„Wir ermöglichen den Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit und Diversität“

Die Arbeitsgruppe Gender & Diversity der IBH vernetzt die Gleichstellungsbeauftragten unserer Mitgliedshochschulen. So soll der Wissenstransfer und die Nutzung von Synergien im Verbund der IBH ermöglicht werden. Dies geschieht über gemeinsame Weiterbildungen und Tagungen zu Gender- und Diversity-Themen. Gleichzeitig will die Arbeitsgruppe Öffentlichkeit für Gender- und Diversity-Themen an den IBH-Hochschulen und in angrenzenden Praxisfeldern herstellen, erklären die Sprecherinnen Vera Maier Maier-Tragmann (HTWG Konstanz), Chantal Deuss (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik) und Melanie Lüders (HS Kempten).

Weshalb ist die AG Gender & Diversity für die IBH und die Hochschulen wichtig?
Die AG führt den Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit und Diversität im grenzüberschreitenden IBH-Raum, um Studien-, Arbeits- und Forschungsbedingungen für alle zu verbessern. Alle Handlungsfelder der Hochschulen sollen auf struktureller und individueller Ebene diversity- und geschlechtergerecht gestaltet sein, um ein diskriminierungsfreies und wertschätzendes Miteinander zu schaffen.

Durch die Förderung vielfältiger Potenziale und Kompetenzen leistet sie einen wesentlichen Beitrag für die Gestaltung eines innovativen Umfelds und zur Attraktivitätssteigerung der IBH Region. In der AG werden für dieses Themenfeld wichtige Problemstellungen grenzüberschreitend auf das (hochschul)-politische Tablett gebracht, wodurch deren Relevanz hervorgehoben wird. Gleichzeitig werden Synergieeffekte genutzt durch den gegenseitigen Austausch und die Erarbeitung und Zusammenstellung von Best-Practice Lösungsmöglichkeiten.

Welche „Probleme“ sollen mit ihr angegangen werden?
Die aktuelle demografische Entwicklung und eine bestehende Segregation von Frauen und Männern in den verschiedenen Studien- und Berufsfeldern bringen einen Fach- und Führungskräftemangel in Wissenschaft und Wirtschaft mit sich. Diese Situation erfordert einen hochschulübergreifenden Handlungsbedarf in den zentralen Arbeitsbereichen der IBH-Hochschulen.

Als Ursachen für die Segregation und den Fachkräftemangel werden u. a. geringe Familienfreundlichkeit, strukturelle Diskriminierungsfallen und Geschlechter-Stereotypen gesehen. Durch zunehmende Kooperation der Mitgliedshochschulen können strukturelle Nachteile im Bereich Chancengleichheit und Gleichstellung im Verbund ausgeglichen werden. Das IBH-Netzwerk bietet darüber hinaus eine gemeinsame Reflexions- und Handlungsplattform, die hochschulübergreifende Synergie Effekte und damit gegenseitigen Nutzen für die einzelnen Mitgliedshochschulen bringt. Langfristig trägt diese Kooperation zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit unserer Hochschulen bei und macht die Bodenseeregion als Wissenschaftsstandort deutlicher sichtbar.

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation ergeben sich neue Fragestellungen aus der Gleichstellungs- und Diversity-Perspektive. Trägt die Digitalisierung dazu bei, bestehende Ungleichheiten und Zugangsmöglichkeiten in Bildung, Forschung und Gesellschaft zu beseitigen? Oder werden die bestehenden Ungleichheiten durch die digitale Transformation vielleicht sogar noch verstärkt? Die AG Gender & Diversity wird die kritischen Punkte in diesem Themenfeld aufgreifen und die Lösungsansätze in die künftigen Handlungsfelder der IBH-Bereiche hineintragen.

Was sind die Aufgaben der Gruppe?
In einem Commitment, das im Rahmen der „Empfehlungen für eine geschlechter- und diversity-gerechte Hochschulentwicklung“ veröffentlicht wurde, hat sich die AG folgenden Aufgaben verschrieben:

Die Arbeitsgruppe Gender & Diversity der IBH bringt gesellschaftliche und hochschulübergreifende Themen wie Chancengleichheit, Gleichstellung und Diversity im Austausch, gemeinsam und mit Synergieeffekten zum gegenseitigen Nutzen ihrer Hochschulen voran. Sie erarbeitet eine themenspezifische Good-Practice-Sammlung der Hochschulen, die regelmäßig aktualisiert und ausgetauscht wird. Sie erstellt Handlungsempfehlungen für einzelne Bereiche basierend auf Good-Practice-Beispielen und kommuniziert sie den Hochschulleitungen. Und schlussendlich verbindet und vermittelt sie Expert*innen ihrer Hochschulen im Bereich Gender & Diversity innerhalb des Netzwerks der IBH.

Wer nimmt daran teil?
Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Gleichstellungsbeauftragte und referent*innen der Mitgliedshochschulen und wahlweise Gender Studies-Forscher*innen.

Welche Aktivitäten sind in der bisherigen Arbeit der Gruppe erfolgt?
Die AG hat Empfehlungen für eine geschlechter- und diversity-gerechte Hochschulentwicklung in den Bereichen Studium, Lehre, Forschung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung erarbeitet. Diese dienen den IBH-Hochschulen zur Orientierung bei der Weiterentwicklung ihrer Institutionen hinsichtlich Chancengerechtigkeit. Ein Expert*innen-Pool dient dem Wissenstransfer und Austausch von Erfolgen und Projekten, der Umsetzung der Empfehlungen und ist ein exklusives Angebot für die IBH-Hochschulen zur Erleichterung der Suche nach Referent*innen und Trainer*innen.

Seit 2015 hat die AG regelmäßig Internationale Fachgespräche veranstaltet. Die Tagungen richteten sich an ein Fachpublikum an Hochschulen und angrenzenden Berufsfeldern mit Themen wie „Studieren mit nicht sichtbaren Behinderungen“, „Männer in sozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Berufen“ und „MINT-Studiengänge: Gerüstet für den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel“.

Darüber hinaus organisiert die AG Lesereisen, interne Fortbildungen und Workshops zu relevanten Themen und Aufgabenstellungen und erarbeitet Good-Practice-Sammlungen, die regelmäßig ausgetauscht und aktualisiert werden.

Welche Ziele verfolgt die Gruppe?
Die IBH-AG Gender & Diversity vernetzt die Gleichstellungsbeauftragten der Mitgliedshochschulen: Sie ermöglicht den Wissenstransfer und die Nutzung von Synergien zwischen den beteiligten Hochschulen in vier Ländern. Sie organisiert gemeinsame Weiterbildungen und Tagungen zu Gender- und Diversity-Themen. Sie befruchtet die Gender- und Diversity-Arbeit an den einzelnen Mitgliedshochschulen. Und sie stellt Öffentlichkeit her für Gender- und Diversity-Themen an den IBH-Hochschulen und in angrenzenden Praxisfeldern.

 

Ansprechpersonen
Chantal Deuss / Advanced Consultant / Gleichstellung, Diversity & Publikationen / Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich / Tel.: +41 44 317 12 37 / E-Mail
Vera Maier-Tragmann / Referentin für Gleichstellung und Diversity / HTWG Konstanz / Tel.: +49 7531 206-726 / E-Mail
Melanie Lüders / Büro für Gleichstellung, Familie und Diversity / Hochschule Kempten / Tel.: +49 831 2523 512 / E-Mail