Chancen und Auswirkungen für die wichtigsten Unternehmen der Region, den Mittelstand, ganzheitlich zu untersuchen.“

Teilprojekte von Management bis Produktion

Das Lab hat bereits drei Teilprojekte definiert, die den Prozess von Management bis Produktion widerspiegeln. Je nach Projekt sind unterschiedliche Hochschulen involviert. So wird das Projekt DigiNav von den Hochschulen FHS St. Gallen (Leitung), NTB Buchs, HTWG Konstanz und der ZHAW ausgeführt. Es betrachtet Anforderungen an die Managementebene. Fragen werden beispielsweise sein: Wie kann ein Unternehmen durch gezielte Digitalisierung Reaktionszeiten verkürzen und die Wertschöpfungskette optimieren, wie Services als neue Geschäftsfelder vorantreiben, wie den Kunden einbinden, wie nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufbauen und schützen? Das Besondere: All dies soll zusammen mit Unternehmen erarbeitet werden und sich der Bewertung unter den Gesichtspunkten Kosten, Nutzen, Risiken, technologische Machbarkeit stellen. Der Projektleiter Prof. Dr. Christian Thiel stellt heraus: „Ziel des Projektes ist es, ein systematisches Vorgehen für die Erhebung, Analyse und Umsetzung der Digitalisierungspotenziale in KMUs zu entwickeln, das im Gegensatz zu bestehenden Ansätzen im ersten Schritt nicht von den technologischen Möglichkeiten, sondern vom Nutzen und vom Beitrag zum Geschäftserfolg ausgeht.“ Ergebnis des Projektes ist die Bereitstellung eines Digitalisierungsnavigators für mittelständische Unternehmen, damit diese Potenziale für das eigene Unternehmen systematisch identifizieren und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen einleiten können.

In dem auf zwei Jahre angelegten Projekt i4production (Leitung HTWG, weitere Partner FH Vorarlberg, NTB Buchs, RhySearch) stehen die Fragen im Mittelpunkt: Wie werden produzierende Unternehmen künftig mit Lieferanten kommunizieren, wie sieht eine virtuelle Zulieferstruktur aus? Wie Logistik über die EU-Außengrenze hinweg? Das Projekt erstreckt sich konkret von Softwareentwicklungen bis zu Machbarkeitsstudien. Ziel ist die Entwicklung und Simulation einer vernetzten Prozesslandkarte 4.0 für den Bodenseeraum. Konkret soll dies geleistet werden durch die Weiterentwicklung und Vernetzung der bestehenden digitalen Modellfabriken der Hochschulen NTB Buchs, HTWG Konstanz und der Modellwerkstatt der FH Vorarlberg zu einer digitalen Demo-Fabrik. Dank der geographischen Verteilung dieser Fabrik stehen für die KMU direkte Ansprechpartner in den beteiligten Partnerstaaten Schweiz, Deutschland und Österreich zur Verfügung. „Mit dem Projekt i4Production entsteht eine dezentrale, grenzüberschreitende Produktion eines kundenindividuellen Internet-of-things-Produktes unter realen Anforderungen. Mit der Demofabrik werden wir neue Möglichkeiten der Effizienzoptimierung sowie neue Geschäftsmodelle in solchen Lieferketten untersuchen und testen können“, sagt Projektleiter Dr. Marcus Kurth, Professor für Automatisierung an der HTWG.

Dienstleistungen und Geschäftsmodelle werden sich stark verändern. Die damit verbundenen Fragestellungen an die rechtlichen Rahmenbedingungen werden im dritten Teilprojekt behandelt: Unter dem Titel „digitale Agenda Bodensee“ (DAB) ergründen die Zeppelin Universität (Leitung), FHS St. Gallen und die HTWG Konstanz, welche Rahmenbedingungen innerhalb der Länder, aber auch über die Landesgrenzen hinweg gegeben sein müssen, damit auch kleine und mittlere Unternehmen Digitalisierung gewinnbringend umsetzen können. Im Fokus stehen politische Voraussetzungen, Regulierungen, Kompetenzentwicklungen. Mit Partnern aus der Praxis sollen Handlungsempfehlungen zur kurz-, mittel- und langfristigen Gestaltung von Rahmenbedingungen zur Unterstützung, Profilierung und Kompetenzentwicklung von KMUs erarbeitet werden. Prof. Dr. Markus Rhomberg, Leiter des Zentrums für Politische Kommunikation an der Zeppelin Universität, freut sich auf das Projekt: „Die Möglichkeit, wissenschaftliche Analyse in praktisches Handeln zu übersetzen und auf einer internationalen Dimension Impulse für die Zukunft zu liefern, sind jene Aspekte, die für uns die Faszination dieses Projekts ausmachen“.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler legen Wert darauf, nicht im Elfenbeinturm zu forschen. Während aller Projektphasen ist die Einbindung von Unternehmen gewünscht, die Ergebnisse sollen früh kommuniziert werden. Unter anderem sind Workshops zum Thema in der gesamten Bodenseeregion geplant, KMUdigital wird in etwa viermonatigem Rhythmus Roadshows an wechselnden Standorten anbieten. Die Planungen sind ambitioniert, doch Alexandra Boger von der HTWG Konstanz, die mit dem Management des Labs betraut ist, betont: „Wir fangen nicht bei Null an. Alle beteiligten Hochschulen forschen bereits zum Thema Digitalisierung. Die spezialisierten Kompetenzen werden nun gewinnbringend für die weitere Forschung und zugunsten der KMU der Region zusammen geführt.“

Die beteiligten Hochschulen:

IBH-Lab-Leitung: HTWG Konstanz; Hochschulpartner: Fachhochschule Vorarlberg, FHS St.Gallen, NTB Buchs, Pädagogische Hochschule Thurgau, Zeppelin Universität, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Einladung:

Interessierte Vertreterinnen und Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind zur Kick-off-Veranstaltung am Mittwoch, 22. März, 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr, an die Fachhochschule Vorarlberg (Hochschulstraße 1, AT-6850 Dornbirn, Café Schräg) eingeladen.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: http://www.bodenseehochschule.org/kick-off-meeting-ibh-lab-kmudigital/

Bildtext:

Forscherinnen und Forscher von sieben Hochschulen der Bodenseeregion arbeiten im IBH-Lab KMUdigital zusammen, um den Mittelstand der Region bei der Digitalisierung zu unterstützen.

Kontakt:

Alexandra Boger

Management KMUdigital

Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG)

Alfred-Wachtel-Straße 8

D-78462 Konstanz

T + 49 7531 206 520; F + 49 7531 206 436

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