Schriftliche Kompetenzen von Studierenden stärken

20. November 2020

Die schriftlichen Kompetenzen von Studierenden stärken will das IBH-Projekt ProSpra. Gemeinsam arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften daran, die Fähigkeiten junger Menschen bei klassischen Textformen zu verbessern. Das grenzüberschreitende Team setzt sich zusammen aus Expert*innen der PH St. Gallen, PH Vorarlberg, der Universität St. Gallen sowie der HTWG Konstanz. Wir haben mit Projektleiter Christian Sinn gesprochen.

Was sind die Ziele des Projekts?
Komplementär zum bereits existierenden IBH-Projekt ProLIng, in dem die kommunikativen Fähigkeiten von Ingenieur*innen verbessert werden sollen, liegt der Fokus bei unserem Projekt auf einer grösseren Fächergruppe: In der Pädagogik sowie den Wirtschaftswissenschaften wollen wir eine langfristige Stärkung der schriftsprachlichen Kompetenzen von Studienanfänger*innen erreichen. Die dazu zum Einsatz kommenden und getesteten Instrumente sollen im Verbund der IBH allen Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee zur Verfügung stehen.

Wir konzentrieren uns auf typische Kommunikationsformen in diesen beiden Fachgruppen. Wir starten mit der Gruppe der Wirtschaftswissenschaften und organisieren im Verlauf des Projekts einen Transfer zu den Studierenden der Pädagogik, um einerseits die Übertragungsmöglichkeiten für weitere Fächer zu prüfen. Andererseits können wir auch die Fächergruppen Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik miteinander vergleichen.

Trotz der Fokussierung auf zwei Fachbereiche und spezifische Textsorten wollen wir auch dem Faktum Rechnung tragen, dass im Übergang von der Schule zur Hochschule noch kein fachlich ausgeprägtes Vorwissen und Interesse besteht.

Warum ist die Bodenseeregion ein ideales Untersuchungsgebiet für Ihr Projekt?
Die Bodenseeregion ist ein ideales Untersuchungsgebiet für das Projekt, da hier erstens das Problem von Schüler*innen mit nichtdeutscher Erstsprache in der Vernetzung von verschiedenen Staaten in der Vierländerregion gemeinsam bearbeitet werden kann. Die besondere Stärke des Projektes liegt zudem darin, unterschiedliche Hochschultypen (Universität, Fachhochschule und PH) unterstützen zu können. Unser Projektkonsortium ist mit der Beteiligung von zwei Pädagogischen Hochschulen, einer Fach-hochschule und einer Universität genau dafür ausgelegt. Schlussendlich ist die starke internationale Durchlässigkeit nicht nur bei Berufspendler*innen, sondern auch bei Studierenden ein für das Projekt sehr wichtiges Merkmal der Vierländerregion Bodensee.

Wie gehen Sie konkret in Ihrem Projekt vor?
Wir entwickeln in regelmässigen Treffen zunächst ein Instrument zur Diagnose des Unterstützungsbedarfs bei den bildungssprachlichen Eingangskompetenzen der Studierenden. Dies erfolgt bei den im Projekt beteiligten Hochschulen und zudem in einer Online-Befragung bei allen Hochschulen der IBH. Aufbauend auf dieser Bestandsanalyse bauen wir einen Online-Kurs zur Förderung dieser Kompetenzen auf und bringen diesen an die Hochschulen. Die Ergebnisse werden wir natürlich im Rahmen einer Publikation der Bodenseeregion zur Verfügung stellen.

Was muss gelingen, damit Sie das Projekt nach Abschluss als erfolgreich bezeichnen würden?
Wie wären dann erfolgreich, wenn nach Abschluss des Projekts die von uns entwickelten Produkte einerseits möglichst vielen Studierenden der IBH zugute kämen und wir dadurch die schriftsprachlichen Kompetenzen von Studienanfänger*innen in der Breite verbessern können. Wir wollen aber auch einen Beitrag zur Hochschulentwicklung innerhalb der IBH und darüber hinaus leisten, indem möglichst viele Hochschulen sich an dem hier initiierten Prozess beteiligten und die im Kontext der Digitalisierung grundsätzliche Frage angingen, welcher Einsatz von Online-Material im Hinblick auf ein selbstverantwortetes Studium angemessen ist.

 

Ansprechperson
Prof. Dr. Markus Rhomberg
Tel.: +41 71 677 05 20
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