Die kommunikativen Fähigkeiten von IngenieurInnen stärken

4. Februar 2020

Die Kommunikationskompetenzen von angehenden IngenieurInnen langfristig stärken und gleichzeitig eine Austauschplattform für alle IBH-Hochschulen zu entwickeln: Diese Ziele verfolgt das IBH-Projekt Professional Literacy. Es wird getragen von der ZHAW, der HSR Rapperswil sowie den Hochschulen Ravensburg-Weingarten und Kempten. Wir haben mit dem Projektleiter Oliver Winkler über das Projekt gesprochen.

Warum brauchen insbesondere IngenieurInnen ausgeprägte Kommunikationskompetenzen?

IngenieurInnen arbeiten an Schnittstellen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Technik. Neben den entsprechenden Fachkenntnissen müssen sie deshalb einerseits in der Lage sein, fachspezifisch genau, präzise und korrekt schriftlich und mündlich zu kommunizieren. Andererseits befinden sie sich häufig in Experten-Laien-Situationen, in denen Sie technisch komplexe Inhalte einfach und verständlich darlegen müssen. Da sie sich sowohl regional als auch in einem globalen Umfeld bewegen, sind Mehrsprachigkeit, aber auch interkulturelle Kompetenzen und Verhandlungsgeschick wichtige Faktoren einer erfolgreichen Tätigkeit.

Was sind die Ziele des Projekts?

Mit dem Projekt wollen wir insgesamt die Kommunikationselemente in der Ingenieursausbildung im IBH-Raum stärken und verbessern. Es gibt dazu in vielen Studiengängen eine Reihe von Ansatzpunkten, aber nur selten eine systematisch angelegte Schulung der Kommunikationskompetenzen in der Lehre. Deshalb ist es unser Ziel einen gemeinsamen Rahmenlehrplan für Kommunikationsmodule für Technikstudiengänge in der IBH-Region zu erstellen. Dieser soll als Orientierung dienen und für die einzelnen Studiengänge einsetzbar sein. Darüber hinaus entwickeln wir eine Online-Plattform, die als Ort der Kollaboration und des gegenseitigen Austausches der IBH-Hochschulen über die Projektlaufzeit hinaus verwendet wird.

Wie gehen Sie konkret in Ihrem Projekt vor?

Grundlage für unser Projekt ist eine Analyse dessen, was bereits an Kommunikationsmodulen in technischen Studiengängen in der IBH vorhanden ist und einer Erhebung von Bedürfnissen bei Lehrenden und Lernenden. Dafür führen wir unter allen IBH-Hochschulen, die technische Studiengänge anbieten, eine Umfrage durch. Diese richtet sich an Personen der entsprechenden Studiengänge, die im Bereich Sprache und Kommunikation für Module bzw. Curricula verantwortlich sind.
Aufbauend darauf entwickeln wir einen Rahmenlehrplan, der einerseits Lehrinhalte vorsieht, aber auch Vorschläge für die didaktische Umsetzung macht. Diesen Plan stimmen wir zudem mit ExpertInnen aus der Praxis ab. Im Anschluss daran werden wir diesen Rahmenlehrplan über eine Online-Plattform den Hochschulen in der Bodenseeregion und darüber hinaus zur Verfügung stellen.

Was muss gelingen, damit Sie das Projekt nach Abschluss als erfolgreich bezeichnen würden?

Das Projekt ist dann erfolgreich, wenn die gesetzten Ziele erreicht werden. Dafür ist es wichtig, eine kritische Masse zu erreichen, das bedeutet möglichst viele der den Forschungskriterien entsprechenden IBH-Hochschulen zur Teilnahme an der Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse bewegen und über eine ansprechende Online-Plattform längerfristig einbinden zu können. Sowie damit gleichzeitig den Ausgangspunkt zu legen für Folgeprojekte im Bereich Professional Literacy bzw. eine Ausweitung des Adressatenkreises über die IBH hinaus. Die Entwicklung eines Rahmenlehrplans, der zu einer wahrnehmbaren Stärkung der kommunikativen Kompetenzen der Studierenden führt und von den Hochschulen als Bereicherung für ihre Arbeit angesehen wird, wird dabei förderlich sein.