Stärkung von Gender & Diversity

8. Juni 2021

Gender- und Diversity-Themen sichtbar und lebendig in den Hochschulen der IBH und der Vierländerregion Bodensee verankern: das ist die Aufgabe der IBH-Arbeitsgruppe Gender und Diversity. Mit Mitteln des Wissenschaftsverbunds werden nun drei grenzübergreifende Projekte zu den Themen Alter, Digitalisierung und Frauen in Verwaltungsräten unterstützt.

Alter in einer diversitätsgerechten Hochschule

Das Projekt „Die Bedeutung der Dimension Alter für eine diversitätsgerechte Hochschule“ rückt eine bisher an Hochschulen kaum beachtetet Diversitätsdimension ins Zentrum. „Auf den ersten Blick verwundert das nicht. Was soll denn das Thema Alter mit der Hochschule zu tun haben, wo doch die Studierenden meist sehr jung sind?“, bringt es Projektleiterin Christina Seyler auf den Punkt. „Blickt man jedoch in die Privatwirtschaft, so sieht man, dass hier Themen angegangen werden, die eigentlich auch auf die Hochschulen zutreffen würden, wie Weiterbildungen für ältere Mitarbeitende, damit diese fit für den Arbeitsmarkt bleiben“. Diese Themen sollen systematisch gesammelt und in einem Katalog zusammengefasst werden, der allen IBH-Hochschulen zur Verfügung steht. HTWG Konstanz, Universität Konstanz und Universität Zürich führen dieses Projekt gemeinsam durch.

Unboxing Heteronormativität

Mit Unboxing 2.0 starten die HTWG Konstanz und die Zürcher Hochschule der Künste gemeinsam die Digitalisierung der Wanderausstellung „Raum für …! Unboxing Heteronormativität“ und die Untersuchung innovativer Vermittlungsformate. Die Ausstellung setzt sich aus acht boxartigen Erlebnisräumen zusammen, welche Raum für die Thematisierung von sexueller Identität und Sexualität schaffen. Dabei werden Aspekte wie Macht, Privilegien, Körper, Gewalt, Familie, Verluste und Individualität behandelt.  Aktuell wird in einer ersten Lehrveranstaltung „Diversität digital“ die digitale Dependance zur analogen Ausstellung entwickelt. Projektleiterin Karin Kaiser berichtet erfreut: „Acht Kommunikationsdesignstudentinnen, eine Architekturstudentin und ein Absolvent der Informatik haben zu einem dynamischen Team zusammengefunden. Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen des analogen wie des digitalen Wegs gestaltet sich für alle von Unboxing 2.0 sehr interessant“.

Mentoring für Frauen in Verwaltungsräten

Mit dem Programm Mentover sollen Frauen dabei unterstützt werden, Mandate in Verwaltungsräten zu übernehmen. „Aktuell liegt der Frauenanteil in Verwaltungsräten in der Schweiz bei unter 20%, also unter einem vom Schweizer Nationalrat gesetzten Richtwert“ betont Projektleiterin Nicole Bischof. Mentoring ist ein wirksamer Weg zur diversitäts- und gendergerechten Zusammenstellung von Verwaltungsräten. Mentees profitieren vom Netzwerk, dem Wissen der Mentor*innen und können zudem an Self-Leadership-Trainings und Mindfulness-Workshops teilnehmen. OST – Ostschweizer Fachhochschule, ZHAW und Universität Liechtenstein führen dieses Projekt gemeinsam durch.

Für den Text verantwortlich und Ansprechperson:
Chantal Deuss / Advanced Consultant / Gleichstellung, Diversity & Publikationen / Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich / Tel.: +41 44 317 12 37 / E-Mail