IBH-Stipendien für die Lindauer Nobelpreisträgertagung

Jedes Jahr im Sommer kommen in Lindau etwa 30 Nobelpreisträger mit 500-600 ausgezeichneten Nachwuchsforschenden aus aller Welt am Bodensee zusammen. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen fördern seit ihrer Gründung 1951 den Austausch zwischen WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen. Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH unterstützt jedes Jahr exzellente Nachwuchsforschende aus dem Bodenseeraum mit einem Stipendium. Die 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung (#LINO19) wird der Physik gewidmet sein. Bereits heute haben 41 Nobelpreisträger ihre Teilnahme zugesagt. Sie treffen auf 580 NachwuchswissenschaftlerInnen aus 88 Ländern zu einem inspirierenden Dialog.

Fünf Nachwuchsforschende aus dem IBH-Raum haben das Auswahlverfahren erfolgreich bestanden und können an der Tagung vom 30. Juni bis 5. Juli teilnehmen:

 

Jana Simone Huber / Universität Konstanz
„Ich bin auf der Insel Reichenau am Bodensee aufgewachsen und habe 2012 am Heinrich-Suso- Gymnasium in Konstanz Abitur gemacht. Im Oktober 2012 begann ich mein Physik Studium an der Universität Konstanz und erhielt dort 2015 meinen Bachelor bzw. 2017 meinen Masterabschluss. Seit Dezember 2017 bin ich Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Eva Weig mit dem Forschungsschwerpunkt Nanomechanik. Dabei geht es um winzige nanostrukturierte Balken die freitragend zwischen zwei Aufhängepunkten gespannt sind, wie eine Gitarrensaite- nur etwa 20000 Mal so klein. Diese Nanosaiten werden zum Schwingen gebracht und ihre Vibrationen untersucht. Ich selbst befasse mich mit der Nichtlinearen Dynamik der Saiten, also mit ihren Schwingungseigenschaften unter sehr starkem Antrieb. Die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung gibt mir dir einzigartige Gelegenheit sowohl mit sehr erfahrenen WissenschaftlerInnen als auch mit Nachwuchforschenden aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. Ich freue mich auf eine inspirierende, internationale und lehrreiche Tagung!“

 

Katrin Jödicke / Hochschule Konstanz HTWG
„Ich habe Maschinenbau (Bachelor) und Umwelt- und Verfahrenstechnik (Master) studiert. Während meines Studiums war ich für Praktika und Projekte in Frankreich und Uganda, meine Masterthesis habe ich in der Schokoladenverarbeitung geschrieben. Nach dem Studium habe ich in der Schweiz und der Ukraine als Nachwuchsprojektleiterin im Anlagenbau gearbeitet und dann 2015 meine Promotion in Konstanz und Kassel begonnen. Meine Promotion beschäftigt sich mit der messtechnischen Qualitätssicherung während der Trocknung von Lebensmitteln. Sie ist ursprünglich in einem Großprojekt zum Thema Nahrungsmittelsicherung in Ostafrika verankert, in dem es um die Verringerung von Nachernteverlusten und die Wertsteigerung von Produkten in der Nachernte geht. Von der Tagung erwarte ich mir interessante neue Kontakte und vielseitige Vorträge / Workshops. Ich freue mich darauf, mich mit Forschern aus aller Welt austauschen und vernetzen zu können.“

 

Narinder Narinder / Universität Konstanz
„I am a physicist and currently pursuing my Ph.D. in the group of Prof. Dr. Clemens Bechinger. I am hugely interested in understanding the dynamics of self-propelled active colloids in the viscoelastic environment. Knowledge of their dynamics in non-Newtonian fluids can engender profound medical related applications since most of the fluids in nature exhibit viscoelastic behavior. Besides this, it is a topic of great fundamental importance in non-equilibrium statistical mechanics. Due to relatively large relaxation times of such liquids, an active particle moving in such fluids represents a random walker in the non-equilibrium background. I fervently believe that 69 Lindau Nobel Laureaes meeting will provide me a glimpse of their life-long dedication towards science and will shore up my high rise aspirations.“

 

Cornelia Nef / NTB Buchs
„Aufgewachsen bin ich im Appenzellerland in der Ostschweiz. Nach meiner Matura ging ich an die Universität Basel um Nanowissenschaften zu studieren. An der selben Uni schloss ich 2014 meine Doktorarbeit im Bereich Molekulare Elektronik ab. Zur Zeit arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Technik Buch NTB im Institut für Mikro- und Nanotechnologie. Zusammen mit unseren Industriepartnern bringe ich Resultate aus der Grundlagenforschung zur Anwendung und schaffe dadurch Innovationen. Besonders interessieren mich dabei Projekte aus dem Bereich Medizinaltechnik und Mikrofluidik wie z.B. Lab-On-Chip Systeme. In der Wissenschaft geht es nicht nur darum neues Wissen zu schaffen oder die fundamentale Prinzipien der Natur zu ergründen. Als Wissenschaftler hat man genauso eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sei es in Form von technologischem Fortschritt oder in der Art und Weise wie sie unser Denken beeinflusst. Umso wichtiger dabei ist der Austausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Kulturen. Deshalb freue ich mich besonders darauf bei der 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung mit anderen Wissenschaftlern zu diskutieren und von Ihren Erfahrungen lernen zu dürfen.“

 

Anna Véron / Universität Zürich
Anna Véron wurde 1988 in Bregenz (A) am Bodensee geboren. Im Jahr 2006 begann sie ihr Studium der Chemie an der Universität Zürich. Nach Abschluss des MSc in organischer Chemie 2012 entschied sie sich für eine Doktorarbeit in an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Dübendorf (CH). Ihr Forschungsschwerpunkt lag in der Entwicklung und Untersuchung neuer Materialien für optoelektronische Anwendungen, wie z.B. Solarzellen. 2016 verteidigte sie ihre Thesis mit dem Titel «Near–Infrared Absorbing Cyanine Dyes and Organic–Inorganic Perovskites for Electronic Applications». Seit 2017 arbeitet Anna Véron als Fachreferentin für Chemie und Physik bei der Hauptbibliothek der Universität Zürich und spielt eine Schlüsselrolle in der Ausbildung von Nachwuchsforschenden im Umgang mit wissenschaftlicher Information.

Bildnachweise: Beitragsbild (Lindau Nobel Laureate Meeting: Kunkel), Anna Véron (Frank Brüderli, http://www.bruederli-fotograf.ch)