IBH-Stipendien für die Lindauer Nobelpreisträgertagung

Jedes Jahr im Sommer kommen in Lindau etwa 30 Nobelpreisträger mit 500-600 ausgezeichneten Nachwuchsforschenden aus aller Welt am Bodensee zusammen. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen fördern seit ihrer Gründung 1951 den Austausch zwischen WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen. Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH unterstützt jedes Jahr exzellente Nachwuchsforschende aus dem Bodenseeraum mit einem Stipendium. 
 

2020 Wirtschaftswissenschaften: Vier StipendiatInnen der IBH

Die Tagung musste auf den Sommer 2021 verschoben werden. Weitere Informationen finden Sie hier.
 

Tommy Krieger / Universität Konstanz
Geboren und aufgewachsen bin ich der Nähe von Dresden. Nach meinem Abitur im Jahr 2009 ging ich nach Jena um ein Mathematikstudium zu beginnen. Zwei Jahre später began ich ein Zweitstudium im Fach Wirtschaftswissenschaften. Nach Abschluss meines Bachelorstudiums zog ich im Herbst 2013 nach Würzburg, wo ich mich mich für einen Master im Fach Wirtschaftsmathematik einschrieb. Diesen beendete ich im Frühjahr des Jahres 2015. Anschließend startete ich ein Doktorat in Konstanz, welches ich im Mai 2019 abschloss. Seit Oktober 2019 bin ich Post-Doc am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. In meiner Forschung beschäftige ich mich vor allem mit Themen der politischen Ökonomie. Ich freue mich auf die Teilnahme am 7. Lindauer Nobelpreisträgertagung für Wirtschaftswissenschaften und hoffe auf viele spannende Diskussionen.

 

Immanuel Lampe / Universität St. Gallen
Im Jahr 2010 habe ich in Meppen, einer kleinen Stadt im Norden Deutschlands, mein Abitur gemacht. Danach bin ich für mein Mathematikstudium nach Ulm gezogen. 2014 habe ich meinen Bachelor abgeschlossen. Im Rahmen des anschliessenden Masterstudiums (2014-2017) habe ich ein Jahr in den USA (University of Wisconsin, Milwaukee) verbracht. Aktuell arbeite ich an meiner Promotion im Bereich der Volkswirtschaftslehre. Mein Forschungsschwerpunkt ist die Modellierung von Entscheidungen unter Risiko. Insbesondere integriere ich Elemente aus der Psychologie in klassische volkswirtschaftliche Entscheidungsmodelle um Erklärungsansätze für die geringe Nachfrage nach hoch subventionieren Agrarversicherungen in Entwicklungsländern aufzuzeigen. Ich freue mich schon sehr, dass ich bei der 7. Lindauer Nobelpreisträgertagung für Wirtschaftswissenschaften mit anderen internationalen NachwuchsforscherInnen in Kontakt treten und mit ihnen auch über mir bisher unbekannte Forschungsgebiete debattieren kann.

 

Jonas Romer / Universität St. Gallen
In St.Gallen geboren, habe ich an der Universität St.Gallen Volkswirtschaftslehre im Bachelor und Banking und Finance im Master studiert, ergänzt durch Austauschprogramme in Göteborg, Schweden, und Claremont, USA. Seit September 2016 bin ich Doktorand und Forschungsassistent am Institut für Banken und Finanzen an der Universität St.Gallen. Im Frühjahr 2020 konnte ich zudem an einem Forschungsaufenthalt an der McCombs School of Business der UT Austin, USA, meine Forschung im Austausch mit den KollegInnen aus den USA vorantreiben. Als Forschungsschwerpunkt untersuche ich das Anreizsystem von Verwaltungsräten, um herauszufinden, wie man die Führung und Kontrolle von Unternehmen verbessern kann. Zudem untersuche ich die Effektivität von verschiedenen Schutzmassnahmen in Unternehmen gegen Cyberangriffe. Ich freue mich sehr auf das 7. Lindauer Nobelpreisträgertreffen der Wirtschaftswissenschaften. Ich erhoffe mir, dass ich im Austausch mit ExpertInnen verschiedenster Wirtschaftswissenschaften meinen Horizont erweitern kann und so meine Forschung durch neue Betrachtungsweisen erweitern kann.

 

Philine Widmer / Universität St. Gallen
Ich bin in Basel aufgewachsen und studiere seit 2013 Volkswirtschaftslehre an der Universität St.Gallen (seit 2017 im Doktorat). Mit der zunehmenden Digitalisierung stellen sich für die Gesellschaft neue Fragen, die einer sorgfältigen Erforschung bedürfen. Gleichzeitig können mit der zunehmenden Verfügbarkeit (digitaler) Daten und den Fortschritten in den Datenwissenschaften sozialwissenschaftliche Fragen mit einer noch nie dagewesenen Systematik erforscht werden. Dies hat mich dazu bewegt, in meinem Doktorat grosse Mengen an Textdaten mit ökonometrischen Methoden zu kombinieren. Insbesondere beleuchte ich dabei das Zusammenspiel zwischen Medien, Wirtschaft und Politik. Für das demokratische Zusammenleben ist der Zugang zu Information essenziell. Gleichzeitig ist es für den einzelnen Menschen schwierig zu erfassen, woher Informationen stammen und mit welcher Absicht sie verbreitet werden. Ich freue mich, Teil der Lindauer Nobelpreisträgertagung zu sein und mich mit anderen WissenschaftlerInenn darüber auszutauschen, wie die Wissenschaft wertvolle Beiträge zu Gesellschaft und Politik leisten kann.

 

2020 Naturwissenschaften: Fünf StipendiatInnen der IBH

Die Tagung musste auf den Sommer 2021 verschoben werden. Weitere Informationen finden Sie hier.
 

Larissa Alina Casper / Universität Konstanz
Ich bin in Dortmund geboren und aufgewachsen, wo ich 2013 auch Abitur gemacht habe. Seit dem Wintersemester 2013/14 studiere ich Chemie an der Universität Konstanz. 2016 schloss ich meinen Bachelor ab. Während meines Masterstudiums absolvierte ich einen Forschungsaufenthalt an der Harvard University (Cambridge, USA). Im August 2018 begann ich dann meine Promotion im FastTrack Programm der Universität Konstanz in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Winter mit dem Forschungsschwerpunkt Metallorganische Chemie. Meine Gruppe befasst sich mit der elektronischen Kommunikation zwischen Redoxzentren in sogenannten Metallkomplexen (unter anderem mit den Metallen Ruthenium, Eisen und Platin). Ich selbst befasse mich mit elektrisch schaltbaren Farbstoffen, die aus einer elektronenarmen, organischen Einheit und einer elektronenreicheren, eisenhaltigen Ferroceneinheit bestehen und daher sehr interessante optische und magnetische Eigenschaften zeigen. Ich freue mich sehr an der Nobelpreisträgertagung teilnehmen zu dürfen, um mit WissenschaftlerInnen aus aller Welt in einen regen Austausch zu kommen und einen Einblick in andere Forschungsbereiche zu erhalten.

 

Debora Kehl / Universität Zürich
Zu sehen, wie wissenschaftliche Innovationen klinisch angewendet werden können, fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Aus diesem Grund entschied ich mich für ein Studium in der Biologie (Bachelor) und Humanbiologie (Master) an der Universität Zürich. 2017 habe ich meine Doktorarbeit am Institute für Regenerative Medizin, im Fachbereich integrativer molekularer Medizin, verteidigt. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag in der Gewebezüchtung (sog. Tissue Engineering) und der Anwendung von Stammzellen für Herzkreislauferkrankungen. Insbesondere habe ich das Sekretom dieser Stammzellen untersucht, ein Cocktail von löslichen Proteinen und Wachstumsfaktoren der die Bildung neuer Blutgefässe nach Herzinfarkt anregen soll. Als Postdoktorandin in Zürich, Kyoto (Center for iPS Cell Research and Application) und Boston (John A. Paulson School of Engineering and Applied Science) hatte ich die Möglichkeit, an weiteren anwendungsbezogenen Forschungsprojekten im Bereich der Herzkreislaufforschung zu arbeiten. Ich freue mich Teil der 70. Lindauer Nobelpreisträgertagung zu sein und schaue erwartungsvoll dem inspirierenden Austausch zwischen WissenschaftlerInnen verschiedenster Disziplinen und Ländern entgegen.

 

Ruslan Rust / Universität Zürich
Ursprünglich bin ich in Minsk, Weissrussland geboren und mit sieben Jahren nach Deutschland gekommen. In meinem Studium an der Universität Bielefeld und Dresden habe ich mich für den Bereich der Stammzellforschung und Regeneration spezialisiert. Während meines PhDs an der ETH und Universität Zürich beschäftigte ich mich mit einem Therapieansatz, um die Neubildung der Blutgefäße nach einem Schlaganfall zu verbessern in der Arbeitsgruppe von Prof. Martin E. Schwab. Zurzeit arbeite ich als Neurowissenschaftler an der Universität Zürich in der Arbeitsgruppe von Prof. Roger Nitsch. Unser Ziel ist es eine innovative Stammzelltherapie zu etablieren, um die Regenerationsfähigkeit des Gehirns nach einem Schlaganfall zu verbessern. Ich bin bereits sehr neugierig an der 70. Lindau Nobelpreisträgertagung mit anderen Nachwuchsforschenden und Koryphäen in den verschiedenen Disziplinen aus der alle Welt zu diskutieren und auszutauschen.

 

Natalie Schunck / Universität Konstanz
Nach meinem Abitur in der Nähe von Stuttgart bin ich 2012 für mein Life Science Studium nach Konstanz gezogen. Im Anschluss an den Bachelor verbrachte ich 2015/2016 ein Auslandsjahr in Kanada an der University of Toronto, bevor ich dann meinen Master in Life Science an der Universität Konstanz abgeschlossen habe. Im Moment arbeite ich an meiner Doktorarbeit, wo ich mich angeknüpft an mein Life Science Studium ebenfalls mit Themen an der Schnittstelle von Biologie und Chemie beschäftige. Insbesondere interessieren mich dabei erneuerbare Rohstoffe und deren katalytische Aufwertung in biologischen Systemen. Beim Lindauer Nobelpreisträgertreffen freue ich mich schon sehr auf den Austausch mit WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen und bin gespannt auf deren Blickwinkel.

 

Xufeng Xu / Universität Konstanz
I obtained my master degree of science in Chemistry from Uppsala University, Sweden in 2016. I am currently a PhD candidate under EU H2020-MSCA-ITN-2015 project “MULTIMAT”. I work on the project “Ultracentrifugation techniques for the fractionation and controlled assembly of nanoparticle” under the supervision by Prof.de With (TU/e) and Prof. Coelfen (UoK) since 2016. My current research interests include the ultracentrifugation techniques, self-assembly and non-equilibrium structures. I expect a lot of insightful discussions with those Nobel Prize Laurates and young researchers like me in the 70th Lindau Nobel Laureates meeting. I also expect to learn from the experiences and the understanding of decent research of those distinguished scientists.

 

 

2019 Physik: Fünf StipendiatInnen der IBH 

Jana Simone Huber / Universität Konstanz
„Ich bin auf der Insel Reichenau am Bodensee aufgewachsen und habe 2012 am Heinrich-Suso- Gymnasium in Konstanz Abitur gemacht. Im Oktober 2012 begann ich mein Physik Studium an der Universität Konstanz und erhielt dort 2015 meinen Bachelor bzw. 2017 meinen Masterabschluss. Seit Dezember 2017 bin ich Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Eva Weig mit dem Forschungsschwerpunkt Nanomechanik. Dabei geht es um winzige nanostrukturierte Balken die freitragend zwischen zwei Aufhängepunkten gespannt sind, wie eine Gitarrensaite- nur etwa 20000 Mal so klein. Diese Nanosaiten werden zum Schwingen gebracht und ihre Vibrationen untersucht. Ich selbst befasse mich mit der Nichtlinearen Dynamik der Saiten, also mit ihren Schwingungseigenschaften unter sehr starkem Antrieb. Die Teilnahme an der Nobelpreisträgertagung gibt mir dir einzigartige Gelegenheit sowohl mit sehr erfahrenen WissenschaftlerInnen als auch mit Nachwuchforschenden aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. Ich freue mich auf eine inspirierende, internationale und lehrreiche Tagung!“

 

Katrin Jödicke / Hochschule Konstanz HTWG
„Ich habe Maschinenbau (Bachelor) und Umwelt- und Verfahrenstechnik (Master) studiert. Während meines Studiums war ich für Praktika und Projekte in Frankreich und Uganda, meine Masterthesis habe ich in der Schokoladenverarbeitung geschrieben. Nach dem Studium habe ich in der Schweiz und der Ukraine als Nachwuchsprojektleiterin im Anlagenbau gearbeitet und dann 2015 meine Promotion in Konstanz und Kassel begonnen. Meine Promotion beschäftigt sich mit der messtechnischen Qualitätssicherung während der Trocknung von Lebensmitteln. Sie ist ursprünglich in einem Großprojekt zum Thema Nahrungsmittelsicherung in Ostafrika verankert, in dem es um die Verringerung von Nachernteverlusten und die Wertsteigerung von Produkten in der Nachernte geht. Von der Tagung erwarte ich mir interessante neue Kontakte und vielseitige Vorträge / Workshops. Ich freue mich darauf, mich mit Forschern aus aller Welt austauschen und vernetzen zu können.“

 

Narinder Narinder / Universität Konstanz
„I am a physicist and currently pursuing my Ph.D. in the group of Prof. Dr. Clemens Bechinger. I am hugely interested in understanding the dynamics of self-propelled active colloids in the viscoelastic environment. Knowledge of their dynamics in non-Newtonian fluids can engender profound medical related applications since most of the fluids in nature exhibit viscoelastic behavior. Besides this, it is a topic of great fundamental importance in non-equilibrium statistical mechanics. Due to relatively large relaxation times of such liquids, an active particle moving in such fluids represents a random walker in the non-equilibrium background. I fervently believe that 69 Lindau Nobel Laureaes meeting will provide me a glimpse of their life-long dedication towards science and will shore up my high rise aspirations.“

 

Cornelia Nef / NTB Buchs
„Aufgewachsen bin ich im Appenzellerland in der Ostschweiz. Nach meiner Matura ging ich an die Universität Basel um Nanowissenschaften zu studieren. An der selben Uni schloss ich 2014 meine Doktorarbeit im Bereich Molekulare Elektronik ab. Zur Zeit arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Technik Buch NTB im Institut für Mikro- und Nanotechnologie. Zusammen mit unseren Industriepartnern bringe ich Resultate aus der Grundlagenforschung zur Anwendung und schaffe dadurch Innovationen. Besonders interessieren mich dabei Projekte aus dem Bereich Medizinaltechnik und Mikrofluidik wie z.B. Lab-On-Chip Systeme. In der Wissenschaft geht es nicht nur darum neues Wissen zu schaffen oder die fundamentale Prinzipien der Natur zu ergründen. Als Wissenschaftler hat man genauso eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, sei es in Form von technologischem Fortschritt oder in der Art und Weise wie sie unser Denken beeinflusst. Umso wichtiger dabei ist der Austausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Kulturen. Deshalb freue ich mich besonders darauf bei der 69. Lindauer Nobelpreisträgertagung mit anderen Wissenschaftlern zu diskutieren und von Ihren Erfahrungen lernen zu dürfen.“

 

Anna Véron / Universität Zürich
Anna Véron wurde 1988 in Bregenz (A) am Bodensee geboren. Im Jahr 2006 begann sie ihr Studium der Chemie an der Universität Zürich. Nach Abschluss des MSc in organischer Chemie 2012 entschied sie sich für eine Doktorarbeit in an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Dübendorf (CH). Ihr Forschungsschwerpunkt lag in der Entwicklung und Untersuchung neuer Materialien für optoelektronische Anwendungen, wie z.B. Solarzellen. 2016 verteidigte sie ihre Thesis mit dem Titel «Near–Infrared Absorbing Cyanine Dyes and Organic–Inorganic Perovskites for Electronic Applications». Seit 2017 arbeitet Anna Véron als Fachreferentin für Chemie und Physik bei der Hauptbibliothek der Universität Zürich und spielt eine Schlüsselrolle in der Ausbildung von Nachwuchsforschenden im Umgang mit wissenschaftlicher Information.

Bildnachweise: Beitragsbild (Lindau Nobel Laureate Meeting: Kunkel), Anna Véron (Frank Brüderli, http://www.bruederli-fotograf.ch)