Doppelkarriere-Partnerschaften als Chance nutzen

Im Jahr 2019 hat die IBH auf Initiative der Universität Konstanz und einer Reihe von weiteren Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee die Ad-Hoc-Gruppe Dual Career ins Leben gerufen. Das Ziel der Gruppe ist es, Partner*innen die aufgrund eines beruflichen Wechsels ihrer Partner*in an eine der IBH-Hochschulen wechseln, bei Karrierechancen zu unterstützen. Durch die Dual Career Unterstützung sollen Hochschulstrategien wie Rekrutierung, Familienförderung oder Internationalisierung gestärkt werden, erklärt die Sprecherin der Gruppe Kerstin Melzer im Interview.

Weshalb ist die Ad-Hoc Gruppe Dual Carreer für die IBH und die Hochschulen wichtig?
Die Ad-hoc Gruppe Dual Career erhöht für die teilnehmenden IBH-Hochschulen die Chance, dass sie diejenigen Personen von sich überzeugen können, die sie gewinnen und auch dauerhaft halten wollen. Im Rekrutierungsprozess kommt der Dual Career Maßnahme eine entscheidende Rolle zu: Partner*innen sind in der Regel nicht mehr bereit, ihre berufliche Entwicklung zu gefährden, indem sie ihren Job kündigen und in die berufliche Unsicherheit ziehen.

Sie wollen wissen, wie es auch für sie am neuen Standort beruflich oder akademisch weitergehen könnte. Bleiben die Chancen und Perspektiven für sie im Ungewissen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht mitziehen. Dies kann dazu führen, dass direkt der Ruf oder das Stellenangebot ausgeschlagen wird oder dass das Paar eine belastende Fernbeziehung eingeht, sodass sich die frisch gewonnene Person bald nach einer neuen Position umsieht: in der Nähe des Familienstandorts.

Welche „Probleme“ sollen mit ihr angegangen werden?
Der IBH-Raum liegt zwar landschaftlich sehr schön – für viele Außenstehende ist allerdings nicht klar, welche Karrierechancen sich auch an den unterschiedlichen Standorten bieten. Steht ein Paar vor der Entscheidung, wegen eines Rufs oder eines Stellenangebots dorthin zu ziehen, wollen sie wissen, wie es auch für die mitziehende Person beruflich oder akademisch weitergehen kann. Eine professionelle Dual Career Unterstützung hilft den Partner*innen von zu Berufenden oder zu Gewinnenden frühzeitig dabei, ihnen Karriereperspektiven vor Ort zu eröffnen und sie von der Attraktivität des IBH-Raums zu überzeugen. Wissen über die Region und Kontakte zu anderen Hochschulen sind dafür entscheidend.

Was sind die Aufgaben der Gruppe?
Die Gruppe verfolgt zwei Ansätze: 1) Wissenstransfer anhand von Good Practices, die innerhalb der Gruppe geteilt werden. Die Ad-hoc-Gruppe versteht sich als Plattform für Dual Career Zuständige, die sich dazu austauschen, wie einerseits mitziehende Partner*innen bei ihrer Stellensuche gut begleitet werden können, und wie andererseits die Dual Career Unterstützung in der eigenen Hochschule etabliert werden kann. 2) Vereinbarung der teilnehmenden Hochschulen in Form eines Letter of Intent. Die Vereinbarung klärt en detail, wie Informationen über potenziell in Frage kommende Stellen für Partner*innen untereinander angefragt werden können, um ganz praktisch möglichst schnell Karriereperspektiven zu finden.

Wer nimmt daran teil?
Beteiligt sind unter der Federführung der Universität Konstanz Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von fast allen Hochschularten, die in der IBH vertreten sind. Gerade hat mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten die 13. Hochschule den Letter of Intent unterzeichnet. Dazu ergänzend sind ca. zehn weitere Hochschulen am Thema interessiert und an den Workshops beteiligt. Kleine Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die noch sehr wenig Erfahrung mit der Thematik haben, sind z.B. genauso beteiligt wie größere Universitäten, die eigene Dual Career Services etabliert haben. Dies entspricht auch der allgemeinen Entwicklung in regionalen Dual Career Netzwerken im gesamten DACH-Raum.

Welche Aktivitäten sind in der bisherigen Arbeit der Gruppe erfolgt?
Die Idee, eine Ad-hoc Gruppe zu Dual Career zu gründen, geht auf einen Initial-Workshop im Oktober 2018 in der IBH-Geschäftsstelle zurück. Die teilnehmenden Hochschulen haben hier beschlossen, sich systematisch zum Thema auszutauschen und eine gemeinsame Dual Career Expertise aufzubauen.

Nach der Bewilligung des Antrags wurde im Juli 2019 die Ad-hoc Gruppe offiziell in einem Kick-off-Workshop an der Zeppelin Universität gegründet. Seither findet einmal pro Semester ein Workshop statt (zuletzt an der Universität St.Gallen und virtuell an der ETH Zürich), bei dem die Teilnehmenden ihr Know-How zur Unterstützung von Dual Career Partner*innen vertiefen. Der nächste Workshop ist im Frühjahr 2021 an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten geplant. Seit Anfang 2020 gibt es den Letter of Intent. Diese Vereinbarung ist für die Gruppe ein entscheidendes Instrument, da nur passgenaue und gezielte Anfragen Aussicht auf Erfolg haben.

Welche Ziele verfolgt die Gruppe?
Ziel der Ad-hoc Gruppe ist es, mitziehenden Partner*innen zeitnah Informationen und Kontakte zur Verfügung zu stellen, damit sich Karrierechancen zeigen und sie sich für einen Umzug in den IBH-Raum entscheiden. Durch die Dual Career Unterstützung werden Hochschulstrategien wie Rekrutierung, Familienförderung oder Internationalisierung gestärkt.

 

Ansprechperson
Kerstin Melzer
Referentin für Personalentwicklung & Dual Career
Universität Konstanz
Tel.: +49 7531 88 2430
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