Smart Service Innovationen vermitteln

9. Juli 2020
Smart Products und Smart Services bilden zusammen mit der Vernetzung ein zentrales Kernthema der Digitalisierung. Die Entwicklung und der Betrieb solcher Applikationen stellt vor allem für die klassischen Maschinen- und Anlagenbau einen grosse Herausforderungen dar und die vergangenen Jahre offenbaren eine Wissenslücke in der Branche. Das IBH-Projekt Data4Des zielt darauf ab, diese Lücke zu schliessen durch Lehrformate und –inhalte, die spezifisch für die verschiedenen Zielgruppen eingesetzt werden können. Es wird getragen von der ZHAW, der NTB Buchs und der FH Vorarlberg. Wir haben mit Projektleiter Jürg Meierhofer gesprochen.

Was sind die Ziele des Projekts?

Das Projekt Data4Des zielt auf die Entwicklung von neuartigen Lehrmethoden und Lehrmaterialien im Bereich der Entwicklung von Smart Services (u.a. auch Data Products oder Services genannt) ab, um die bestehenden Wissenslücken im industriellen Umfeld zu schliessen. Zielgruppen sind Studierende verschiedener Stufen (Bachelor, Master, Weiterbildung) wie auch Mitarbeitende in Unternehmen der Bodenseeregion. Der Fokus des Projekts liegt an der Schnittstelle von Data Science, kundenzentrierter und agiler Produktentwicklung sowie industrieller Anwendungen. Der übergeordnete didaktische Ansatz ist eng mit den Grundprinzipien des Design Thinkings und UX-Designs verknüpft: Anhand vorbereiteter Use-Cases wenden die Studierenden die Phasen des user-zentrierten Designprozesses an und entwickeln unter Anleitung eigene Prototypen für Datenprodukte.

Warum ist die Bodenseeregion ein ideales Untersuchungsgebiet für Ihr Projekt?

Produzierende Unternehmen und deren Umfeld (inklusive Service und Logistik) sind ein Rückgrat der Wirtschaft in der Vierländerregion Bodensee. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrien und damit auch die Arbeitsplätze können mittels gezielter Ausbildungsmaßnahmen weiter gestärkt werden. In einer vernetzten Welt erhöhen Maßnahmen, wie sie im Projekt DATA4DES entwickelt werden, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und unterstützen ein stabiles Einkommensniveau, die Sicherheit der Arbeitsplätze, sowie Möglichkeiten einer weitergehenden gesellschaftlichen Verwirklichung (im Sinne der Work-Life-Balance). Dies spiegelt sich somit speziell in der Entwicklung des Bodenseeraumes wider.

Wie gehen Sie konkret in Ihrem Projekt vor?

Das Projekt startet mit einer Aufarbeitung von Fallstudien zur Illustration der Lehrinhalte. Diese Sammlung soll typische Anwendungsfälle aus dem Maschinenbau bzw. aus der Produktion umfassen und sich in der Lehre in geeigneten Schritten vermitteln lassen. Parallel dazu werden geeignete bestehende IT Tools für die Vermittlung der Inhalte gesammelt. Diese Instrumente sollen von Studierenden mit wenigen spezifischen Vorkenntnissen in Programmierung angewendet werden können.
Darauf aufbauend werden geeignete didaktische Methoden zur Vermittlung der Inhalte erarbeitet. Diese sollen sich der bekannten Ansätze zur Vermittlung von Service Design und Data Product Design aus dem Consumer Segment bedienen, diese aber systematisch an den Maschinenbau und Produktion adaptieren.

Was muss gelingen, damit Sie das Projekt nach Abschluss als erfolgreich bezeichnen würden?

Die beteiligten Hochschulen werden die neuen Formate schon während dem Projektverlauf im eigenen Unterricht kontinuierlich einsetzen, testen und laufend verbessern. Das Projekt kann nach Abschluss als Erfolg bezeichnet werden, wenn sich dieser Einsatz bewährt hat und die neuen Lehrformate und –inhalte auch nach dem Projekt laufend eingesetzt und weiter entwickelt werden. Ein zusätzlicher Erfolg wird sein, wenn die beteiligten Hochschulen eine nachhaltige Zusammenarbeit etablieren für weitergehende Projekte.